Meinung

Brandgefährlich

Empörung, Betroffenheit, Verurteilung – das sind die gängigen Reaktionen nach Angriffen auf jüdische Einrichtungen. Schlag auf Schlag melden sich Politiker, Verbandsfunktionäre und andere Vertreter des öffentlichen Lebens zu Wort. Gerade so geschehen beim Brandanschlag auf die Begräbnishalle in Dresden. Doch was kommt nach diesen Ritualen? Es wird still. Ein paar Hinweise aus der Bevölkerung noch, das war’s dann. Die Schäden werden beseitigt, ein Täter ist nicht zu fassen, und die Sonderkommission der Polizei wird aufgelöst. So war es auch Mitte Mai, als in Worms die Synagoge beinahe in Flammen gestanden hätte. Ein Feuerzeug wurde gefunden, ansonsten verliefen die Ermittlungen im rheinland‐pfälzischen Sand. Wie so oft, landauf, landab. Das freut und ermuntert die Täter. Denn weil die Empörungswelle in der Regel folgenlos abebbt, können sich die Angreifer beruhigt zurücklehnen: Ziel erreicht. Abschreckung sieht anders aus. Und das darf einen schon verstören. Wenn ein Brandsatz auf eine Synagoge geworfen wird, ist das vieles, aber sicherlich kein Kavaliersdelikt.

Wittenberg

»Judensau« darf hängen bleiben

Landgericht Dessau‐Roßlau: Es besteht kein Beseitigungsanspruch seitens des Klägers

 24.05.2019

Karlsruhe

»Entsetzt und wütend«

Israelitische Religionsgemeinschaft Baden protestiert gegen Provokationen rechtsextremer Parteien

 24.05.2019

Berlin

Ein Plausch zum 70.

Nicht mit einer staatstragenden Rede, sondern einem bunten Fest feierte Bundespräsident Steinmeier den Jahrestag des Grundgesetzes

von Corinna Buschow  23.05.2019