USA

Biden erneuert Nominierung Gutmanns für Berliner US-Botschaft

Bei einer Podiumsdiskussion Anfang 2016 an der University of Pennsylvania: Amy Gutmann mit dem damaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden Foto: imago images/ZUMA Wire

US-Präsident Joe Biden hat die Nominierung seiner Kandidatin Amy Gutmann als Botschafterin in Deutschland erneuert. Das Weiße Haus schickte die Nominierung Gutmanns am Dienstag wieder zur Zustimmung an den Senat - was eher einer Formalie gleichkam. Bidens Personalvorschlag war in der Kongresskammer vor dem Jahresende 2021 nicht mehr zur Abstimmung gekommen. Den Regeln des Senats folgend war er damit obsolet. Durch die erneute Nominierung wird sich der Senat nun wieder mit der Personalie befassen.

Biden hatte die Politikwissenschaftlerin Gutmann im vergangenen Sommer nominiert. Die Republikaner im Senat verzögerten zuletzt aber die Bestätigungen des diplomatischen Führungspersonals massiv. Hintergrund ist auch der Streit um die Ostseepipeline Nord Stream 2.

Gutmann ist Präsidentin der Pennsylvania University. Die 72-jährige mit deutsch-jüdischen Wurzeln wäre im Falle ihrer Bestätigung durch den Senat die erste Frau auf dem Botschafterposten in Berlin. Als Wissenschaftlerin wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Ein vom Senat bestätigter US-Botschafter in Deutschland war zuletzt fast eine Seltenheit: Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten waren die USA fast 16 Monate ohne Botschafter, bis Richard Grenell im Mai 2018 das Amt in Berlin übernahm. Grenell trat nach knapp zwei Jahren wieder zurück. Seit Juni 2020 gibt es daher keinen vom Senat bestätigten Botschafter mehr in Deutschland - so lange wie nie zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.

Gutmann war im Dezember im zuständigen Ausschuss des US-Senats zu ihrer Nominierung befragt worden. Dabei betonte die Kandidatin in Anlehnung an die Haltung der Regierung, sie halte die Gasleitung Nord Stream 2 für ein »schlechtes Geschäft für Deutschland, für die Ukraine, schrecklich für ganz Europa und die Vereinigten Staaten«. Sie freue sich, dass die neue Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) auf Kontinuität in der deutschen Außenpolitik setze, sagte sie. Dennoch müsse mehr getan werden, vor allem mit Blick auf China oder Russlands Aggressionen gegen die Ukraine. dpa

Hannover

Anklage gegen Niedersachsens AfD-Chef erhoben

Ihm werden Verstöße gegen das Parteiengesetz vorgeworfen, wie die Behörde mitteilte

 21.10.2026

Jerusalem

Schicksalswahl in Israel: Es geht um mehr als Netanjahu

Kann der heutige Ministerpräsident trotz des Versagens vom 7. Oktober und dreier harter Kriegsjahre seine Macht behaupten? Oder gelingt es der liberaleren Opposition, ihn nach Jahren an der Regierungsspitze abzulösen?

von Sara Lemel  21.10.2026

Israel

Eizenkot liegt vor Netanjahu, doch Mehrheit bleibt außer Reichweite

In dieser Situation könnten besonders die kleineren Parteien und die arabischen Listen entscheidenden Einfluss auf die Regierungsbildung gewinnen

 21.10.2026

Paris

Antisemitische Verschwörungsmythen machen Juden für Ausschreitungen verantwortlich

Die NGO Combat Antisemitism Movement untersuchte Hunderte Beiträge auf der Plattform X. Das Ergebnis ist alarmierend, aber nicht überraschend

 21.10.2026

Washington D.C./Jerusalem

Trump soll Netanjahu von neuem Großangriff auf Iran abgehalten haben

Die geplante Offensive sollte umfangreicher ausfallen als der gemeinsame israelisch-amerikanische Militäreinsatz im Februar

 21.10.2026

Berlin

Demonstranten kleben sich vor Rüstungsunternehmen fest

Die Aktivisten wollen damit gegen Waffenlieferungen nach Israel protestieren

 21.10.2026

Berlin/Augsburg

Volker Beck: Agieren von Grünen und SPD »unverständlich«

»Bei der Berliner Linken hat keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Judenhass und Antizionismus in den eigenen Reihen stattgefunden«, sagt der DIG-Präsident

 21.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026