Verhandlung

Berufungsprozess nach antisemitischem Angriff

Mustafa A. mit seinem Rechtsanwalt Ehssan Khazaeli im Saal des Amtsgerichts Tiergarten beim Prozess im vergangenen Jahr Foto: picture alliance/dpa

Nach einem brutalen Angriff des Lehramtsstudenten Mustafa El-H. A. auf seinen jüdischen Kommilitonen Lahav Shapira im Februar 2024 beginnt am Donnerstag am Landgericht Moabit in Berlin der Berufungsprozess. In dem auf drei Verhandlungstage angesetzten Verfahren geht es nach Angaben eines Gerichtssprechers um die Höhe des Strafmaßes. Der Student Mustafa El-H. A. war im vergangenen April vom Amtsgericht Tiergarten wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Das Gericht war damit noch über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinausgegangen. Diese hatte zwei Jahre und vier Monate gefordert, die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Gericht und Staatsanwaltschaft sahen bei der Attacke ein antisemitisches Motiv gegeben. Mustafa El-H. A. hatte die Tat gestanden, war aber gegen die Höhe des Strafmaßes in Berufung gegangen.

Krankenhausreif geschlagen

Die Tat ereignete sich im Februar 2024 vor einer Bar in Berlin-Mitte. Das Opfer, Lahav Shapira, Bruder des Comedians Shahak Shapira, hatte zuvor an der Berliner Freien Universität (FU) Plakate abgerissen, die er als antisemitisch empfunden hatte. Zudem leitete er als Administrator an der FU eine Chatgruppe und hatte dort antisemitische Beiträge gelöscht. Daraufhin hatte Mustafa El-H. A. bei der Begegnung mit Shapira diesen krankenhausreif geschlagen.

Die Berliner Universitäten waren nach dem Überfall der terroristischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und infolge des Gaza-Krieges Schauplatz zum Teil gewalttätiger Proteste gegen die Politik der israelischen Regierung. Dabei wurden auch Hörsäle und Büros besetzt sowie Mitarbeiter bedroht. epd

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

USA

Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg verkünden

Nach der Wahlniederlage seiner Republikaner beschäftigt sich US-Präsident Trump mit der Frage, ob er den Krieg mit dem Iran wiederaufnehmen soll. Die Bemühungen der Vermittler laufen auf Hochtouren

 06.11.2026

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026