Sicherheit

Berliner Senat warnt vor hoher Terrorgefahr durch Islamismus

Foto: picture alliance/dpa

Der Berliner Senat schlägt in seinem erstmals veröffentlichten »Islamismus-Monitor« Alarm: »Nach wie vor besteht eine abstrakt hohe Gefährdungslage im Bereich des islamistischen Terrorismus«, hieß es. Besonders gefährdet seien sogenannte »weiche Ziele« wie öffentliche Feste, Konzerte, Veranstaltungen oder andere schwer zu schützende Orte. Als Hauptstadt und Zentrum jüdischen Lebens stehe Berlin dabei besonders im Fokus. Erstellt wurde der Bericht von der Senatsverwaltung für Inneres.

Der Bericht beschreibt islamistischen Extremismus als dynamisch, digital und zunehmend auf junge Menschen ausgerichtet. Islamismus präsentiere sich heute »jugendaffin« und übe »eine Anziehungskraft, insbesondere auf Jugendliche und junge Erwachsene aus«.

Besonders deutlich wird der Senat bei der Rolle sozialer Medien. Terrororganisationen nutzten das Internet weiter zur Verbreitung dschihadistischer Inhalte und zur Rekrutierung. Vor allem auf Plattformen wie TikTok, Instagram, YouTube, Telegram oder Discord würden junge Menschen gezielt angesprochen.

Professionelle Propaganda

Die Inhalte wirkten oft harmlos und behandelten religiöse Alltagsfragen, heißt es. Tatsächlich gehe es aber um eine »schrittweise Heranführung an salafistische Ideologie«. Vermittelt werde ein »dichotomes Weltbild zwischen wahr/gläubig auf der einen Seite und falsch/ungläubig auf der anderen Seite«.

Weiter warnt der Bericht, die Propaganda werde immer professioneller. Künftig sei auch mit KI-generierten Videos, Deepfakes und jugendkulturellen Formaten wie Memes zu rechnen.

Die Zahl politisch motivierter Straftaten mit religiös-ideologischem Hintergrund ist laut Senat stark gestiegen. Für 2024 wurden 477 Fälle registriert, nach 210 im Jahr zuvor. 2025 stieg die Zahl weiter auf 532 Fälle.

Lesen Sie auch

»Zäsur für die Sicherheitslage«

Besonders stark nahm die Zahl der Propagandadelikte zu. Dies liege sowohl an einer tatsächlichen Zunahme als auch an intensiverem Internet-Monitoring der Sicherheitsbehörden. Zugleich stieg die Zahl der Terrorismusdelikte von neun Fällen im Jahr 2024 auf 21 Fälle im Jahr 2025.

Der Bericht bezeichnet den Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 als »Zäsur für die Sicherheitslage in Berlin«. Der Krieg in Israel und Gaza sowie die Lage im Nahen Osten seien weiterhin das dominierende Thema gewaltorientierter Islamisten.

Trotz des Betätigungsverbots gegen die Hamas setzten deren Anhänger ihre Aktivitäten fort. Genannt werden israelfeindliche Versammlungen und antisemitische Propaganda.

Zudem heißt es, Hinweise auf terroristische Aktivitäten der Hamas außerhalb ihres Kernraums stünden im Fokus. Verwiesen wird auf Festnahmen mutmaßlicher Hamas-Terroristen in Berlin.

»Psychisch auffällige Einzeltäter«

Als zusätzliche Herausforderung nennt der Senat »emotionalisierte oder psychisch auffällige Einzeltäter«, bei denen Motivation und psychische Erkrankung schwer zu unterscheiden seien. Auch »haftentlassene Jihadisten oder aus einstigen Kampfgebieten zurückkehrende Inhaftierte« stellten ein Risiko dar.

Der Senat verweist zugleich auf zahlreiche Gegenmaßnahmen: Ermittlungen, Vereinsverbote, Abschiebungen, Ausweisungen und Präventionsprogramme. Seit Anfang 2024 seien drei Gefährder aus Berlin abgeschoben worden.

Daneben setzt das Land auf Deradikalisierung. Ziel sei es, Radikalisierungsverläufe frühzeitig zu erkennen, Ausstiege zu begleiten und Jugendliche widerstandsfähiger gegen extremistische Propaganda zu machen.

Brüssel

Pride Parade nimmt Auflagen für jüdische Teilnehmer zurück

Eine Gruppe war mitgeteilt worden, ihre Mitglieder dürften weder Davidsterne noch das Wort »jüdisch« auf Bannern oder Symbolen zeigen

 12.05.2026

New York

Festnahmen bei Zusammenstößen vor Synagoge in Brooklyn

Israelfeindliche Demonstranten skandieren »Palästina gehört nur uns« und »Fuck Israel«. Es kommt zu Rangeleien mit Gegendemonstranten

 12.05.2026

Meinung

Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

von Zsolt Balkanyi-Guery  12.05.2026

Nahost

Bericht: Vereinigte Arabische Emirate griffen den Iran heimlich an

Eine der Attacken soll Anfang April ein großes Feuer auf einer Raffinerie auf der iranischen Insel Lavan verursacht haben

 12.05.2026

Washington D.C.

Trump erwägt neue Militärschläge gegen Iran

Der US-Präsident bezeichnete die Antwort Teherans auf seinen jüngsten Vorschlag für eine dauerhafte Waffenruhe als »Müll«

 12.05.2026

Essay

Warum ich Zionist bin

Heute ist Zionismus für viele ein Schimpfwort und gleichbedeutend mit Rassismus. Da muss eine Verwechslung vorliegen. Antizionismus ist Rassismus. Der Zionismus ist die selbstverständlichste Antwort auf zweitausend Jahre Verfolgung, Vertreibung und Völkermord

von Mathias Döpfner  12.05.2026

Berlin

Mehr Straftaten gegen Gedenkstätten im vergangenen Jahr

Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Diebstahl, Hausfriedensbruch: Die Zahl der Straftaten in und gegen Gedenkstätten ist im vergangenen Jahr gestiegen

 11.05.2026

Brüssel

EU beschließt Sanktionen gegen Israel

Die Europäische Union hat eine politische Einigung für Strafmaßnahmen gegen israelische Siedler erzielt

von Michael Thaidigsmann  11.05.2026 Aktualisiert

Stuttgart/Ulm

Antrags-Scharmützel im Prozess um Angriff auf israelische Rüstungsfirma

Die Verteidigung geht im Prozess um den Angriff auf das Unternehmen Elbit weiter auf Konfrontation zur Richterin. Die Verlesung der Anklage lässt auf sich warten

 11.05.2026