Deutschland

Berlin-Kreuzberg: Aushänge gegen Judenhass - Jugendliche greifen Geschäftsinhaber an

Hans-Georg Lindenau in seinem Ladengeschäft »M99 Gemischtwaren mit Revolutionsbedarf«
Hans-Georg Lindenau in seinem Ladengeschäft »M99 Gemischtwaren mit Revolutionsbedarf« (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa

Ein 67 Jahre alter Geschäftsinhaber ist in Berlin-Kreuzberg wiederholt von Jugendlichen angegriffen worden. Der auf einen Rollstuhl angewiesene Mann wurde beleidigt, mit Pfefferspray besprüht und geschlagen, wie die Polizei mitteilte. Hintergrund waren demnach Aushänge gegen Judenhass in den Schaufenstern seines Geschäfts.

Den Angaben zufolge griffen etwa sechs Jugendliche den Mann erstmals am 7. Oktober in seinem Geschäft in der Falckensteinstraße an. Am Abend darauf kamen erneut bis zu sechs Jugendliche und besprühten ihn mit Pfefferspray. Als der Mann um Hilfe rief, flüchteten sie zunächst.

»Die kommen wieder«

Kurz darauf kehrten die Tatverdächtigen zurück. Sie besprühten ihn erneut mit Pfefferspray und schlugen ihn. Der Mann klagte anschließend über Schmerzen im Gesicht.

Bei dem Angegriffenen handelt es sich um Hans-Georg Lindenau (»HG«), der mit seinem linken Szeneladen »M99 – Gemischtwarenladen mit Revolutionsbedarf« in der antifaschistischen Szene weit über Berlin hinaus bekannt ist. Der Laden befand sich früher in der Manteuffelstraße 99, daher der Name. Wie es heißt, wünscht sich HG »solidarische Besuche im M99 in der Berliner Falkensteinstraße, vor allem Abends«.

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Seit Lindenau am 3. Oktober Zettel gegen Judenfeindlichkeit im Zusammenhang mit dem Angriff der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 aufhing, habe ihn wiederholt eine kleine Gruppe von Kindern und Jugendlichen aufgesucht und attackiert, berichtet er der »Berliner Morgenpost«. Auf zehn bis 15 Jahre schätzt er das Alter der Angreifer, diese hätten einen »arabisch-dunklen Teint« gehabt.

»Mental okay«, sei er, sagte Lindenau der Berliner Morgenpost. Er sei sich jedoch sicher, dass die Angreifer zurückkehren werden. »Angst habe ich nicht, aber ich bereite mich darauf vor«, so Lindenau.

Am Freitagabend beobachteten Zeugen, wie bis zu acht Jugendliche auf E-Scootern vor dem Geschäft anhielten. Sie schlugen und traten gegen die Eingangstür und beschädigten sie.

Die Aushänge im Schaufenster bezogen sich nach Polizeiangaben auf den Angriff der Terrororganisation Hamas vom 7. Oktober 2023. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, der Beleidigung und der Sachbeschädigung. ja/dpa

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