New York

Bericht: Einigung zwischen USA und Iran dürfte Monate dauern

Foto: picture alliance / CHROMORANGE

Eine umfassende Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran wird nach Einschätzung mehrerer Vertreter aus Europa und den Golfstaaten nicht kurzfristig zustande kommen. Diplomaten aus beiden Regionen rechnen laut »Bloomberg« eher mit einem Zeitraum von etwa sechs Monaten. Entsprechend wächst hinter den Kulissen der Wunsch, die derzeitige Waffenruhe so lange zu verlängern.

Besonders drängend ist aus Sicht der beteiligten Staaten die Lage in der Straße von Hormus. Mehrere Regierungen fordern laut dem Bericht eine sofortige Öffnung der strategisch wichtigen Meerenge, damit Öl, Flüssiggas und andere Waren wieder ungehindert transportiert werden können. Intern werde bereits vor einer möglichen weltweiten Nahrungsmittelkrise gewarnt, falls sich die Blockade bis in den kommenden Monat hineinzieht.

An den Märkten bleibt die Nervosität dem Bericht nach hoch. Die Sorte Brent verteuerte sich zeitweise um rund 4,5 Prozent auf mehr als 99 Dollar je Barrel. Sollte sich der Krieg weiter hinziehen, rechnen Beobachter mit zusätzlichen Preissteigerungen.

Urananreicherung und Raketen

Inhaltlich sehen mehrere Golfstaaten weiterhin die Gefahr, dass Teheran nach Atomwaffen strebt. Deshalb wünschen sie sich demnach ein künftiges Abkommen, das dem Iran sowohl die Urananreicherung als auch den Besitz weitreichender ballistischer Raketen untersagt. Dennoch lehnen viele Regierungen in der Region eine Rückkehr zu offenen Kämpfen ab und drängen Washington zu einem diplomatischen Kurs.

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Der frühere britische Botschafter im Iran, Rob Macaire, wird in dem »Bloomberg«-Bericht zitiert: »Zwischen den USA und dem Iran wird es kurzfristig keine Einigung geben. Präsident Donald Trumps Optimismus hängt damit zusammen, dass ihm die Auswirkungen auf die Märkte bewusst sind.«

Zugleich verwies er darauf, dass nicht nur ein endgültiger Vertrag zähle. »Es geht nicht nur darum, ob die Verhandlungen erfolgreich sind, sondern ob sie in der kommenden Zeit genug erreichen, um eine Rückkehr zum militärischen Konflikt zu verhindern.« Das sei möglich, doch innerhalb des Iran gebe es Kräfte, die wieder Raketen einsetzen wollten.

Verlängerung offen

Als denkbare Grundlage nannte Macaire zeitlich begrenzte Beschränkungen des iranischen Atomprogramms sowie internationale Kontrollen. Im Gegenzug könnten eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben und Ölsanktionen gelockert werden. Deutlich schwieriger seien jedoch Fragen nach Sicherheitsgarantien und dem künftigen Status der Straße von Hormus.

Nach Darstellung des Berichts könnte auch die jüngst angekündigte zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon die Gespräche mit dem Iran erleichtern. Ob die derzeitige Feuerpause zwischen Washington und Teheran verlängert wird, ist jedoch weiterhin offen. im

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