Brandenburg

Beratungseinrichtung meldet mehr rechtsextreme Gewalt in Brandenburg

Judith Porath von der brandenburgischen Beratungseinrichtung Opferperspektive Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Die brandenburgische Beratungseinrichtung Opferperspektive hat 2024 insgesamt 273 rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalttaten erfasst. Damit sei im Bundesland erneut ein Anstieg solcher Angriffe verzeichnet worden, erklärte der Verein am Freitag in Potsdam. Besonders besorgniserregend sei die zunehmende Gewalt gegen politische Gegnerinnen und Gegner. 2023 hatte die Opferperspektive 242, im Jahr davor 138 rechte und rassistische Gewalttaten registriert.

Der Verein forderte Politik und Gesellschaft auf, entschieden zu handeln, »um diese gefährliche Entwicklung zu stoppen«. Im vergangenen Jahr seien mindestens 416 Menschen unmittelbar von den Gewalttaten betroffen gewesen, hieß es. Das häufigste Tatmotiv für rechte Gewalt sei mit 130 erfassten Angriffen weiterhin Rassismus gewesen.

Attacken auf politische Gegnerinnen und Gegner hätten im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 75 Prozent auf insgesamt 66 Fälle zugenommen, hieß es weiter. Dies sei der bislang höchste Wert für dieses Tatmotiv. Die Opferperspektive bezeichnete dies als alarmierend. Die Angriffe hätten sich sowohl gegen politische Verantwortungsträgerinnen und -träger sowie Journalistinnen und Journalisten als auch gegen häufig junge Menschen gerichtet, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren.

Besonders im Zusammenhang mit den Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen 2024 sei eine deutliche Radikalisierung zu beobachten gewesen, betonte die Opferperspektive. Bedrohungen, Sachbeschädigungen und direkte Angriffe seien gezielt eingesetzt worden, um Angst zu verbreiten. epd

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