USA

»Ben and Jerry’s«-Mitbegründer bei Gaza-Protest festgenommen

Ben Cohen bei einer Demonstration im Jahr 2021 Foto: picture alliance / newscom

Ben Cohen, der als »Israelkritiker« bekannte Mitbegründer der Eiscreme-Marke »Ben & Jerry’s«, ist im Kapitol in Washington D.C. von Sicherheitsbeamten festgenommen worden. Es geschah während einer Senatsanhörung mit Gesundheitsminister Robert F. Kennedy.

Cohen, der ebenso wie der andere Firmengründer Jerry Greenfield Jude ist, protestierte im amerikanischen Parlament lautstark gegen ein angebliches »Gemetzel« in Gaza, für das Israel verantwortlich sei. Der 74-jährige war Teil einer Gruppe von Demonstranten, die ein Statement von Kennedy über Haushaltsfragen unterbrachen.

»Der Kongress zahlt für Bomben, die Kinder in Gaza töten«, rief Cohen während des Hearings laut amerikanischen Medienberichten. Zugleich wollten die Gesetzgeber das Krankenversicherungsprogramm »Medicaid« für arme Amerikaner kürzen.

Lesen Sie auch

»Milliarden für Bomben«

»Die Mehrheit der Amerikaner hasst, was hier vor sich geht, was unser Land mit unserem Geld und in unserem Namen tut«, erklärte Ben Cohen, nachdem er wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Israel dürfe nicht mit Milliarden Dollar für Bomben unterstützt werden. Das »Abschlachten von Zehntausenden von Menschen« müsse enden.

Allerdings schlachtet Israel niemanden ab. Vielmehr geht der jüdische Staat gegen die Terrororganisation Hamas in einem dicht besiedelten Gebiet vor. Diese will Israel erklärtermaßen auslöschen, hat weitere Massaker im Stil des 7. Oktobers 2023 bereits angekündigt und hält weiterhin 58 Geiseln, die sie in Israel in ihre Gewalt brachte.

Die israelische Armee warnt Zivilisten vor Angriffen gegen den Terror mit Flugblättern, Telefonanrufen und sogenanntem »Dachklopfen«, bei dem Munition ohne Sprengkopf auf ein Dach gefeuert wird, um Bewohner zu ihrer eigenen Sicherheit zur Flucht zu bewegen. Auch richtet das Militär eigens Fluchtrouten und Sicherheitszonen ein.

Im Jahr 2021 sorgten Cohen und Greenfield dafür, dass ihre »Ben & Jerry’s«-Produkte nicht mehr im Westjordanland angeboten wurden. Dieser Boykott wurde auch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in westlichen Ländern sowie in Israel mit Ärger und Unverständnis quittiert.

Der Boykott gegen Israel und Aussagen Cohens gegen die Unterstützung der Ukraine durch die Vereinigten Staaten führte zudem zu einem Rechtsstreit mit Unilever, dem Eigner von »Ben & Jerry’s«. im

TikTok

Antisemitismus per Algorithmus

Antisemitische Inhalte auf der Social-Media-Plattform treten häufig codiert auf. Reichweitenstarke Beiträge sind oft uneindeutig und werden erst im Kontext als antisemitisch erkannt

 13.05.2026

Meinung

Was Sachsen-Anhalt im Herbst droht

Nach den aktuellen Umfragen ist eine Alleinregierung für die AfD zum Greifen nah. Was das allein für die Erinnerungspolitik bedeuten würde, konnte man zuletzt an der Reaktion der Landespartei auf den 8. Mai beobachten

von Mascha Malburg  13.05.2026

Berlin

Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei »Welt« auf

Vom Herausgeber zum Autor: Der Journalist Ulf Poschardt wechselt seine Position beim Medien-Unternehmen Axel Springer

 13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

London

Sie »fischten« mit Geld nach Juden: Zwei Männer verurteilt

»Fishing for Jews« mit einer Angel, an der ein Geldschein hängt: Im Stadtteil Stamford Hill, in dem viele Charedim wohnen, werden die Verdächtigen von den Shomrim gestellt und später festgenommen

 13.05.2026

Teheran

Weitere Hinrichtung im Iran nach Spionagevorwürfen

Die iranische Justiz hat in den vergangenen Wochen viele Männer exekutieren lassen. Nun wird wieder ein Todesurteil vollstreckt

 13.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  13.05.2026

New York

Jüdische Gruppen planen Demonstration gegen »New York Times«

Die Organisatoren sprechen von »antizionistischen Verleumdungen«, für die das Blatt verantwortlich sei

 13.05.2026

Washington D.C./New York

Bericht: Iran hat weiterhin erhebliche Raketenkapazitäten

Neue Einschätzungen der US-Geheimdienste zeichnen ein deutlich anderes Bild der militärischen Lage Irans, als es die US-Regierung öffentlich vermittelt

 13.05.2026