Berlin

Bekennervideo des mutmaßlichen CSD-Attentäters auf Mobiltelefon entdeckt

Polizeibeamte stehen am Dienstag im Tiergarten am Tatort. Foto: picture alliance/dpa

Die Bundesanwaltschaft hat bestätigt, dass auf dem Mobiltelefon des mutmaßlichen Attentäters vom Berliner Christopher Street Day ein Bekennervideo gefunden wurde. Darin soll sich der 21-jährige Abdul B. zu dem Anschlag bekannt und der Terrororganisation »Islamischer Staat« (IS) die Treue geschworen haben. Dies berichten »Bild« und der »Spiegel«.

Nach Angaben der Ermittler ist in dem auf Arabisch aufgenommenen Video eine vermummte Person zu sehen, bei der es sich mutmaßlich um Abdul B. handelt. In der Aufnahme soll der Mann den Anschlag im Berliner Tiergarten für sich reklamieren und einen Treueeid auf den IS ablegen.

Der 21-jährige Deutsche mit libanesischen Wurzeln soll am Samstagabend mit einem Kleintransporter am Rande des Christopher Street Days gezielt in eine Menschenmenge gefahren sein. Anschließend soll er mehrere Menschen mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Eine 65-jährige Frau aus Polen kam ums Leben. Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner, vom Dienstag wurden 31 weitere Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Dies sind zwei Verletzte mehr, als zuvor berichtet.

Einen Tag nach dem Angriff wurde Abdul B. bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau von Einsatzkräften erschossen.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der Tatverdächtige den Sicherheitsbehörden bereits vor dem Anschlag bekannt. Er soll Kontakte in die islamistische Szene unterhalten haben und im Fokus der Ermittler gestanden haben. Medienberichten zufolge wurde er am Tag der Tat sogar überwacht. Demnach dokumentierte eine verdeckt installierte Kamera des Berliner Landeskriminalamts, wie er seine Wohnung im Stadtteil Tiergarten verließ.

Der Anschlag hat eine erneute Debatte über den Umgang mit islamistischen Gefährdern ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellte die Frage, weshalb ein bereits beobachteter Verdächtiger den Anschlag überhaupt habe verüben können. »Nach meinem Verständnis müssen wir alles tun, um die Bewegungsfreiheit solcher potenziellen Straftäter einzugrenzen, wenn wir sie nicht in Haft nehmen können«, sagte der Kanzler. Auch aus anderen Parteien werden inzwischen Forderungen nach Konsequenzen für die Sicherheits- und Überwachungspraxis laut. im

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kommentar

Die Hinrichtungen gehen weiter

Nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar setzt das Regime die Exekutionen vor den Augen der Welt fort

von Nila Mozafari  30.07.2026

Hannover

Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

Bis Mittwoch mussten Niedersachsens Wahlausschüsse über alle Kandidaturen für die Kommunalwahl entscheiden. Mehrere Politiker der rechtsextremistischen Partei dürfen wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht antreten

 30.07.2026

Berlin

Mitarbeiter und Gäste des Kulturschiffs MS Goldberg antisemitisch beschimpft

Der Mann fuhr mit seinem Boot neben dem Kulturschiff und pöbelte dabei. Später soll er noch Beleidigungen per Email und via Facebook verschickt haben

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Tödliche Ignoranz

Der Attentäter vom Christopher Street Day war Islamist. Doch manchen fällt es schwer, die Hintergründe der Mordtat konkret zu benennen. Sie kennen nur Reflexe

von Ralf Balke  30.07.2026

Berlin

Breites Bündnis fordert Klartext beim Thema Islamismus

Die meisten Muslime in Deutschland lehnten islamistische Ideologien ab. Gerade deshalb müssten sie ihnen »innerhalb der eigenen Gemeinschaft entschlossen entgegenzutreten«, heißt es in einem von 23 Organisationen unterzeichneten Aufruf

 30.07.2026

Interlochen (Michigan)

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Jeffrey Epstein im Umfeld einer US-Kunstschule

Zwei ehemalige Schülerinnen schilderten grenzüberschreitendes sexuelles Verhalten des Finanzinvestors

 30.07.2026

Berlin

Nach CSD-Anschlag: Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt

Nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Days wird die Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt. Die Ereignisse hätten die Lage »drastisch verändert«, so die Veranstalter

 30.07.2026