Meinung

Ballack – der tragische Held

Ein böses Foul hat Michael Ballack gestoppt. Der deutsche Fußballnationalspieler wird nicht an der WM, die in drei Wochen in Südafrika beginnt, teilnehmen können. Es mag vielleicht übertrieben anmuten, aber diese Verletzung macht Michael Ballack zum tragischen Helden. Das zeigt ein Blick in die Fußballgeschichte. 1954, bei der WM in der Schweiz, hatte im Vorrundenspiel Ungarn gegen Deutschland (8:3) Werner Liebrich den Starkicker Ferenc Puskás schwer verletzt. Als ich nun das Foul an Ballack sah, dachte ich sofort: Wie ‹54, Liebrich gegen Puskás! Bewusst kampfunfähig gemacht! Erst im Finale kehrte der Gefoulte ins Team zurück, aber er humpelte mehr, als dass er spielte. Endstand 2:3. Das war für Ungarn schlimm. Und nun, nach über 50 Jahren, passiert einem deutschen Spieler in etwa das, was ein ungarischer Spieler 1954 erleiden musste. Puskás’ Verletzung war tragisch – für die ganze Mannschaft. Michael Ballack hingegen ist ganz allein ein tragischer Held. Denn die deutsche Elf wird trotzdem eine solide WM spielen. Dank vieler anderer guter Spieler.

Der Autor war bis 2002 Landesrabbiner von Württemberg.

Gedenken

Bundespräsident ruft zu Einsatz für die Demokratie auf

Steinmeier äußerte sich zum 80. Jahrestag der Hinrichtung von Mitgliedern der Weißen Rose

 06.02.2023

Internet

Gedenkstätten müssen sich Kampf gegen Desinformation im Netz stellen

Die Relativierung von NS-Verbrechen will Buchenwald-Gedenkstättenleiter Wagner nicht unkommentiert stehen lassen

 06.02.2023

Judenhass

Strobl sieht Antisemitismus »auf den Straßen«

Anfeindungen gegen Juden gehören auch in Baden-Württemberg zum Alltag

 06.02.2023

Istanbul

Islamischer Staat plante Anschläge auf Synagogen

Türkei nimmt nach Warnungen des Geheimdienstes 15 Terroristen fest

 06.02.2023

Wirtschaft

SWR: Siemens unterschrieb Israel-Boykott-Klausel

Konzern dementiert Bericht: Unternehmen seit Jahrzehnten in Israel aktiv und »dort tief verwurzelt«

 04.02.2023 Aktualisiert

Kampf gegen Antisemitismus

»Unglücklich und missverständlich«

Zentralrat kritisiert Kommunikation mit Claudia Roth in Bezug auf geplante Umstrukturierungen ihrer Behörde

 02.02.2023

Bundestag

Felix Klein kritisiert AfD-Antrag auf Schächtverbot scharf

Bundesbeauftragter für jüdisches Leben: »Ein solches Verbot wurde zuletzt 1933 von den Nationalsozialisten beschlossen«

 02.02.2023

Social Media

Twitter vor Gericht

Die Europäische Union Jüdischer Studierender verklagt die Plattform wegen Duldung antisemitischer Beiträge

von Joshua Schultheis  02.02.2023

Nahost

Pragmatisch handeln

Kommt es zu einer Dritten Intifada? Wie Israel jetzt auf die Terrorangriffe reagieren kann

von Richard C. Schneider  02.02.2023