Bergen-Belsen

Bahn-Neubau: KZ-Gedenkstätte mahnt Abstand zu Gedenkort an

Gedenkstein im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen Foto: picture alliance/United Archives

Mit Blick auf Neubaupläne der Deutschen Bahn für die Strecke von Hannover nach Hamburg mahnt die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen genügend Abstand zu einem historischen Erinnerungsort an. Sie sieht durch bisher bekannt gewordene Pläne eine zu große Nähe zur historischen und denkmalgeschützten Verladerampe, an der Zehntausende Kriegsgefangene und Häftlinge des früheren Konzentrationslagers mit Zügen in Bergen-Belsen ankamen. »Es kann nicht sein, dass pragmatische Gründe über die historische und internationale Bedeutung der Verladerampe von Bergen-Belsen gestellt werden«, sagte Gedenkstätten-Leiterin Elke Gryglewski am Dienstag.

Die Bahn hatte im Juni eine Vorzugsvariante für die stark überlastete Strecke vorgestellt. Der Neubau von Hannover nach Hamburg über Bergen erfüllt dabei aus ihrer Sicht die meisten Kriterien. Über das Projekt entscheidet der Bundestag. »Wir vertrauen darauf, dass der Verkehrsausschuss des Bundestags sich der historischen Bedeutung des Ortes bewusst ist und diese bei seiner Entscheidung berücksichtigen wird«, sagte Gryglewski. Auch international gebe es Aufmerksamkeit: Überlebenden-Organisationen beobachteten die Entwicklung bereits.

Bedeutender Erinnerungsort

Die Rampe gebe als einziger Bereich noch einen Eindruck von der historischen Situation in Bergen-Belsen, erklärte die Gedenkstätten-Leiterin. Von dort aus wurden die Häftlinge zu Fuß in das rund sechs Kilometer entfernte Lager getrieben. Mehr als 52.000 KZ-Häftlinge und rund 20.000 Kriegsgefangene kamen in Bergen-Belsen ums Leben.

Sollte die Trasse zu nahe an der Rampe vorbeiführen, befürchtet Gryglewski eine Gefahr für die historische Bausubstanz und die Würde des Ortes. Die Rampe mit dem Nachbau eines historischen Güterwaggons spiele zudem eine große Rolle für die Bildungsarbeit der Gedenkstätte, die somit ebenfalls gefährdet wäre.

Die Bahn sieht in ihren Plänen neben der »technischen Vorzugsvariante« auch die Möglichkeit einer alternativen Streckenführung in der Region vor und verweist dabei auf die historische Bedeutung von Bergen-Belsen. Gryglewski betonte: »Wichtig ist, dass sie auch so beschlossen wird.«

Berlin/Tel Aviv

Constantin Schreiber verlässt Axel Springer

Der frühere »Tagesschau«-Sprecher Constantin Schreiber berichtete seit September 2025 für die Publikationen von Axel Springer aus Tel Aviv. Zum Ende des Jahres verlässt er das Unternehmen

 31.07.2026

New York

NGO fordert Amtsenthebung von Bürgermeister Mamdani

Die Organisation »End Jew Hatred« macht dem New Yorker Bürgermeister in einer Petition schwere Vorwürfe, darunter seine Drohungen gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu

 31.07.2026

Washington D.C./Gaza

Trump verkündet Einigung über nächste Gaza-Phase – Hamas soll Entwaffnung akzeptiert haben

Der amerikanische Präsident sieht einen »gewaltigen Schritt hin zu dauerhaftem Frieden und Sicherheit«

 31.07.2026

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kommentar

Die Hinrichtungen gehen weiter

Nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar setzt das Regime die Exekutionen vor den Augen der Welt fort

von Nila Mozafari  30.07.2026

Hannover

Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

Bis Mittwoch mussten Niedersachsens Wahlausschüsse über alle Kandidaturen für die Kommunalwahl entscheiden. Mehrere Politiker der rechtsextremistischen Partei dürfen wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht antreten

 30.07.2026

Berlin

Mitarbeiter und Gäste des Kulturschiffs MS Goldberg antisemitisch beschimpft

Der Mann fuhr mit seinem Boot neben dem Kulturschiff und pöbelte dabei. Später soll er noch Beleidigungen per Email und via Facebook verschickt haben

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Tödliche Ignoranz

Der Attentäter vom Christopher Street Day war Islamist. Doch manchen fällt es schwer, die Hintergründe der Mordtat konkret zu benennen. Sie kennen nur Reflexe

von Ralf Balke  30.07.2026