Wegen der Leugnung der Schoa hat das Europäische Parlament die Immunität des rechtsextremen polnischen Abgeordneten Grzegorz Braun aufgehoben. Gegen den Chef der Partei Konfederacja Korony Polskiej (KKP), die in den Umfragen aktuell knapp unter 10 Prozent liegt, laufen gleich mehrere Strafverfahren. Unter anderem hatte Braun die Existenz von Gaskammern im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in Zweifel gezogen.
Im Juli 2025 sagte er in einem Radiointerview, dass »Auschwitz mit seinen Gaskammern leider eine Fälschung ist«. Einige Tage später bekräftigte er, dass er die »Hypothese der Existenz« der Gaskammern für »dürftig und nicht auf verifizierten Fakten beruhend« halte, die »im Laufe der Jahre immer weniger überzeugend geworden ist«.
Es ist nicht das erste Mal, dass Braun mit antisemitischen Aktionen und Aussagen auf sich machte. Im Dezember 2023 – damals noch Abgeordneter im polnischen Sejm – störte Braun im Parlamentsgebäude in Warschau eine Chanukkafeier. Er schnappte sich einen Feuerlöscher und löschte damit die aufgestellte Chanukkia. Anschließend sprühte er auch noch eine Frau an.
Ein weiteres Strafverfahren wegen Verleumdung geht auf Brauns Behauptung während einer im TV-Debatte zur Präsidentschaftswahl im April letzten Jahres zurück. Damals behauptete er, dass die gelben Papiernarzissen, die jedes Jahr in Warschau zum Jahrestag des Aufstands im jüdischen Ghetto 1943 verteilt werden, »Symbole der Schande« seien, und warnte vor einer »Judaisierung« Polens.
Im vergangenen November störte Braun eine Zeremonie in Auschwitz und rief: »Juden wollen in Polen Übermenschen sein, die Anspruch auf eine bessere Stellung haben, und die polnische Polizei tanzt nach ihrer Pfeife.« Er behauptete außerdem: »Polen ist für die Polen. Andere Nationen haben ihre eigenen Länder, einschließlich der Juden.«
Auch gegen Homosexuelle wettert der Politiker regelmäßig und forderte bereits, man müsse Homosexualität unter Strafe zu stellen. Im Falle einer Verurteilung droht Braun eine mehrjährige Haftstrafe.
Seiner Beliebtheit scheinen die jüngsten Verfahren aber nicht zu schaden. Bei der Präsidentschaftswahl kam Braun im ersten Wahlgang auf mehr als 6 Prozent der abgegebenen Stimmen. mth