Meinung

Auf die heilige Tour

Israel ist klein wie ein Mäuschen, doch seine Regierung benimmt sich immer häufiger wie ein Elefant. Der stampft schon wieder durch den Porzellanladen. Benjamin Netanjahus Ministerrunde hat am Sonntag zwei Kulturstätten im Westjordanland zum Nationalerbe erklärt: die Patriarchengräber in Hebron und Rachels Grab bei Bethlehem. Beide sollen auf eine Liste von rund 150 Stätten gesetzt werden. Für ihren Erhalt will Israels Regierung einen Haushaltsposten einrichten. Kultur vor dem Verfall zu bewahren, ist löblich. Umso mehr, wenn sie die nationale Identität fördern. Doch beide Orte liegen in den besetzten Gebieten. Sie derart undiplomatisch Israels Nationalerbe zuzuschlagen, hätte selbst ein friedlicher Nachbar als Affront empfunden. Um wie viel mehr tun es die Palästinenser, die nun tatsächlich regelrecht ausrasten. Wenn es Netanjahu wirklich nur um den Erhalt der Stätten ginge, hätte er einen leiseren Weg finden können, denn er weiß genau, wie viel Zündstoff heilige Orte im Nahen Osten enthalten. Die Entscheidung, sagt der Premier, sei auf Drängen der ultraorthodoxen Schas-Partei gefallen. Politische Stärke sieht anders aus.

Teheran

Irans Außenminister behauptet, Israel wolle USA in Krieg ziehen

Irans Außenminister wirft Israel vor, die USA in einen Krieg zu locken. Was steckt hinter seinen Worten?

 14.01.2026

Kairo

Hamas-Gespräche über zweite Phase im Friedensplan für Gaza

Die Terrororganisation schickt eine Delegation nach Ägypten, um über die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens mit Israel zu verhandeln

 14.01.2026

Brüssel

Umgang mit Irans Revolutionsgarden spaltet EU

Die Bundesregierung wirbt in der EU für eine Terror-Listung der iranischen Revolutionsgarden. Eine Sitzung in Brüssel sorgt aber eher für Ernüchterung

 14.01.2026

Hessen

Brandanschlag auf Gießener Synagoge: Was bislang bekannt ist

Ein 32-jähriger Mann hat am Dienstag vor der Beith-Jaakov-Synagoge einen Papiercontainer in Brand gesetzt und den Hitlergruß gezeigt. Die Jüdische Gemeinde zu Gießen vermutet einen antisemitischen Hintergrund

von Michael Thaidigsmann  14.01.2026

Thüringen

Juden fordern klare Haltung zu Iran-Protesten

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde in Thüringen, Reinhard Schramm, zeigt sich solidarisch mit den Demonstranten im Iran und wirbt für deren Unterstützung

 14.01.2026

Teheran

Irans Führung mobilisiert Anhänger für Trauerzüge

Im Iran kehrt nach den Massenprotesten wieder mehr Ruhe ein. Die politische Führung mobilisiert Anhänger für Trauerzeremonien für getötete Sicherheitskräfte

 14.01.2026

Frankreich

Macron empört über Schulbuch-Formulierung zum 7. Oktober

Eine Publikation des renommierten Verlags Hachette sorgt in Frankreich für Wirbel. Jetzt hat sich auch der französische Staatspräsident in die Debatte eingeschaltet

 14.01.2026

Berlin

Demonstranten entfernen Flagge der iranischen Botschaft

Seit Ende Dezember gibt es anhaltende Proteste im Iran. Menschenrechtsorganisationen berichten von Tausenden Toten. In Berlin drangen Personen auf das Gebiet der Botschaft ein

 14.01.2026

Berlin

Grüne Woche: Welche Rolle spielte die Messe im Nationalsozialismus?

Die Landwirtschaftsmesse hat sich in den 100 Jahren ihres Bestehens verändert. Wie sie zu ihrem Namen kam und welche Rolle sie in Nazi-Deutschland spielte

von Matthias Arnold  14.01.2026