Meinung

Auf die heilige Tour

Israel ist klein wie ein Mäuschen, doch seine Regierung benimmt sich immer häufiger wie ein Elefant. Der stampft schon wieder durch den Porzellanladen. Benjamin Netanjahus Ministerrunde hat am Sonntag zwei Kulturstätten im Westjordanland zum Nationalerbe erklärt: die Patriarchengräber in Hebron und Rachels Grab bei Bethlehem. Beide sollen auf eine Liste von rund 150 Stätten gesetzt werden. Für ihren Erhalt will Israels Regierung einen Haushaltsposten einrichten. Kultur vor dem Verfall zu bewahren, ist löblich. Umso mehr, wenn sie die nationale Identität fördern. Doch beide Orte liegen in den besetzten Gebieten. Sie derart undiplomatisch Israels Nationalerbe zuzuschlagen, hätte selbst ein friedlicher Nachbar als Affront empfunden. Um wie viel mehr tun es die Palästinenser, die nun tatsächlich regelrecht ausrasten. Wenn es Netanjahu wirklich nur um den Erhalt der Stätten ginge, hätte er einen leiseren Weg finden können, denn er weiß genau, wie viel Zündstoff heilige Orte im Nahen Osten enthalten. Die Entscheidung, sagt der Premier, sei auf Drängen der ultraorthodoxen Schas-Partei gefallen. Politische Stärke sieht anders aus.

Spanische Nordafrika-Exklave

Wie kam es zur Ceuta-Krise?

Die Ereignisse in Ceuta werfen viele Fragen auf: Duldeten marokkanische Sicherheitskräfte den Ansturm? Welche Motive könnte es gegeben haben? Und wer profitierte von den chaotischen Szenen?

 03.08.2026

Schifffahrt

Iran und Oman planen Rundkurs in Straße von Hormus

Als Folge des Konflikts mit den USA verhandelt Teheran mit Maskat über neue Fahrrinnen im Nadelöhr des internationalen Gas- und Ölhandels. Im Gespräch ist ein neues Routenmodell

 03.08.2026

Montréal

Verdacht auf Brandanschlag: Koscheres Restaurant zerstört

Die Behörden untersuchen den Vorfall als möglichen Brandanschlag. War auch diese Tat antisemitisch motiviert?

 03.08.2026

Studie

Spaniens Migrationskrise wird online mit antisemitischen Verschwörungsmythen verknüpft

Innerhalb von zwei Tagen erreichten Beiträge, die Israel für den Flüchtlingssturm auf Ceuta verantwortlich machen, beinahe 60 Millionen Nutzer

 03.08.2026

Nahost

Trump kündigt neue Gespräche mit Iran an – Verhandlungen sollen heute beginnen

»Eine Vereinbarung steht unmittelbar bevor«, erklärt der amerikanische Präsident. Israel, das an dem zunächst geplanten Angriff auf den Iran mitwirken sollte, erfuhr von dessen Absage in sozialen Medien

 03.08.2026

Interview

»Putin ist in der Sackgasse«

Lettlands Ex-Präsident Egils Levits über Russlands Krieg, einen EU-Beitritt der Ukraine und die Debatte über die Religionsfreiheit

von Michael Thaidigsmann  02.08.2026

New York/Madrid

»Warum unterhält Spanien noch immer koloniale Enklaven in Afrika?«

Israels UNO-Botschafter Danny Danon: »Vielleicht sollte Spanien, bevor es uns weiter belehrt, der Welt etwas erklären«

 02.08.2026

Kommentar

Sánchez’ alter, antisemitischer Trick

Wer trägt die Verantwortung für die jüngste Katastrophe in Ceuta? Ausnahmsweise wohl nicht »die Zionisten«

von Rafael Seligmann  02.08.2026

Auschwitz-Birkenau

Romani Rose: Gewalt gegen Sinti und Roma nimmt zu

Zum europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma warnt der Vorsitzende deren Dachorganisation, Mitglieder der Minderheit seien wieder mehr Anfeindung ausgesetzt

 02.08.2026