Meinung

Auf die heilige Tour

Israel ist klein wie ein Mäuschen, doch seine Regierung benimmt sich immer häufiger wie ein Elefant. Der stampft schon wieder durch den Porzellanladen. Benjamin Netanjahus Ministerrunde hat am Sonntag zwei Kulturstätten im Westjordanland zum Nationalerbe erklärt: die Patriarchengräber in Hebron und Rachels Grab bei Bethlehem. Beide sollen auf eine Liste von rund 150 Stätten gesetzt werden. Für ihren Erhalt will Israels Regierung einen Haushaltsposten einrichten. Kultur vor dem Verfall zu bewahren, ist löblich. Umso mehr, wenn sie die nationale Identität fördern. Doch beide Orte liegen in den besetzten Gebieten. Sie derart undiplomatisch Israels Nationalerbe zuzuschlagen, hätte selbst ein friedlicher Nachbar als Affront empfunden. Um wie viel mehr tun es die Palästinenser, die nun tatsächlich regelrecht ausrasten. Wenn es Netanjahu wirklich nur um den Erhalt der Stätten ginge, hätte er einen leiseren Weg finden können, denn er weiß genau, wie viel Zündstoff heilige Orte im Nahen Osten enthalten. Die Entscheidung, sagt der Premier, sei auf Drängen der ultraorthodoxen Schas-Partei gefallen. Politische Stärke sieht anders aus.

Iran

Mullah-Regime richtet zwei Demonstranten hin

Die Männer hatten Anfang des Jahres an den blutig niedergeschlagenen Protesten teilgenommen

 03.11.2026

Midterm-Wahlen

Wird US-Präsident Trump zur lahmen Ente?

Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: Heute wählt Amerika einen neuen Kongress. Sollten die Demokraten gewinnen, könnte Trump nur noch per Dekret regieren

 03.11.2026

Iran-Krieg

US-Armee greift Insel Gheschm an

Vor den Kongress-Wahlen am Dienstag haben US-Kampfflugzeuge eine Stellung der Revolutionsgarden attackiert

 03.11.2026

Staatsangehörigkeit

170.000 Anträge von NS-Verfolgten und Nachfahren auf Einbürgerung

Immer mehr Menschen beantragen die deutsche Staatsbürgerschaft über die sogenannte Wiedergutmachungs-Einbürgerung - fast die Hälfte der Anträge kommen aus Israel

 03.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 02.11.2026

Berlin

SPD nominiert Michel Friedman für Bundesversammlung

Der Publizist darf damit über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abstimmen

 02.11.2026

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026