Bayern

Anschlag auf Synagoge: Bayerische Polizei verhaftet Verdächtigen

t Foto: picture alliance / Fotostand

Nach einem Anschlag auf die Synagoge von Ermreuth im bayerischen Landkreis Forchheim haben Polizeibeamte einen 21-Jährigen in einem Nachbarort festgenommen. In Kooperation mit der Staatsanwaltschaft Bamberg veröffentlichte das Polizeipräsidium Oberfranken soeben eine Erklärung, in der es hieß, die Verhaftung sei bereits am 5. Januar erfolgt.

Wie mitgeteilt wurde, stellte die Staatsanwaltschaft Bamberg Antrag auf Erlass eines Haftbefehls wegen versuchter schwerer Brandstiftung und »gemeinschädlicher Sachbeschädigung«. Am Freitag sei der Tatverdächtige einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Bamberg vorgeführt worden.

Dieser lehnte den Erlass eines Haftbefehls allerdings wegen fehlender Fluchtgefahr ab. Der Verdächtige wurde daraufhin auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft Bamberg legte Beschwerde gegen die Entscheidung ein.

»Angesichts der Tatumstände und nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um eine antisemitisch motivierte Straftat mit einem rechtsextremistischen Hintergrund«, hieß es. Aus diesem Grund wurde das Ermittlungsverfahren heute von der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München übernommen.

Geführt wird es von Oberstaatsanwalt Andreas Franck, dem Zentralen Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Justiz.

Zeugenaussagen und Aufzeichnungen einer Videokamera führten die Polizei zum mutmaßlichen Täter. Ihm wird vorgeworfen, in der Silvesternacht ein Fenster der Synagoge von Ermreuth eingeschlagen zu haben. Anschließend soll er versucht haben, einen Feuerwerkskörper in das jüdische Gotteshaus zu werfen, um dort Feuer zu legen.

Interview

»Wir haben keine Wahl«

Suaad Onniselkä über den Dialog zwischen Juden und Muslimen, Desinformation und die nächste Generation

von Michael Thaidigsmann  17.02.2026

Ehrung

Preis für Stärkung des jüdischen Lebens an Elke Büdenbender

Bundespräsidenten-Gattin Elke Büdenbender wird mit einem Preis für ihren Einsatz zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland ausgezeichnet

 17.02.2026

Thüringen

Landesgemeinde dringt auf Ehrung von Klaus Trostorff

Klaus Trostorff war Buchenwald-Häftling und leitete später die Mahn- und Gedenkstätte der DDR. Die Jüdische Landesgemeinde will ihm in Erfurt eine Straße widmen

 17.02.2026

Atomabkommen

Iran dämpft Erwartungen an Deal

Washington und Teheran haben ihre Verhandlungen zunächst beendet. Der Iran berichtet von einer Einigung auf »eine Reihe von leitenden Prinzipien«. Ist ein Abkommen greifbar?

 17.02.2026

Julia Klöckner

»Man muss sich ein eigenes Bild machen«

Die Bundestagspräsidentin war vergangene Woche in Israel. Im Interview spricht sie über ihre Eindrücke von der Reise und die Kritik an ihrem Besuch in Gaza

von Philipp Peyman Engel, Joshua Schultheis  17.02.2026

Suhl

Simson: Nachfahren der Gründerfamilie wehren sich gegen AfD

Die Schwalbe oder die S51 aus DDR-Produktion sind Liebhaberstücke - und inzwischen ein Politikum, das nicht nur Björn Höcke zu nutzen weiß. Nun kommt deutlicher Widerspruch

 17.02.2026

Brüssel

Streit um Beschneider: US-Botschafter nennt Belgien »antisemitisch«

In mehreren X-Posts griff Bill White die belgische Regierung scharf an, die wiederum sich die Einmischung verbat. Hintergrund ist ein Strafverfahren gegen drei Mohels in Antwerpen

von Michael Thaidigsmann  17.02.2026

Nahost

Iran feuert Raketen auf Straße von Hormus ab

Teile der strategisch wichtigen Meerenge wurden laut iranischen Staatsmedien »aus Sicherheitsgründen« zeitweise gesperrt

 17.02.2026

Tel Aviv

Lindsey Graham fordert konsequente Unterstützung für Iran-Proteste

Der republikanische Senator spricht sich außerdem für ein konsequentes Vorgehen in Gaza aus: »Ich glaube nicht, dass die Hamas jemals abrüsten wird, solange man sie nicht dazu zwingt.«

 17.02.2026