Meinung

Amerikas Rechte

Wenn ein Irrer in eine Menschenmenge schießt, was auch in Amerika manchmal vorkommt, dann gehört es zu den Gepflogenheiten der europäischen Medien, dass sie sofort das Second Amendment infrage stellen. Es sichert jedem US-Bürger das Recht, garantiert dutzendweise Knarren in seinem Nachttisch aufbewahren zu dürfen. Nun aber, nachdem ein gewisser Jared Lee Loughner 20 Leute abgeknallt hat – unter ihnen die jüdische Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords – zieht Europas Presse gleich das First Amendment in Zweifel. Dieser Verfassungszusatz macht es dem Staat in Amerika unmöglich, die Redefreiheit einzuschränken. Jeder darf also nach Herzenslust hetzen, lügen und rhetorisches Gift verspritzen. Dieses Recht gilt für Christen und Muslime, für Zionisten und Antizionisten, für Rechte und Linke. Es gilt auch für Angehörige des Tea-Party-Movement, also jener anarchokonservativen Bürgerbewegung, die von der linksliberalen Regierung Obama gründlich die Nase voll hat. Indes: Es gibt keinen Hinweis, dass der irre Mr. Loughner mit dem Tea-Party-Movement und ihrer Galionsfigur Sarah Palin sympathisiert hat. Er scheint in seinem Hinterhof vielmehr Satan angebetet zu haben. Aber selbst diese Kulthandlung ist durch das First Amendment geschützt.

Hintergrund

Wenn Juden- und Israelfeindlichkeit Extremisten aller Couleur vereint

Der Verfassungsschutzbericht 2025 verdeutlicht einmal mehr: Antisemitismus und Antizionismus sind der Bindekitt zwischen ansonsten inkompatiblen extremistischen Strömungen

von Michael Thaidigsmann  01.07.2026

Meinung

Warum Hessens Vorstoß mit der Meinungsfreiheit vereinbar ist

Die Landesregierung will die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe stellen. Mit einer veränderten Begründung und anderen leichten Modifikationen wäre der umstrittene Entwurf grundgesetzkonform

von Fiete Kalscheuer  01.07.2026

Extremismus-Bericht

Auschwitz Komitee macht AfD für gestiegenen Rechtsextremismus verantwortlich

Die Zahl der Extremisten in Deutschland ist nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz weiter gestiegen. Dafür macht das Komitee vor allem die AfD verantwortlich

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Interview

»Es fehlte am fußballerischen Können, nicht am Glück«

Sportreporter-Legende Marcel Reif über das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klopp und die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportlerinnen und Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026

Berufung

Hamburg hat wieder eine Beauftragte gegen Antisemitismus

Nach Monaten der Vakanz ist das Amt wieder besetzt: Anna von Villiez wird Hamburgs neue Beauftragte gegen Antisemitismus. Ein Rechtsstreit hatte die Auswahl verzögert

von Michael Althaus  30.06.2026

Kommentar

Für Islamisten existiert kein Kindeswohl

In glühender Hitze wurden Kinder von Islamisten gefesselt durch Berlin geführt. Dass so etwas mitten in der Hauptstadt geschehen kann, ist die Folge einer fehlgeleiteten Migrationspolitik

 30.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 30.06.2026