Berlin

Ahmad Mansour: Müssen schneller sein als Islamisten

Ahmad Mansour Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen

Insbesondere junge Menschen in Deutschland brauchen aus Sicht des Psychologen und Islamismus-Experten Ahmad Mansour mehr staatlichen Schutz vor Radikalisierung. »Wir brauchen Präventionsarbeit, wir müssen schneller sein als die Islamisten und um jede Seele dieser jungen Menschen kämpfen, bevor sie sich radikalisieren«, sagte Mansour am Dienstag im ARD-Morgenmagazin.

Alles, was noch im rechtlichen Rahmen vor einer Radikalisierung getan werden könne, müsse ausgeschöpft werden. Eine spätere Deradikalisierung sei ressourcenintensiver, dauere länger und habe weniger Erfolgsaussichten.

Die Radikalisierung kann aus Sicht des Experten unterschiedliche Gründe haben, hängt jedoch oft mit Lebenskrisen zusammen, in denen nach Antworten und Hilfe gesucht wird. »Islamisten genau wie Rechtsextremisten bieten diese einfachen Lösungen. Sie bieten Orientierung, Halt, Zugehörigkeit zu einer Elite.«

Lesen Sie auch

Mansour äußerte sich nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day am Samstag. In diesem Fall sieht der Experte auch ein Versagen der Sicherheitskräfte. Während es bei den Anschlägen in Solingen, München oder Mannheim Einzeltäter gewesen seien, die sich weitestgehend unbemerkt online radikalisiert hätten, sei der Täter in Berlin »sichtbar radikal« gewesen. »Eingestufte Gefährder dürfen kein Auto mieten und dürfen sich nicht frei bewegen.«

Der Psychologe kritisiert, dass bislang noch ein gesamtgesellschaftliches Konzept fehle, um Menschen vor der Radikalisierung zu schützen. Unmittelbar nach Anschlägen gebe es immer viele Forderungen aus Gesellschaft und Politik, »doch zwei, drei Monate danach passiert nichts«.

Eine Präventivhaft für Gefährder, wie sie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach dem Anschlag gefordert hatte, hält Mansour hingegen nicht für zielführend. »Repressionen alleine werden nicht helfen.« kna/ja

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  13.09.2026

Offener Brief

Javier Bardem und ich

Ich habe dich als neugierig, warmherzig, offen für den Menschen vor dir kennengelernt. Wenn du über Israel sprichst, erkenne ich dich nicht wieder - und sehe nur noch blindwütigen Hass

 13.09.2026

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  13.09.2026 Aktualisiert

Deutschland

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Die Gewaltandrohung steht in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD. Knobloch sagt aus Sicherheitsgründen Veranstaltung ab

 11.09.2026

Berlin

Juden im Visier? Mutmaßliche Hamas-Leute in Berlin angeklagt

Sturmgewehr, Pistolen, Munition: Mutmaßliche Mitglieder der Hamas sollen von Deutschland aus Waffen für Anschläge der Terrorvereinigung besorgt haben. Die Bundesanwaltschaft zieht erneut vor Gericht

 11.09.2026 Aktualisiert

Meinung

Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

In Sachsen-Anhalt könnte es zu einer Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW, die potenziell gravierende Folgen hat für die jüdische Gemeinschaft

von Igor Matviyets  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Hamburg

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt könnte die Partei an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein Verbot zu prüfen

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026