Moringen

AfD-Kreisverband will Parteitag neben KZ-Gedenkstätte abhalten

Eine Gedenktafel ist in Moringen (Niedersachsen) an der KZ-Gedenkstätte zu sehen. Foto: picture alliance / Holger Hollemann/dpa

Mit einer Demonstration und einem Straßenfest wollen zahlreiche Initiativen aus Südniedersachsen gegen einen Parteitag des AfD-Kreisverbandes Northeim in unmittelbarer Nachbarschaft der KZ-Gedenkstätte Moringen protestieren. Die Versammlung der AfD solle am 19. Juni in der Moringer Stadthalle stattfinden, sagte der Vorsitzende des Vereins »Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen«, Stefan von Huene, am Montag: »Zehn Meter vom ehemaligen KZ-Gelände und 30 Meter von der Gedenkstätte entfernt.«

In Moringen hatten die Nationalsozialisten ab 1933 nacheinander Konzentrationslager für Frauen, Männer und männliche Jugendliche eingerichtet. »Wir wollen nicht akzeptieren, dass eine gesichert rechtsextreme Partei durch ihre Veranstaltung die Würde der NS-Opfer verletzt«, erklärte Huene. »Würde die AfD so etwa an der Gedenkstätte Buchenwald agieren, wäre das ein bundesweiter Skandal.«

Die Stadt Moringen und die AfD bestätigten Ort und Zeitpunkt für den Parteitag zunächst nicht. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung wies auf Anfrage aber darauf hin, dass zugelassene Parteien die Stadthalle grundsätzlich mieten könnten.

AfD-Kreisverband unterhält enge Kontakte zu Björn Höcke

Das am 19. Juni geplante Straßenfest werde unter anderem von mehreren Bündnissen gegen rechts, der evangelischen Moringer Kirchengemeinde und dem DGB unterstützt, sagte Huene. Die Organisatoren des Festes rechneten mit etwa 1.000 Teilnehmern. Die Demonstration gegen den AfD-Kreisparteitag werde von den »Omas gegen Rechts« angemeldet.

Der AfD-Kreisverband Northeim gilt als extrem rechts und unterhält enge Kontakte zum Thüringer Landeschef Björn Höcke. Beim Neujahrsempfang im Januar 2024 hatte der Kreisverband Höcke mit dem »Graf-Otto-Preis« ausgezeichnet. Der Preis bezieht sich auf Graf Otto von Northeim, der es im 11. Jahrhundert bis zum bayrischen Herzog brachte. epd

Debatte

Danger Dan und Igor Levit: So reagiert »Die Anstalt« in ihrer Sendung auf die Absage des ZDF

In seiner Jubiläumssendung geht es ausführlich auf den Streit ein

 19.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  19.07.2026 Aktualisiert

NRW

Minister sieht bei Danger Dan-Song Nähe zu Extremisten

Der Rapper Danger Dan darf einen neuen Song nicht in der Satiresendung »Die Anstalt« präsentieren. Nun meldet sich der NRW-Medienminister zu Wort, der auch im ZDF-Fernsehrat sitzt

 18.07.2026

Kommentar

Absage an Danger Dan und Igor Levit: Das ZDF hat absolut richtig gehandelt

Nicht alles, was nicht justiziabel ist, muss auch gesendet werden. Schon gar nicht unverhohlene Aufrufe zur linksextremen Gewalt und Verherrlichung der »Hammerbande«-Terroristen

von Philipp Peyman Engel  18.07.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum ich mit der SPD fertig bin

Eine späte Einsicht ist besser als gar keine, oder?

von Imanuel Marcus  18.07.2026

Rechtsterrorismus

NSU-Unterstützerin Susann E. zu zwei Jahren Haft verurteilt

Im Prozess gegen Susann E. in Dresden ist das Urteil gesprochen. Weil sie der NSU-Terroristin Beate Zschäpe mit ihrem Ausweis und ihrer Krankenkassenkarte aushalf, wurde sie verurteilt. In Haft muss sich nicht.

 17.07.2026

Frankfurt am Main

»Widerstand ist Völkerrecht«-Demo darf stattfinden

Laut Staatsanwaltschaft liegt trotz des Demo-Mottos »Palästina darf sich wehren, auch mit Steinen und mit Gewehren« keine Volksverhetzung vor

 17.07.2026

Mainz

»Mutlos«: »Anstalt« reagiert auf Ausladung von Danger Dan

Die Macher der Satiresendung kritisieren die Entscheidung des ZDF deutlich. Auch der Musiker selbst meldet sich nochmal zu Wort - es geht auch um das Thema Gewalt

 17.07.2026

Berlin

SPD-Arbeitskreis fordert Ende deutscher Blockade gegen EU-Kurs zu Israel

»Es ist nicht glaubwürdig, wenn deutsche Waffen dazu dienen, die humanitäre Katastrophe zu verlängern«, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner

 17.07.2026