Düsseldorf

AfD-Jugend NRW ist rechtsextremistischer Verdachtsfall

Foto: picture alliance / SvenSimon

Die neu gegründete AfD-Jugendorganisation in Nordrhein-Westfalen ist vom NRW-Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft worden. Das teilte das Landesinnenministerium mit. Im Kern handele es sich beim NRW-Verband der Generation Deutschland (GD NRW) um die Vorgängerorganisation - nur mit neuem Namen, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU). Zuvor hatte der WDR berichtet. 

Es bestünden »gewichtige Anhaltspunkte« dafür, dass es sich bei der Generation Deutschland NRW de facto um eine Fortführung des Personenzusammenschlusses Junge Alternative NRW (JA NRW) handele, der sich im März 2025 formell aufgelöst hatte. Auch die Junge Alternative NRW war vom Landesverfassungsschutz 2023 als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft worden. 

Die im Januar gegründete Generation Deutschland NRW folge nach Bekundungen von Führungspersonen der Agenda der früheren Jungen Alternative NRW, so das Innenministerium. »Darüber hinaus gibt es ein hohes Maß an personeller Kontinuität in den Führungspositionen der JA NRW und der GD NRW.«

»Völkisch-ethnisches Volksverständnis«

»Wer glaubt, mit der Generation Deutschland hätte sich was geändert, täuscht sich«, sagte Reul. »Unsere Sicherheitsbehörden wissen sehr genau, mit wem sie es zu tun haben, und lassen sich durch ein neues Label nicht vom Inhalt ablenken.«

Laut dem NRW-Verfassungsschutzgesetz besteht bei Vorliegen von tatsächlichen Anhaltspunkten für den Verdacht auf verfassungsfeindliche Bestrebungen die gesetzliche Pflicht zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Diese Voraussetzungen seien wie bei der Vorgängerorganisation auch bei der Generation Deutschland NRW gegeben.

Die Einstufung der Junge Alternative als rechtsextremistischer Verdachtsfall hatte der NRW-Verfassungsschutz seinerzeit damit begründet, dass der Landesverband ideologisch auf einen Kurs eingeschwenkt sei, der durch ein »völkisch-ethnisches Volksverständnis und Fremdenfeindlichkeit« geprägt gewesen sei. Insbesondere sei es darum gegangen, Menschen mit Migrationsbiografie und Muslime auszugrenzen und verächtlich zu machen. 

Keine eigene Einstufung

Die Junge Alternative hatte sich im Frühjahr 2025 bundesweit aufgelöst, die Nachfolgeorganisation Generation Deutschland ist sehr viel enger an die AfD angebunden.

Die Junge Alternative war ein eigenständiger Verein. Das gilt nicht für die Generation Deutschland. Weil die Parteijugend nun Teil der Partei ist - nur AfD-Mitglieder können in der GD sein - gibt es vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) keine eigene Einstufung der Nachwuchsorganisation mehr. Sie wird somit als Teil der Gesamtpartei vom BfV als rechtsextremistischer Verdachtsfall bearbeitet.

In Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden die jeweiligen AfD-Landesverbände als rechtsextremistisch eingestuft. Dies gilt auch für die Gesamtpartei auf Bundesebene. In letzterem Fall wurde die Einstufung aber ausgesetzt, bis der Fall auch gerichtlich geklärt ist. dpa/ja

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Justiz

Schweizer Comedian Hamza Raya wegen Rassismus angezeigt

Ein muslimischer Comedian und ein jüdischer Gastronom loten die Grenzen der Satire aus. Nun droht dem einen von beiden eine juristische Auseinandersetzung

von Nicole Dreyfus  15.07.2026

Magdeburg

AfD-Veranstaltung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Steimle

Ein Auftritt des Kabarettisten Uwe Steimle auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Zudem gab es Kritik wegen des Singens der DDR-Nationalhymne

 15.07.2026

Kalenderblatt

Der Marschall war vieles, aber kein Judenretter: Philippe Pétain taugt auch 75 Jahre nach seinem Tod für einen Skandal

Marschall Pétain, Verdun, Vichy-Regime - war da was? Über einen Mann, der im Nachbarland Frankreich vom Helden zum Verfemten wurde und über das Schicksal von Tausenden Juden im Zweiten Weltkrieg mitbestimmte

von Joachim Heinz  15.07.2026

Wahlen

Friedrich Merz: Werde alles tun, damit AfD nicht in Verantwortung kommt

Viele sorgen sich vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vor möglichen Wahlsiegen der AfD. Kanzler Merz hingegen gibt sich zuversichtlich, dass das zu verhindern sei

 15.07.2026

Meinung

Die Fußball-WM war ein voller Erfolg

Schon jetzt steht fest, dass die Weltmeisterschaft 2026 unvergesslich bleiben wird. Zumindest, wenn man die Kriterien des Fußballphilosophen Nick Hornby zugrunde legt

von Elke Wittich  15.07.2026

Kommentar

Sichere Hochschule auch für Jüdinnen und Juden!

Sicherheit ist zentral, aber auch Respekt vor Arbeitsruhegeboten. Wer Prüfungen auf hohe jüdische Feiertage legt, verlangt von Juden, für ihre Religionsausübung Nachteile beim Studienfortschritt in Kauf zu nehmen

von Volker Beck  15.07.2026

Iran

Propagandaplakat in Teheran zeigt Trump im Sarg

Auf dem Plakat wird Vergeltung gefordert. Doch viele Iranerinnen und Iraner stehen den Racheaufrufen kritisch gegenüber

 15.07.2026

Chemnitz

Neonazi Liebich nach Deutschland gebracht

Schon Ende August 2025 sollte er die Haft antreten, floh jedoch stattdessen. Einige Monate später wurde der Neonazi gefasst, nun ist er wieder in Deutschland. Wo kommt Liebich nun hinter Gitter?

 15.07.2026