Solidarität

50.000 New Yorker nehmen an Israel-Parade teil

Teilnehmerinnen der Parade auf der Fifth Avenue Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Tausende Menschen haben am Sonntag in Manhattan an der traditionellen Israel-Parade teilgenommen. Zu den Teilnehmern gehörten zahlreiche Politiker und Amtsträger, darunter die Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathy Hochul, Polizeichefin Jessica Tisch sowie die früheren Bürgermeister Michael Bloomberg und Eric Adams. Für Diskussionen sorgte dagegen die Abwesenheit des amtierenden Bürgermeisters Zohran Mamdani. Lokale Medien berichteten.

Die Veranstaltung auf der Fifth Avenue, an der demnach 50.000 Menschen teilnahmen, gilt seit Jahrzehnten als eines der wichtigsten öffentlichen Bekenntnisse der Stadt zur Solidarität mit Israel und der jüdischen Gemeinschaft New Yorks. Beobachter werteten das Fernbleiben Mamdanis als ungewöhnlichen Schritt. Medienberichten zufolge ist es das erste Mal seit der Einführung der Parade im Jahr 1964, dass ein amtierender Bürgermeister nicht teilnimmt.

Während Bloomberg und Adams gemeinsam mit weiteren Politikern durch Manhattan zogen, verbrachte Mamdani den Tag nach Angaben der mit Medienauftritten und einer Fahrradtour durch die Stadt. Fotos zeigten ihn dabei in Anzug und Lederschuhen auf dem Fahrrad. Besonders kritisiert wurde, dass er dabei keinen Helm trug, obwohl seine eigene Stadtverwaltung regelmäßig für das Tragen von Fahrradhelmen wirbt.

Gute Stimmung herrschte bei der Israel-Parade, an der Tausende New Yorker teilnahmen.Foto: picture alliance / NDZ/STAR MAX/IPx
Teilnahme mit Stolz

Der frühere Bürgermeister Eric Adams nutzte seine Teilnahme an der Parade für einen Seitenhieb gegen seinen Nachfolger. In einem auf X veröffentlichten Video sagte er: »In einer Zeit, in der der Antisemitismus in unserem ganzen Land zunimmt und jüdische New Yorker in einem beispiellosen Ausmaß mit Hass, Einschüchterung und Angriffen konfrontiert sind, kann man sich Schweigen nicht leisten.«

Auch unter den Teilnehmern der Veranstaltung gab es kritische Stimmen. Mehrere Besucher erklärten gegenüber der Zeitung, sie hätten Mamdani ohnehin nicht bei der Parade sehen wollen.

Polizeichefin Jessica Tisch, die gemeinsam mit Bloomberg an der Veranstaltung teilnahm, hatte bereits in der vergangenen Woche ihre Teilnahme verteidigt. »Es ist die Entscheidung des Bürgermeisters, nicht mitzumarschieren, und es ist meine Entscheidung, mit Stolz mitzumarschieren«, sagte sie damals.

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Muslimische Gruppe vertreten

Mamdani, der Muslim ist und seit Jahren zu den schärferen Kritikern der israelischen Regierung gehört, hatte seine Absage bereits Monate zuvor angekündigt. Gegenüber der Jewish Telegraphic Agency erklärte er: »Auch wenn ich nicht an der Israel-Parade teilnehmen werde, sollte meine Abwesenheit nicht als Weigerung verstanden werden, für Sicherheit zu sorgen oder die notwendigen Genehmigungen für ihre sichere Durchführung zu erteilen.«

Zugleich betonte er: »Ich habe sehr deutlich gemacht: Ich glaube an gleiche Rechte für alle Menschen – überall. Dieses Prinzip leitet mich konsequent.« Allerdings unterstützt der Bürgermeister seit Jahren die antisemitische BDS-Bewegung, die zu Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsmaßnahmen gegen Israel aufruft. Seine Haltung hat ihn wiederholt in Konflikt mit Teilen der jüdischen Gemeinschaft New Yorks gebracht. Einige Paraden-Teilnehmer trugen Schilder mit Aufschriften wie »Entfernt Mamdani«. Diese Forderung wurde zum Teil mit vulgären Ausdrücken untermauert.

Für ein Novum sorgte unterdessen die Teilnahme einer muslimischen Delegation. Angeführt wurde die Gruppe von der interreligiösen Aktivistin Anila Ali, Gründerin des American Muslim & Multifaith Women’s Empowerment Council. Nach Angaben der Organisatoren war es das erste Mal, dass eine muslimische Gruppe offiziell an der Israel-Parade teilnahm.

Israels UNO-Botschafter Danny Danon (M.) lief ebenfalls mit.Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com
Stimmung nicht beeinträchtigt

Ali erklärte, sie und ihre Mitstreiter seien im Vorfeld Einschüchterungen und Drohungen ausgesetzt gewesen. Dennoch hätten sie sich dazu entschieden, an der Veranstaltung teilzunehmen und gemeinsam mit den übrigen Teilnehmern über die Fifth Avenue zu ziehen.

Die Abwesenheit Mamdanis schien die Stimmung der Parade insgesamt jedoch kaum zu beeinträchtigen. Die meisten Teilnehmer konzentrierten sich auf die Veranstaltung selbst, schwenkten israelische und amerikanische Fahnen und feierten die enge Verbindung zwischen der jüdischen Gemeinschaft New Yorks und dem Staat Israel. im

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