US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat Vorwürfe zurückgewiesen, er sei gegenüber Arabern rassistisch. Er verteidigte sich am Freitag in einem mehr als 3.700 Wörter langen Beitrag auf X gegen die Kritik an einer Rede vom 26. Oktober. Er hatte sie bei einer Wahlkampfveranstaltung in Michigan gehalten, wo der Republikaner Mike Rogers bei der Senatswahl gegen den Demokraten Abdul El-Sayed antritt. Damals hatte Kennedy laut der Zeitung fälschlich behauptet, Araber hätten keine bedeutenden internationalen Preise gewonnen und brächten keine Wissenschaft und Literatur hervor.
In seinem Beitrag schrieb Kennedy, »linke Mainstream-Medien« hätten entscheidenden Kontext weggelassen. Seine Rede sei keine Kritik an Arabern oder am Islam gewesen, sondern am Islamismus, einer von den Muslimbrüdern entwickelten und verbreiteten Ideologie. Zugleich blieb er dabei, dass die Bilanz der Araber in der modernen Zeit intellektuell dürftig sei, und verglich sie mit ihren »engsten Cousins«, den Juden, von denen fast alle in Demokratien lebten, in denen Religion und Politik getrennt seien. Er verwies auf die kurze Liste muslimischer Nobelpreisträger und darauf, dass Juden nur 0,2 Prozent der Weltbevölkerung ausmachten, aber rund 200 von ihnen einen wissenschaftlichen Nobelpreis erhalten hätten.
Kennedy lobte Israel als Vorposten der Freiheit und der westlichen Werte und stellte den Gazastreifen als Beispiel für Stagnation und Unterdrückung dagegen. Keine andere ethnische oder religiöse Gruppe habe mehr zum Wohl der Menschheit und zur Entwicklung der liberalen Demokratie beigetragen als die Juden, schrieb er. Als Beispiele nannte er Sigmund Freud, Albert Einstein, Karl Marx und Jesus Christus, die alle Juden gewesen seien. Außerdem führte er auf, welche Gewalttaten und Formen der Unterdrückung Juden nicht verübten, und schrieb sie dem Islamismus zu.
Daraus ergebe sich die Frage, warum die Welt Juden hasse und Islamisten umarme, schrieb Kennedy. Die Antwort sei eine ausgeklügelte Propagandakampagne der Muslimbrüder im Rahmen ihrer Strategie, westliche Staaten zu übernehmen. Das NS-Regime habe sich zudem mit frühen Islamisten über den gemeinsamen Judenhass verbündet, die Muslimbrüder hätten für die Nationalsozialisten Propaganda und Spionage betrieben.
Kennedys ursprüngliche Rede hatte eine scharfe Reaktion des Council on American-Islamic Relations ausgelöst, der sie als Paradebeispiel für Rassismus und Bigotterie bezeichnete. Bürgerrechtler in den USA warnen im laufenden Zwischenwahlkampf vor zunehmend feindseliger Rhetorik von Präsident Donald Trump und seinen Verbündeten gegen Muslime, Araber, Einwanderer und ethnische Minderheiten. ja