Meinung

Gemeinsam Kraft schöpfen

Rebecca Seidler Foto: picture alliance/dpa

Der massive Anstieg antisemitischer Anfeindungen seit dem 7. Oktober ist alarmierend und hat zu einer spürbaren Verunsicherung innerhalb der jüdischen Gemeinden geführt. Obwohl die Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei Sicherheit bietet, bleiben alltägliche Wege ohne Schutz eine Herausforderung. In Arbeitsstätten, auf dem Campus, in Schulen und Sportvereinen sind Jüdinnen und Juden oft auf sich allein gestellt, was durch Erfahrungsberichte über verbale Angriffe, Bedrohungen und physische Gewalt deutlich wird.

Die Zivilgesellschaft wird in dieser Situation zu einem entscheidenden Akteur, um eine angstfreie Umgebung zu schaffen. Das Credo »Nie wieder ist jetzt« kann nur Realität werden, wenn die Zivilgesellschaft aktiv für die jüdische Gemeinschaft einsteht, solidarisch und ohne Abstriche. Die Reaktionen auf das Massaker am 7. Oktober haben gezeigt, wer wahre Freunde sind, die ohne Vorbehalte an der Seite von Jüdinnen und Juden stehen. Doch der Freundeskreis schrumpft täglich, und das »Aber« wird lauter.

Die jüdischen Gemeinden sind in hohem Maße beansprucht.

Die direkten Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und in Israel sowie die Relativierung bis hin zu Leugnung des Terrors der Hamas auch in akademischen Kreisen beanspruchen die jüdischen Gemeinden in hohem Maße. Die emotionale Erschöpfung und Belastung der Mitglieder sind eine zunehmende Gefahr für zukünftiges Diaspora-Judentum. Die Stärkung des Zusammenhalts innerhalb der jüdischen Gemeinschaft ist jetzt entscheidend.

Der Gemeindetag bietet eine herausragende Gelegenheit, sich gegenseitig zu unterstützen und Kraft zu geben, um das lebendige und plurale Judentum zu bewahren. Ungeachtet der widrigen Umstände liegt es an uns, mit Entschlossenheit unser jüdisches Leben sowohl hier in Deutschland als auch in Israel zu schützen und aufrechtzuerhalten, denn: »Am Israel chai« ist jetzt und immer!

Die Autorin ist Vorsitzende des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen.

Meinung

Für die Freiheit

Seit Wochen protestieren Tausende Menschen in ganz Iran gegen das Regime. Deutschland und Europa müssen nun endlich reagieren: Und zwar mit maximaler Härte

von Shahrzad Eden Osterer  13.01.2026

Kommentar

Europa und der Iran: Zaudernde Zaungäste

In Brüssel heißt es, man beobachte die sich dramatisch zuspitzende Lage im Iran »aufmerksam«. Doch warum macht die EU ihren Einfluss auf das Mullah-Regime nicht geltend?

von Michael Thaidigsmann  13.01.2026

Meinung

Die Hamas muss sich entscheiden: Deal or no deal?

Die Terrororganisation hält sich nicht an das Waffenstillstandsabkommen mit Israel und verzögert so dessen Umsetzung. Der Druck auf die Hamas muss nun unbedingt erhöht werden

von Sarah Cohen-Fantl  13.01.2026

Kommentar

Wir müssen unsere Kinder schützen

In Israel wurde ein 14-jähriger Junge bei Protesten gegen die Wehrpflicht von einem Bus erfasst und getötet. Hier reflektiert ein orthodoxer Rabbiner aus Jerusalem, was sich ändern muss

von Rabbiner Raphael Evers  12.01.2026

Meinung

Wo bleibt Deutschlands Unterstützung für die Iraner?

Bisher äußerte sich der Bundeskanzler schmallippig zu den Protesten gegen die Mullahs. Es wird Zeit, dass er aus Europa Druck auf die Mullahs macht

von Saba Farzan  11.01.2026

Kommentar

Ärzte mit Grenzen

Die Waffen schweigen weitgehend in Gaza, der Informationskrieg tobt weiter. Ein besonders niederträchtiges Beispiel liefert »Ärzte ohne Grenzen«

von Wolf J. Reuter  10.01.2026 Aktualisiert

Kommentar

Ich gebe die Hoffnung für Brandenburg nicht auf

Nach dem Koalitionsbruch muss die Politik die Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen

von Alex Stolze  09.01.2026

Meinung

Instrumentalisiertes Leid kennt keine Moral

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana braucht es Mitgefühl und Respekt. Wer eine lokale Tragödie von existenzieller persönlicher Wucht für politische Deutungen missbraucht, handelt zynisch – und entwürdigt die Betroffenen.

von Nicole Dreyfus  08.01.2026

Kommentar

Keine großen Sorgen vor Mamdani, bitte

Hannes Stein über den neuen Bürgermeister von New York und die Herausforderungen, die der Job für den Israelhasser mit sich bringt

von Hannes Stein  07.01.2026