Glosse

Gazas goldene Zukunft

Am Strand von Gaza Foto: Screenshot

Donald J. Trump ist ein spontaner Mensch. Es ist ihm gleichgültig, was andere von ihm halten.

Ein Trump kennt keine Furcht. Und so postete er am Dienstagabend auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social ein kurzes Video mit dem prägnanten Titel »Gaza 2025: What’s next?«.

Es zeigt eine Vision auf, für die von Krieg und Hamas-Terror geschundene Küstenenklave. Der mittels künstlicher Intelligenz produzierte Clip sendet eine klare Botschaft: Die Zukunft ist Trump. Und, noch wichtiger: Trump, und nur Trump, ist die Zukunft.

Jetzt kommen sicher wieder einige Dauernörgler und fragen: Hackt es bei dem? Macht man so etwas als US-Präsident? Doch seien wir ehrlich: Das sind typische Einwände fantasieloser Demokraten und anderer Vertreter des Deep States. Das kann und darf man nicht mehr ernst nehmen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Ernst nehmen muss man dagegen nur einen: Donald Trump. Denn dieser Mann hat Visionen. Nein, nicht solche, wegen derer man zum Arzt gehen müsste. Echte Visionen. Trump will, dass der Gazastreifen aufersteht aus Ruinen und wieder der Zukunft zugewandt ist. Und er hat einen Plan.

Er will aus Gaza bekanntlich die »Riviera des Nahen Ostens« machen. Für den Präsidenten ist das kein Traum, sondern nur eine Frage des Willens. Und bekanntlich wusste schon Theodor Herzl, ein Vorfahr Trumps, welch riesiges Potenzial für ein florierendes Tourismuszentrum Gaza hat: »Wenn ihr es wollt, ist es kein Traum«, hat er mal gesagt. Wie es dann kam, ist bekannt.

Erst Herzl, jetzt Trump: Es ist eine grandiose Vision, die in diesem kurzen Videoclip aufgezeigt wird. Eine, in der auch vom Bürokratieabbau in Washington und vom Wahlkampf für die AfD gestresste Milliardäre wie Elon Musk Erholung finden und sich den kulinarischen Reizen des Nahen Ostens hingeben können. Eine Vision, in der Dollarscheine wie Manna vom Himmel fallen (Elon fängt sie auf, bevor sie in die Hand von gierigen Kindern geraten.)

»No more tunnels, no more fear«, singt ein Rapper im Hintergrund. Alles ist modern, frisch, gülden. Ein wenig wie Mar-a-Lago in Florida.

So sieht’s bald aus in den Straßen von GazaFoto: Screenshot

Im Mittelpunkt des Kurzvideos steht (natürlich) der Macher, der Realisator dieser Vision: Donald J. Trump höchstpersönlich. Er allein bürgt mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Immobilienmagnat in New York für den Erfolg der Transformation des Gazastreifens.

Dazu muss man wissen: Niemand hat vor seinem Einstieg in die Politik so viel und so schön gebaut wie Amerikas beliebtester Präsident. Auch wenn vor zwei Jahren einige totale Loser sein »Trump International Hotel« in Las Vegas auf die Liste der zehn hässlichsten Gebäude weltweit wählten.

Nach Trump soll auch das wichtigste und vorläufig einzige Hotel an der nahöstlichen Riviera benannt werden. Bis das »Trump Gaza« seine Tore öffnet, ist es nicht mehr lange hin. Es wird auch über einen riesigen Ballsaal verfügen, in dem der Namensgeber künftig Hof halten und schönen, gerne auch spärlich bekleideten Frauen den Hof machen wird.

In diesem Gazastreifen der Zukunft gibt es alles, was das Herz begehrt: goldene Trump-Statuen im Miniaturformat und auch in XXL und Trump-Luftballons aus Blattgold. Überhaupt sind alle Menschen dort glücklich. Es regiert nicht mehr die Hamas und auch nicht die UNRWA. Es gibt wieder einen allseits geliebten König. So kann selbst Bibi Netanjahu am Wochenende nach Gaza rüberkommen und es sich mit einem Cocktail am Strand bequem machen.

Hier versagt die KI noch

Es ist eine stimmige, eine machbare Vision, die Donald Trump da präsentiert hat. Er weiß eben, was Otto Normalpalästinenser und der Rest der Welt will.

Nur eines wirkt etwas seltsam: Wer um alles in der Welt sind diese Männer mit den knappen Bikinis, den grünen Kopftüchern und den langen Bärten, die im Video zu sehen sind, wie sie ekstatisch am Strand tanzen? Sind das etwa als Transvestiten verkleidete Hamas-Kämpfer? Wie woke ist das denn? Und hatte König Donald I. das nicht per Executive Order ausdrücklich verboten?

Womöglich war das nur eine neuerliche perfide Manipulation durch den Deep State in Washington. »Complete batshit lunacy« sei das Video, lästerte da einer auf X. Elon wird ihm sicher umgehend den Account sperren lassen.

Vielleicht ist auch nur die KI noch nicht ganz ausgereift, das soll vorkommen. Was aber zählt, ist der gute Wille. Und der ist vorhanden.

P.S. Buchungen im Trump Gaza (Preise ab 1000 Dollar pro Zimmer und Nacht) sind ab sofort gegen Vorkasse (nur Barzahlung) möglich.

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Kommentar

Allein mir fehlt der Glaube

Die Spitzen von Linken, Grünen und SPD in Berlin haben bei ihren Sondierungen in Berlin ein dreiseitiges Papier zur Bekämpfung von Antisemitismus vereinbart. Eine Einordnung

von Michael Thaidigsmann  08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

Kommentar

Echter Schutz für Juden in Deutschland – ohne Sonderrecht 

Unsere Autorin ordnet die aktuelle Debatte um die Gesetzesentwürfe zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland ein

von Annabelle Ganapol  08.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026

Meinung

Magdeburg: Versagen der Demokraten

Nach der Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt: Wie der Vormarsch der Rechtsextremen weitergeht, hängt auch von den demokratischen Parteien ab. Jetzt wären Zusammenhalt, Disziplin und Führung gefragt

von Michael Thaidigsmann  07.10.2026