Meinung

Francesca Albanese neben Hamas-Funktionär und Mullah-Minister

Francesca Albanese Foto: IMAGO/ANP

Manchmal sagt ein einziges Bild mehr über den Zustand einer internationalen Organisation aus als tausend Resolutionen. Eine amtierende UN-Sonderberichterstatterin sitzt auf einem Podium mit der Führung der Hamas und einem Vertreter des iranischen Regimes. Eigentlich müsste ein solcher Anblick sprachlos machen. Doch hier handelt es sich um eine Wiederholungstäterin, deren Skandalliste ganze Dossiers füllt – und die dennoch bis heute ohne Konsequenzen im Amt bleibt.

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Auf einem Forum von Al Jazeera trat Francesca Albanese kraft ihres fortbestehenden UN-Mandats als Rednerin Seite an Seite mit dem hohen Hamas-Funktionär Khaled Maschaal und dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi auf – und damit faktisch als Repräsentantin der Vereinten Nationen. Es war kein privater oder akademischer Auftritt, sondern ein politisches Signal: eine UN-Mandatsträgerin auf einem Podium mit einem führenden Vertreter einer Terrororganisation und einem Repräsentanten eines international sanktionierten Regimes.

Hamas steht nicht abstrakt für Gewalt, sondern für organisierte Massenmorde, systematische Vergewaltigungen, Folter, gezieltes Aushungern und die bewusste Ermordung von Zivilisten – Männer, Frauen, Kinder. Terror ist für Hamas Identität. Das iranische Regime wiederum steht für Massenhinrichtungen, Folter und die brutale Niederschlagung jeder Form von Opposition; allein in jüngster Zeit wurden bis zu 60.000 eigene Bürger ermordet, weil sie Freiheit einforderten.

Al Jazeera ist kein unabhängiges Medium

Auch der Rahmen ist bezeichnend. Al Jazeera gilt seit Jahren als politisch hochproblematisch. Der Sender wurde in Israel geschlossen bzw. verboten und ist in mehreren arabischen Staaten wie Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten staatlich sanktioniert oder untersagt. Während des Krieges agierte Al Jazeera nicht als unabhängiges Medium, sondern als Plattform für Hamas-Narrative, Propaganda und gezielte Desinformation. Wer dort spricht, weiß, wofür diese Bühne steht – und verleiht Terror politische Legitimität.

UN Watch hat detailliert belegt, dass Francesca Albanese wiederholt gegen den UN-Verhaltenskodex verstößt.

Albanese ist dabei keine Unwissende. Seit Jahren verbreitet sie fachlich widerlegte, ideologisch aufgeladene Narrative: den Vorwurf eines angeblichen Genozids Israels trotz gegenteiliger Zahlen und historischer Vergleiche; die Behauptung einer vorsätzlich herbeigeführten Hungersnot trotz gegenteiliger Befunde; die systematische Relativierung von Terror und die Delegitimierung israelischer Selbstverteidigung. Fakten werden dabei konsequent durch politischen Aktivismus ersetzt.

Diese Vorgänge sind dokumentiert. UN Watch hat detailliert belegt, dass Francesca Albanese wiederholt gegen den UN-Verhaltenskodex verstößt: durch antisemitische Narrative, die Verharmlosung der Hamas und offenen politischen Aktivismus, der mit einem UN-Mandat unvereinbar ist. Mehrere Staaten forderten auf dieser Grundlage ihre Abberufung. Die Vereinten Nationen ignorierten diese Forderungen – selbst nachdem Albanese bereits 2022 als offizielle UN-Vertreterin gemeinsam mit einem Hamas-Vertreter auf einem Podium auftrat, damals per Zoom zugeschaltet. Auch das blieb folgenlos.

Warum wird Albanese weiter hofiert?

Doch es geht weiter. Albanese erhält bis heute Reichweite als Rednerin und nutzt diese, um ihre Dämonisierung Israels, ihre Delegitimierung, ihre Doppelstandards und nachweislich falschen Narrative zu verbreiten – häufig vor studentischem und akademischem Publikum. Weder Inhalt noch Wirkung dieser Auftritte haben Konsequenzen. Hinzu kommen zahlreiche Interviews und Social-Media-Beiträge mit denselben Narrativen.

Entscheidend ist: Sie wird weiterhin eingeladen, weiterhin hofiert und weiterhin aufgewertet. Auch in Deutschland und Österreich tritt sie weiter als Rednerin auf. Wo es Proteste gibt, führt das selten zu echter Ausladung, sondern meist lediglich zu einer Verlagerung ins Digitale. Die Bühne bleibt bestehen. Das Signal ist eindeutig: Sie darf weitermachen.

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An diesem Punkt stellt sich die Frage, die der frühere Bundestagsabgeordnete und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Volker Beck öffentlich formuliert hat: Warum schweigt die Publizistik? Während Israel für jedes Wort, jedes Bild und jede militärische Handlung sofort öffentlich angeklagt wird, bleibt es still, wenn eine UN-Mandatsträgerin Seite an Seite mit Terroristen auftritt.

Der eigentliche Skandal aber liegt bei den Vereinten Nationen selbst. Während weltweit Diktaturen foltern, massakrieren und ihre eigene Bevölkerung unterdrücken, fixiert sich die UN obsessiv auf Israel. Jahr für Jahr werden Dutzende Resolutionen gegen Israel verabschiedet – mehr als gegen alle anderen Staaten zusammen. Regime, in denen systematisch gemordet, vergewaltigt, ethnisch gesäubert oder jede Opposition ausgelöscht wird, bleiben dagegen weitgehend unbehelligt. Dieser Doppelstandard ist Teil der Struktur.

Albanese ist kein Betriebsunfall der UN – sie ist das Ergebnis.

Der Autor ist Vorsitzender des Vereins »Honestly Concerned«.

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