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Der Weg zum Frieden in Nahost führt über Riad

Joshua Schultheis Foto: Charlotte Bolwin

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Der Weg zum Frieden in Nahost führt über Riad

Donald Trump sieht in Saudi-Arabien zunehmend einen privilegierten Partner der USA. Die Israelis müssen gemäß dieser neuen Realität handeln, wenn sie ein Abkommen mit dem mächtigen Ölstaat schließen wollen

von Joshua Schultheis  01.12.2025 22:49 Uhr Aktualisiert

In Jerusalem blickte man vergangene Woche mit Argwohn nach Washington, D. C. Als in der amerikanischen Hauptstadt dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman der rote Teppich ausgerollt wurde, spielten israelische Interessen nur eine Nebenrolle. Trump will den Saudis F-35-Jets verkaufen, und das, obwohl die Israelis stets geglaubt hatten, die modernsten amerikanischen Kampfflugzeuge stünden in Nahost nur ihnen selbst zu.

Tatsächlich haben sich die USA dazu verpflichtet, diesen »qualitativen militärischen Vorsprung« Israels in der Region zu gewährleisten. Doch Trump geht darüber womöglich einfach hinweg.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Israel bloß Zuschauer der Nahost-Politik des US-Präsidenten ist. Doch in diesem Fall steht für Jerusalem mehr auf dem Spiel als sonst. Denn bin Salman ist es gelungen, die Spielregeln der amerikanischen Nahostpolitik zu ändern.

So wird ein Beitritt Saudi-Arabiens zu den Abraham-Abkommen zwar nach wie vor angestrebt, Voraussetzung für ein privilegiertes Verhältnis zu Washington ist er aber nicht mehr. Anders als vor Beginn des Gaza-Krieges besteht bin Salman zudem auf einem Fahrplan für einen palästinensischen Staat als Bedingung für eine Normalisierung mit Israel.

Ein Abkommen mit Saudi-Arabien ist entscheidend für die langfristige Sicherheit des jüdischen Staates.

Die israelische Regierung fühlt sich mit gutem Grund vor den Kopf gestoßen. Doch Klagen hilft ihr in dieser Situation wenig. Sie muss in der amerikanisch-saudischen Annäherung zu einer aktiven diplomatischen Rolle finden und die Bereitschaft signalisieren, gemäß neuer Realitäten in Nahost zu handeln.

Zu diesen gehört, dass Saudi-Arabien keine Bedrohung für Israel ist, ob mit oder ohne F-35; dass es an dem mächtigen Ölstaat kein Vorbei mehr gibt, wenn man etwas in der Region bewegen will, und dass die Israelis den Preis, den die Saudis verlangen – einen palästinensischen Staat –, ohnehin früher oder später werden bezahlen müssen.

Für Israel gäbe es im Gegenzug viel, wenn nicht alles zu gewinnen: Ein Abkommen mit Saudi-Arabien ist entscheidend für die langfristige Sicherheit des jüdischen Staates. Der Weg zu einem umfassenden Frieden in Nahost führt nicht nur über Washington, sondern auch über Riad.

schultheis@juedische-allgemeine.de

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