Kommentar

Der Antrag gegen Andreas Büttner ist begründet

Andreas Büttner spricht auf dem Bundesparteitag der Linken in Halle (Archivfoto) Foto: picture alliance/dpa

Gegen den Antisemitismusbeauftragten des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, ist in dessen Partei ein Ausschlussverfahren angestrengt worden.  Ich halte den Antrag, ihn aus den Reihen der Linken auszuschließen, für absolut begründet. Denn Andreas Büttner ist ein Mann des Anstands, und die Partei, der er angehört, hat jeden Anstand verloren. Beide passen nicht mehr zueinander.

Vor rund einem Jahrzehnt schrieb ich in einem Zeitungsartikel, dass, würde eine bestimmte Strömung die Oberhand in der Partei gewinnen, meine Mitgliedschaft in ihr obsolet werden würde.

Damals war ich, offensichtlich in grenzenloser Naivität, davon überzeugt, dass eine solche Machtübernahme undenkbar sei.

Natürlich hätte ich es besser wissen müssen, aber wenn man über viele Jahre Mitglied einer Partei ist, die einem in verwirrenden Zeiten die einzige sichere, politische Heimat zu sein scheint, wehrt man sich vehement gegen Eindrücke, die dem entgegenstehen könnten.

Es kann sein, dass Andreas Büttner sich jetzt so fühlt, wie ich damals.

Damals hatte ich noch die Hoffnung, dass die Anständigen größer an der Zahl sein würden als die Unanständigen.

Bedauerlicherweise haben sich die Kräfteverhältnisse in der Linken in den vergangenen Monaten noch einmal drastisch verschoben.

Diese Partei, die von sich behauptet, frech, links und rebellisch zu sein, ist in Wahrheit nichts von all dem.

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Wenn Menschen wie Andreas Büttner zu einem Fremdkörper werden in einer Vereinigung, dann ist das Problem nicht Andreas Büttner, sondern die Vereinigung.

Eine Partei, die mit Bewegungen flirtet, die Frauen in Burkas zwingen, Homosexuelle von Häusern stürzen und jede Opposition grausam unterdrücken, kann niemals frech, links und rebellisch sein. Und schon gar nicht anständig.

Nun könnte man einwenden, es käme auf die Anständigen an, die Partei zu retten, ihr den Anstand zurückzugeben. Doch die Realität lässt diesen Versuch aussichtslos erscheinen.

Abertausende junge Leute sind in den vergangenen Monaten der Linken beigetreten, ausgebildet auf TikTok und Instagram, wo wiederum über 90 Prozent der Posts voller Feindschaft gegen Israel sind. Diese Menschen sind nicht zu überzeugen. Diese Menschen wollen keine Gespräche, sie verlangen bedingungslose Unterwerfung. Sie leben in einer Welt, in der die Juden Kindermörder und die Kindermörder Befreiungskämpfer sind.

Wer ihnen nicht folgt, ist ein Kolonialist, ein Rassist und ein Befürworter von Genoziden.

Der Antrag, Andreas Büttner aus der Partei zu entfernen, ist folgerichtig.

Wahrscheinlich wird er keinen Erfolg haben. Aber wenn doch, würde das beiden Seiten nützen. Die Linkspartei verlöre einen Querulanten, der sie dabei behindert, noch unanständiger zu werden, und Andreas Büttner wäre die linken Antisemiten los, die Tag für Tag seine Seele vergiften.

Der Autor ist Musiker und war Mitglied der Linkspartei.

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