Sehen!

Zum Schießen!

Gelungenes Remake: »Mossad« Foto: PR

Sehen!

Zum Schießen!

»Nackte Kanone« auf Iwrit: der israelische Kinofilm »Mossad«

von Michael Thaidigsmann  13.08.2020 11:33 Uhr

»Schucki, schucki, schucki«, ruft der Mossad-Agent seinem Chef zu, der in einem tunesischen Gefängnis schmachtet. Der will eigentlich gar nicht befreit werden, zumindest nicht heute, denn am Abend ist ja ein Kostümfest geplant im Gefängnis.

Die Befreiung findet dann doch statt, geht allerdings gehörig schief, und Mossad-Agent Guy Moran (Tsahi Halevi, der durch die israelische Agentenserie Fauda berühmt wurde) muss den Geheimdienst verlassen und sich als Wärter einer Hüpfburg für Kinder verdingen, bis eine schöne CIA-Agentin (gespielt von Efrat Dor) auf den Plan tritt und er mit ihr zusammen nicht nur den entführten amerikanischen Multimilliardär Satelberg befreien, sondern auch die Abschaltung aller acht Milliarden Handys weltweit verhindern muss.

Klischees Zwei Stunden lang werden in dem neuen israelischen Film Mossad, der nun in den deutschen Kinos läuft, alle aus James-Bond-Filmen hinlänglich bekannten Register gezogen und diverse Klischees aus der Spionagewelt aufs Korn genommen. Zwar erinnert der Vorspann eher an eine Slapstick-Version von Pippi Langstrumpf und die Seeräuber, anschließend wird es aber etwas geistreicher.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Gnadenlos zieht der Film zwei Stunden lang den Mossad und die Mythen, die ihn umranken, durch den Kakao. Die Bösen entpuppen sich am Ende zwar als die eigenen Leute. Aber bös’ gemeint hatten sie es ja eigentlich nicht und werden deshalb – schucki, schucki, schucki – wieder in den Kreis der Mossad-Familie aufgenommen.

Remake Der Streifen ist ein alles in allem gelungenes Remake der legendären amerikanischen Agentenkomödie Die nackte Kanone mit Leslie Nielsen in der Hauptrolle aus dem Jahr 1988 – auch wenn es von dieser selbst bereits zwei Fortsetzungen (Die nackte Kanone 2 1/2 und Die nackte Kanone 33 1/3) gab. Regisseur Alon Gur Arye verpflichtete den Macher der Nackten Kanone, seinen US-Kollegen David Zucker, als Berater für die Dreharbeiten von Mossad. Geschadet hat das dem Niveau des Films sicher nicht.

In Israel kam die Komödie zum Start vor rund einem Jahr gut an. Allein in den ersten Tagen strömten mehr als 30.000 Menschen in die Kinos – für das kleine Land ein Besucherrekord. Viele der Gags zünden auch in der deutschen Synchronfassung. Der Zuschauer wird gut unterhalten. Wer allerdings Tiefgang und Hintergründiges aus der Welt der israelischen Geheimagenten erwartet, der ist bei Mossad im falschen Film.

Exklusiv-Interview

Götz Aly: »Anders als Hitler ist die AfD nicht kriegslüstern«

Der Historiker und Bestsellerautor über die Radikalisierung des NS-Regimes, Vergleiche zwischen dem Ende der Weimarer Republik mit der heutigen Zeit und die Sinnhaftigkeit eines AfD-Verbots

von Michael Thaidigsmann  25.08.2026

ESC

Moroccanoil steigt als Hauptsponsor aus

Die israelische Kosmetikmarke hat ihr Sponsoring des Musikwettbewerbs nach sechs Jahren beendet.

von Nicole Dreyfus  25.08.2026

Dresden

Ausstellung würdigt jüdische Sportlerinnen und Sportlern

Deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten stehen im Mittelpunkt einer Präsentation. Anlässlich des Jahres der jüdischen Kultur wird sie in Dresden gezeigt

 25.08.2026

Orlando (Florida)

Harrison Ford wird erneut zu Indiana Jones

Diesmal wird der jüdische Darsteller kein Abenteuer auf der Leinwand erleben. Aber worum geht es dann?

 25.08.2026

Schweiz

Das sind die beliebtesten Vornamen für neugeborene Jungen und Mädchen

Eine neue Rangliste des Bundesamts für Statistik gibt Aufschluss

von Nicole Dreyfus  25.08.2026 Aktualisiert

TV-Kritik

»Phoenix« - herausragender Film über eine Holocaust-Überlebende

Christian Petzolds grandiose Parabel auf Deutschland im »Jahre Null«

von Felicitas Kleiner  24.08.2026

Ausstellung

Ein Buchladen als säkulares Bethaus

Rachel Salamander schuf in München einen Ort, an dem jüdische Literatur, Erinnerung und Gegenwart aufeinandertreffen – sie bewahrt ihn in roten Ordnern und auf klapprigen Kassetten

von Katrin Diehl  24.08.2026

Neu

Neue Synagoge Berlin zeigt neue Ausstellungen

Der Blick auf Jüdinnen und Juden und ihre Darstellung wird oft von Vorurteilen begleitet. Eine Ausstellung im Berliner Centrum Judaicum macht dies jetzt zum Thema

 24.08.2026

Berlin

Ruth Moschner positioniert sich gegen die AfD

Die Moderatorin mit jüdischem Hintergrund schreibt, sie persönlich würde von der Politik der Partei profitieren. Dennoch warnt sie vor der selbsternannten Alternative

 24.08.2026