Programm

Urbane Ästhetik, cineastische Architektur und späte Aufklärung: Termine und TV-Tipps

»Nie allein«: Als der finnische Geschäftsmann Abraham Stiller (Ville Virtanen) von der Notlage jüdischer Flüchtlinge erfährt, denen die Einreise nach Finnland verweigert wurde, trifft er eine mutige Entscheidung. Freitag, 8. Mai, 20.15 Uhr arte Foto: © arte/MRP Matila Röhr Productions Oy/Andres Teiss

Berlin
Unter dem Titel »Jüdische Orte in Charlottenburg – Modesalon Goetz« des beliebten »Salon Avitall« von Avitall Gerstetter entfaltet sich eine Veranstaltung, die ästhetische Ausdrucksformen mit aktuellen politischen und kulturellen Fragestellungen in Dialog bringt. Moderation: Ute Cohen
Fr 8. Mai, 19 Uhr, Rathaus Charlottenburg, Festsaal, Otto-Suhr-Allee 100

Berlin
»Ken Adam & Chaim Heinz Fenchel – deutsch-jüdische Filmarchitekten«
: Im Rahmen der Ausstellung »Between the Lines« zeigt das Museum in Kooperation mit dem Jüdischen Filmfestival Berlin Brandenburg zwei Filme der in Berlin geborenen Filmarchitekten.
So 10. Mai, 14 Uhr, Jüdisches Museum, Lindenstraße 9–14

Dresden
»Exil im Gepäck: Die Lebenswege der Grafikerin Lea Grundig«: Als Jüdin und Kommunistin von den Nationalsozialisten vertrieben, gelangte die jüdisch-deutsche Grafikerin Lea Grundig 1940 auf abenteuerlichen Wegen nach Palästina. Für viele ihrer jüdischen Freunde überraschend, emigrierte sie 1948 erneut und kehrte ins Land der Täter zurück.
Mi 13. Mai, 19 Uhr, Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1

Greifswald
»Juden, Christen und Muslime im Mittelalter – ein religionshistorisches Modell und seine Begründung«: Vortrag der Berliner Historikerin Dorothea Weltecke
Mo 11. Mai, 16.15 Uhr, Historisches Institut, Domstraße 9 A

Lingen (Ems)
»Places of remembrance in Lingen introduce themselves«: Führung auf Englisch
Do 14. Mai, 17 Uhr, Emslandmuseum, Burgstraße 28B

Senden
»Antisemitische Stereotype und Verschwörungserzählungen. Welche Formen des Antisemitismus gibt es heute?«:
Vortrag von Peter Römer vom Geschichtsort Villa ten Hompel
Mi 13. Mai, 18 Uhr, Rathaus, Münsterstraße 30

TV und Radio

»Nie allein« – 1942: Finnland verbündet sich mit Nazideutschland, weshalb jüdische Geflüchtete ins Visier der Staatspolizei geraten. Der jüdische Unternehmer Abraham Stiller versucht, ihnen Schutz zu verschaffen, liefert jedoch ungewollt Ansatzpunkte für eine Deportationsliste. Drama von Klaus Härö
Freitag, 8. Mai, 20.15 Uhr arte TV

»Lauf Junge lauf«: Der Film erzählt die wahre Geschichte des neunjährigen Srulik, dem die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelingt. Bis zum Ende des Krieges muss er sich allein durch die Wälder schlagen, auf Bäumen schlafen, Eichhörnchen mit der Schleuder jagen und eine andere Identität annehmen.
Samstag, 9. Mai, 0.00 Uhr mdr TV

»Flucht vor den Nazis – Wie der Leica-Fabrikant Juden rettete«: Den Antagonismus des Ernst Leitz II deckt Fotograf und Rabbi Frank Dabba Smith auf.
Samstag, 9. Mai, 11.15 Uhr ZDFinfo TV

»Vom Hakenkreuz zum Totenkopf – Der FC St. Pauli und seine Geschichte«: Es ist eine andere Erzählung über den FC St. Pauli. Heute steht der Verein für Antifaschismus, Toleranz und gesellschaftliches Engagement. Doch hinter dem Image des rebellischen Kiezklubs verbirgt sich eine komplexe Geschichte mit dunklen Kapiteln. Der jüdische Spieler Selig Cahn wird 1942 mit einem der ersten Transporte nach Auschwitz deportiert und dort in der Gaskammer ermordet. Später erhält ein ehemaliger Spieler und hochrangiger Vereinsfunktionär trotz düsterer NS-Vergangenheit die goldene Ehrennadel des Klubs. Erst 2010 wird sie ihm posthum aberkannt. Zwei Schicksale, ein Verein.
Sonntag, 10. Mai, 23.55 Uhr NDR TV

Zeitgeschichte

Entebbe und kein Ende

Der Historiker Jan Gerber zeigt in seinem neuen Buch, wie aus dem Antizionismus der 68er-Generation radikale antisemitische Praxis wurde

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Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 2. Juli bis zum 9. Juli

 01.07.2026

Künstliche Intelligenz

Ich schreibe, also bin ich

Noch nie war es so einfach, Gedanken mit KI in Worte zu fassen. Doch was bedeutet das für unser Denken, unseren Journalismus und eine der grundlegendsten menschlichen Fähigkeiten?

von Nicole Dreyfus  01.07.2026

Fußball

Länderspiel verlegt: Irland verzichtet auf Israel-Boykott

Irlands Fußballverband FAI will das UEFA-Nations-League-Spiel gegen Israel nun in Serbien austragen - auch, um einen Abstieg zu vermeiden

 01.07.2026

Berlin

Jüdische Kunstschule und UdK wollen kooperieren

Auch die Universität der Künste war nach dem 7. Oktober 2023 mehrfach Schauplatz »propalästinensischer« Aktionen. Nun will sie jüdischen Künstlern einen geschützten Raum bieten

 01.07.2026

Interview

»Es fehlte am fußballerischen Können, nicht am Glück«

Sportreporter-Legende Marcel Reif über das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klopp und die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Burkhard C. Kosminski

»Ich würde das Stück gerne im Osten spielen«

Der Intendant am Schauspiel Stuttgart über »Die Ermittlung« von Peter Weiss, die Existenzberechtigung Israels in der Kunst und seine Auszeichnung mit der Otto-Hirsch-Medaille

von Nicole Golombek  30.06.2026

Interview

»Der Oscar öffnete mir neue Türen«

Daniel Roher über seinen ersten Spielfilm »The Piano Tuner« und den Dreh mit Dustin Hoffman und Lior Raz

von Patrick Heidmann  30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Früher hätte man Journalisten wie Restle, die Juden unterstellen, sie seien nur Sprachrohr einer Regierung in Israel, die Eignung als Politik-Redakteure beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abgesprochen. Zu Recht

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026