Israel

Trotz des Krieges: Red Sea Jazz Festival findet statt

Aymee Nuviola tritt am 23. Februar 2024 in Eilat auf. Foto: picture alliance / Chris Pizzello/Invision/AP

Das auch als »La Sonera del Mundo« bekannte, kubanische Ausnahmetalent Aymée Nuviola kommt nach Eilat. Am Roten Meer wird sie am 22. Februar zahlreiche Musikstile von ihrer Karibikinsel verbreiten, nämlich Son, Timba, Guaguancó, Guaracha und Charanga.

Die Sängerin, Pianistin und Komponistin, die auch als Schauspielerin bekannt ist, reichert ihre traditionell angehauchte Musik mit Jazz an. Auch dies ist eine kubanische Tradition, die vor 50 Jahren von der legendären Formation Irakere des Pianisten Chucho Valdés mit initiiert wurde.

Sensationell ist nicht nur die Tatsache, dass die Grammy- und Latin Grammy-Gewinnerin Aymée Nuviola in Eilat auftritt, sondern auch dieser Aspekt: Das Red Sea Jazz Festival findet trotz des Krieges statt. Die Organisatoren wollen sich offensichtlich nicht vom palästinensischen Terror diktieren lassen, ob und wann sie Künstler auf ihre Bühne stellen und den Jazz feiern.

»Selten gehörte Schönheit«

Das Festival wurde 1987 vom Jazzpianisten und inzwischen im Ruhestand befindlichen Musikprofessor Dan Gottfried gegründet und bis 2008 geführt. Inzwischen ist Niva Amali Maoz künstlerische Leiterin.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Unzählige großartige Bands und Künstler traten in den vergangenen Jahrzehnten am Roten Meer auf - darunter die britische Jazz-Funk-Formation Incognito, der kubanische Pianist Gonzalo Rubalcaba, der amerikanische Saxofonist Bill Evans, die ebenfalls aus den USA stammende Pianistin Carla Bley, ihr Kollege und Landsmann Lonnie Smith und der brasilianische Multiinstrumentalist Hermeto Pascoal.

Die Festival-Ausgabe, die am 22. Februar beginnt, stellt wohl wegen des Krieges vorwiegend israelische Musiker in den Vordergrund. Die Cellistin und Sängerin Maya Belzitzman tut sich für einen Auftritt am 23. Februar mit dem Pianisten Tom Oren zusammen - für ein Projekt, das laut Red Sea Jazz Festival »ein musikalisches Universum selten gehörter Schönheit« bietet.

Aufblühende Kultur

Eine musikalische Show in Gedenken an den kürzlich an Krebs verstorbenen, früheren Festivaldirektor Dobi Lentz ist ebenso vorgesehen wie Auftritte des brasilianischen Harmonika-Meisters Gabriel Grossi und der israelischen Combo Deswa, die Afro-Beats mit »Groovy Punk« und »aktualisierter israelischer Musik« kombiniert.

Der Pianist Omri Mor, der Gitarrist und Sänger Assaf Amdorski, das Trio der Tasten-Virtuosin Katya Tobol und das ihres Kollegen Yoni Rechter stehen ebenso auf der Künstler-Liste wie die Sängerin Keren Ann, der Pianist und Sänger Rami Kleinstein und das Quartett der Flötistin Hadar Neuberg.

In Eilat blüht die Kultur langsam wieder auf - trotz allem. Der Jazz und verwandte Genres leben - zumindest in Eilat. Hier spielt die Musik.

Red Sea Jazz Festival
22. bis 24. Februar 2024

Sachbuch

Der Kampf jüdischer Gemeinden für den Synagogen-Aufbau nach dem Krieg

Durch die Nationalsozialisten zerstört, wollten jüdische Gemeinden viele Synagogen in Deutschland nach dem Krieg wieder aufbauen. Doch sie hatten mit Widerständen zu kämpfen - und mit Parkplätzen und Einkaufszentren

von Thomas Klatt  04.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  04.11.2026

Frankfurt am Main

Rote und blaue Fäden

Mit der Installation »A Sky Full of Hope« will die Künstlerin Janet Echelman globale Vernetzung sichtbar machen – und eckt in der Stadt damit an

von Eugen El  03.11.2026

Fernsehen

»Doitscha« erzählt vom Leben deutscher Juden nach dem 7. Oktober

Im Mittelpunkt der pointierten Tragikomödie steht eine Familie, in der unterschiedliche Identitäten, Ängste und Lebensentwürfe aufeinanderprallen

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Kino und Literatur

»Holocaust im Film« - Eine Spurensuche von 1946 bis heute

Im November kommt der Essayfilm »Holofiction« ins Kino: Regisseur Michal Kosakowski untersucht die filmische Ikonografie des Holocaust. Zur Geschichte des Holocaust-Films gibt es auch schon das gleichnamige Sachbuch

von Marcus Stiglegger  03.11.2026

Lesen!

Existenzialistische Suchbewegungen

In Benjamin Steins »Tiferet« geht es um die letzten Dinge, um alles und nichts – und vor allem um Abschied und Verlust

von Tobias Prüwer  02.11.2026

Interview

»Gemeinsam nach der Wahrheit suchen«

Carlos Fraenkel, der neue Leiter des Potsdamer Einstein Forums, will unterschiedliche Denktraditionen miteinander ins Gespräch bringen – und die Philosophie stärker in der Gesellschaft verankern

von Ayala Goldmann  02.11.2026

Aufgegabelt

Frühstückskartoffeln

Rezepte und Leckeres

 02.11.2026