Berlin

Tricia Tuttle pocht auf Unabhängigkeit der Berlinale

Festivalchefin Tricia Tuttle Foto: picture alliance/dpa

Berlinale-Chefin Tricia Tuttle pocht bei der künftigen Ausrichtung der Filmfestspiele auf Unabhängigkeit. »Es ist wichtig, dass wir unsere Unabhängigkeit als Festival stärken«, sagte Tuttle in einem Interview mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Dies sei entscheidend. Ausschlaggebend sei für sie auch gewesen, den Rückhalt der Menschen zu haben.

Beides habe der Aufsichtsrat bei einer Krisensitzung am Mittwoch bestätigt. »Ich wäre ohne diesen Rückhalt nicht geblieben«, sagte die Intendantin. »Es war gut, das zu hören«.

Die US-Amerikanerin wird das Festival weiter leiten, wie nach der Aufsichtsratssitzung bekannt wurde. Zuvor war heftig über die Zukunft der Berlinale und der Intendantin diskutiert worden. Hintergrund waren Kontroversen über Äußerungen zum Nahostkonflikt während des Festivals.

Unabhängigkeit und Kraft

Das Gremium gab Tuttle »Empfehlungen für eine Stärkung des Festivals« mit auf den Weg. Diese sehen die Gründung eines beratenden Forums vor sowie die Ausarbeitung eines Verhaltenskodex für alle Institutionen unter Verantwortung der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB). 

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Sie habe keine Angst vor diesen Empfehlungen, sagte die Berlinale-Leiterin. »Wir sind sehr unabhängig. Wir müssen diese Empfehlungen überdenken, wir müssen sie prüfen«. Es liege in der Verantwortung der Berlinale, sie unabhängig umzusetzen.

Auf die Frage, was bei einem Kodex nun neu geregelt werden solle, verwies Tuttle auf den Aufsichtsrat, und sagte: »Wir folgen den deutschen Gesetzen sehr genau, und ich glaube, es ist sehr wichtig, dies im Blick zu haben, wenn wir überlegen, was auf dem Festival erlaubt ist und was nicht«. Man vertraue hier auf die Gesetzgebung.

Die Politik habe gezeigt, dass sie an die Unabhängigkeit und Kraft der Berlinale glaube. »Dass sie sich hinter uns versammeln, weil wir wirklich Ehrgeiz für die Berlinale entwickeln und sie jedes Jahr stärker und stärker machen wollen.« Deshalb benötige es die Unterstützung aller Partner und Geldgeber. Tuttle leitet die Berlinale seit zwei Jahren, sie hat einen Vertrag bis 2029. dpa

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