Frankfurt/Main

Tagung über Antisemitismus in Jugendkulturen beginnt

Im Tagungssaal der Frankfurter Gemeinde hält Jakob Baier den Einführungsvortrag. Foto: Joshua Schultheis

In Frankfurt am Main hat am Mittwoch die Konferenz »Zwischenzeilen. Antisemitismus in jugendrelevanten Lebenswelten« begonnen. Organisiert wird die Tagung, die sich insbesondere an Pädagogen und Studierende richtet, von der Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden in Deutschland.

Bis Freitag wird in zahlreichen Podiumsdiskussionen und Workshops beleuchtet, wie Antisemitismus den Alltag von jungen Menschen prägt. Dabei geht es unter anderem um die Bereiche soziale Medien, Popkultur und Videospiele. Außerdem sollen Handlungsmöglichkeiten für Politik und Pädagogik ausgelotet werden, gegen Judenhass in diesen Feldern vorzugehen.

programm Die Tagung findet in den Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde Frankfurt statt. Gemeindevorsitzender Benjamin Graumann sagte zur Begrüßung: »Antisemitismus hat einen festen Platz, einen Stammplatz in Deutschland 2023, egal ob im Sportverein, in der Schule, in Universitäten, in Internetforen, in der Kulturszene oder auf Social Media.« Er sprach von einem vielfältigen und beeindruckenden Programm der dreitägigen Tagung und begrüßte ausdrücklich, »dass auch viele Stimmen von jungen jüdischen Menschen hier gehört werden«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Daniel Neumann, Geschäftsführer der hessischen Landesgemeinde und Präsidiumsmitglied des Zentralrats, sprach in seinem Grußwort davon, »wie schnell, einfach und umfassend der Antisemitismus in die Lebenswirklichkeiten junger Menschen Einzug hält«. Neumann zeigte sich schockiert darüber, wie wenig deutsche Schülerinnen und Schüler über den Holocaust wissen. Er zitierte eine aktuelle Studie, die zeige, »dass vier von zehn befragten Schülern nicht mit dem Namen Auschwitz anfangen können«.

tiktok Jakob Baier vom Zentrum für Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter der Universität Bielefeld gab eine kurze Einführung in das Thema. Er zeigte auf, wie antisemitische Verschwörungstheorien über soziale Medien wie TikTok bereits sehr junge Menschen erreicht und welche Rolle israelbezogener Antisemitismus in Jugendbewegungen wie Fridays for Future spielt. Er appellierte an die Anwesenden, die Hoffnung nicht aufzugeben, Jugendliche vor dem Abrutschen in ein antisemitisches Weltbild bewahren zu können. »Es gibt Möglichkeiten der Intervention, der Prävention und wenn nötig der Repression«, so Baier.

Die Tagung findet in den Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde Frankfurt statt.

Auf der Tagung werden bis Freitagmittag weitere zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Kunst und Zivilgesellschaft erwartet. Darunter Pia Lamberty vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie, der Rapper Jonathan Kalmanovich, bekannt als Ben Salomo, der Videokünstler Leon Kahane sowie Dervis Hizarci von der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA). ja

Bayreuther Festspiele

Michel Friedman in Bayreuth: Neue Ära der Aufarbeitung beginnt

Um offen mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit umzugehen, haben die Bayreuther Festspiele Michel Friedman als Redner eingeladen. Der Publizist rief eine neue Ära des Erinnerns aus

 26.07.2026

»Imanuels Interpreten« (24)

Harry Connick Jr.: Das Wunderkind

Mit drei Jahren spielt er Klavier, mit fünf tritt er öffentlich auf, mit neun interpretiert er Beethoven als Solist mit Orchester

von Imanuel Marcus  26.07.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Schon 200? Happy Birthday, Fotografie!

von Katrin Richter  26.07.2026

Los Angeles

Kate Hudson bekommt »Walk of Fame«-Stern

Die jüdische Schauspielerin ist einer von 33 Stars, die eine Ehrung auf dem Hollywood Boulevard erhalten sollen

 24.07.2026

London

Gal Gadot spielt Hauptrolle in rasantem Thriller »The Runner«

Gadot spielt die erfolgreiche Wirtschaftsanwältin Maia Marten, deren Leben aus den Fugen gerät, als ihr Sohn entführt wird

 23.07.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  23.07.2026

Interview

»Es geht um das aktuelle jüdische Leben in unserem Land«

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) über ein neues Kompetenznetzwerk zu jüdischer Gegenwartsforschung, eine Förderrichtlinie und den Einsatz gegen Israel-Boykott

von Leon Stork, Ayala Goldmann  23.07.2026

Chicago

Heavy-Metal-Auftritt: William Shatner geht mit 95 auf die Bühne

Mit seiner Gruppe The *uckers hat der jüdische Schauspieler und Musiker auch sein erstes Album aufgenommen. Der Titel: »What the F Is Heavy Metal«

 23.07.2026

Kulturkolumne

Kampf um eine schwarze Puppe

Erinnerungen an einen gar nicht idyllischen Sommerurlaub in Österreich in den 60er-Jahren

von Maria Ossowski  23.07.2026