Gesellschaft

Schriftsteller Kehlmann: Narren haben die Macht übernommen

Daniel Kehlmann Foto: imago images / Viennareport

Bestseller-Autor Daniel Kehlmann (Tyll) sieht die Macht zunehmend in die Hände von Narren übergehen. »Es stimmt, im Augenblick haben die Narren die Macht übernommen – Boris Johnson ist dafür ein noch besseres Beispiel als Trump«, sagte er der »Stuttgarter Zeitung« und den »Stuttgarter Nachrichten«.

Populisten Das Entscheidende sei, »dass all diese Narrenregierungen, die da an die Macht kommen, im allerhöchsten Maße verkommen sind«, sagte der 44-Jährige. Die Macht stehe für die Populisten »völlig im Dienst ihrer eigenen Korruption«.

Unsere Zeit vergleicht Kehlmann mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts: »Das mögliche Ende einer langen Friedensperiode – ob sie wirklich endet, ist ja Gott sei Dank noch nicht ausgemacht. Eine Phase der Stabilität gerät plötzlich unter Beschuss, und man kann gar nicht genau sagen, woher dieser Überdruss eigentlich rührt.«

Böhmermann Voll des Lobes ist Kehlmann für den Satiriker Jan Böhmermann. »Ich bin begeistert von allem, was er macht. Er ist der beste, aggressivste politische Satiriker, den Deutschland heute hat, der auch wirklich etwas erreicht und politisch in allen Fragen, wie ich finde, das Herz auf dem rechten Fleck hat«, schwärmte Kehlmann.

Der Schriftsteller erhält für seinen Eulenspiegel-Roman Tyll an diesem Samstag den mit 20.000 Euro dotierten Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen.  dpa

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird 80. Eine persönliche Würdigung von Reinhard Mohr

von Reinhard Mohr  19.08.2026

Heidelberg

Hüter des Gedächtnisses

Im Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden liegt alles, was jüdische Gemeinden seit 1945 in Deutschland an Dokumenten produziert haben. Jens Hoppe, der Leiter der Einrichtung, sichert die Zukunft der Bestände

von Eugen El  19.08.2026

Programm

Ein Moped-Gottesdienst, Kaffee, Kuchen und ein Zirkus-Koffer in Frankfurt: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 20. August bis zum 27. August

 19.08.2026

Orlando (Florida)

Harrison Ford wird erneut zu Indiana Jones

Diesmal wird der jüdische Darsteller kein Abenteuer auf der Leinwand erleben. Aber worum geht es dann?

 19.08.2026

Film

25 Jahre »A.I.«: Odyssee eines Roboter-Jungen

Ein Vierteljahrhundert ist Spielbergs Film »A.I. – Künstliche Intelligenz« jetzt alt. Das Werk ist extrem rührselig, aber dennoch sehenswert. Und es wirft Fragen auf, die auch 2026 sehr relevant sind

von Gregor Tholl  19.08.2026

Film

Überraschend witzige Geschichte über Begehren und Scham

In der Slasher-Satire »Teenage Sex and Death at Camp Miasma« von Jane Schoenbrun spritzt Blut, Gillian Anderson flirtet und eine junge Regisseurin versucht, ihre eigene Lust zu verstehen

von Shireen Broszies  19.08.2026

Frankfurt am Main

Friedenspreis: Mirjam Zadoff hält Laudatio auf Philipp Sands

Der Menschenrechtsanwalt Philippe Sands erhält eine der angesehensten Auszeichnungen Deutschlands. Nun wurde die Laudatorin bekanntgegeben

 19.08.2026

Rezension

Antidot gegen Lüge und Vernebelung

Richard Herzinger war ein lebenslanger Streiter gegen Antisemitismus jeglicher Couleur. Ein Auswahlband seiner Texte zeigt ihn nun einmal mehr als einen wortmächtig-analytischen Solitär

von Marko Martin  19.08.2026

Kino

»Hiddensee« - Ein Inselparadies, nicht frei von Widersprüchen

Punk am Strand, Kunst und Politik im Laufe der Zeit - eine Doku über die Ostseeinsel Hiddensee und ihre wechselvolle Geschichte

von Kira Taszman  18.08.2026