Los Angeles

Rob und Michele Reiner: Sohn wegen zweifachen Mordes angeklagt

Rob Reiner und seine Frau wurden offenbar von ihrem Sohn getötet. Foto: picture alliance / Richard Shotwell/Invision/AP

Im Fall des gewaltsamen Todes des Hollywood-Regisseurs Rob Reiner und seiner Ehefrau Michele haben die Ermittler in Los Angeles Anklage gegen den gemeinsamen Sohn des Paares erhoben. Die Staatsanwaltschaft des Los Angeles County wirft dem 32-jährigen Nick Reiner amerikanischen Berichten zufolge vor, seine Eltern mit einem Messer getötet zu haben. Ihm werden zwei Fälle von Mord ersten Grades zur Last gelegt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll sich die Tat in den frühen Morgenstunden des 14. Dezember ereignet haben. Nick Reiner habe seine Eltern erstochen und anschließend den Tatort verlassen. Bei seiner Festnahme am Sonntagabend im Bereich des Exposition Park nahe dem Campus der University of Southern California habe er keinen Widerstand geleistet. Der Beschuldigte befindet sich derzeit ohne Kaution in Haft. Einen Termin für die erste Gerichtsanhörung gibt es noch nicht.

Den Anklageunterlagen zufolge droht Nick Reiner im Falle einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe ohne Aussicht auf Bewährung oder die Todesstrafe. Ob letztere beantragt wird, haben die Staatsanwälte bislang offen gelassen. Die Verteidigung hat der bekannte Anwalt Alan Jackson übernommen, der bereits zahlreiche prominente Mandanten vertreten hat.

Drogenprobleme und Streit

Weitere Details zum Tathergang wurden im Laufe des Tages bekannt. Die Leichen von Rob und Michele Reiner waren am Sonntagnachmittag entdeckt worden. Ihre Tochter Romy, die in unmittelbarer Nähe des Elternhauses lebt, hatte nach dem Rechten sehen wollen und dabei die toten Eltern gefunden. Sie verließ das Haus und ließ über eine Bekannte den Notruf verständigen. Ermittler erfuhren später, dass Nick Reiner zuletzt im Gästehaus auf dem Grundstück gewohnt hatte, zum Zeitpunkt des Eintreffens der Polizei jedoch nicht mehr vor Ort war.

Lesen Sie auch

Aus dem Umfeld der Familie wurde zudem bekannt, dass Nick Reiner seit längerem mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte. Außerdem habe es am Abend vor der Tat einen Streit zwischen ihm und seinen Eltern gegeben – während einer Weihnachtsfeier im Umfeld des Fernsehmoderators Conan O’Brien. Augenzeugen beschrieben Nick Reiner dort als zurückgezogen und auffällig desinteressiert.

Unterdessen äußerten sich enge Freunde des Ehepaars Reiner öffentlich zu dem Verlust. Schauspieler und Weggefährten wie Billy Crystal, Martin Short und Larry David erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, Rob und Michele Reiner hätten »einen großen Teil ihres Lebens dem Wohl anderer gewidmet«. Sie seien »eine besondere Kraft gewesen – dynamisch, selbstlos und inspirierend«. Abschließend hieß es: »Wir waren ihre Freunde, und wir werden sie für immer vermissen.«

Rob Reiner zählte zu den prägenden Figuren des amerikanischen Kinos. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören »When Harry Met Sally«, »The Princess Bride« und »A Few Good Men«. Der Fall sorgt nicht nur wegen der Brutalität der Tat, sondern auch wegen der familiären Tragödie und der öffentlichen Bekanntheit der Opfer für große Erschütterung in den USA. im

Genuss

Koschere Frühlingsblumen

Warum der Sederabend für Weinliebhaber kein Albtraum mehr sein muss

von Jacques Abramowicz  20.03.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  20.03.2026

Literatur

Eine schrecklich nette Familie

Aus Schweden kommt ein jüdischer Berlin-Roman von Anna Brynhildsen

von Frank Keil  20.03.2026

Iryna Fingerova

»Man darf Kulturen nicht vergleichen«

Die Schriftstellerin und Ärztin über die Folgen einer Emigration, ihr Verhältnis zur Ukraine und das Leben als Jüdin in Deutschland – allesamt auch Themen ihres Romans »Zugwind«

von Maria Ossowski  20.03.2026

Jugendbuch

Zwei Jungen und die Liebe

Julya Rabinowich erzählt in »Mo & Moritz« eindringlich, aber auch plakativ von einer Beziehung zwischen einem Juden und einem Muslim

von Katrin Diehl  20.03.2026

Johannes Becke

Nachdenken über Israel

Ist der jüdische Staat als ein Teil Europas oder des Nahen Ostens zu verstehen? Der Autor gibt in seinem Buch profunde und überraschende Antworten

von Ralf Balke  20.03.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  20.03.2026

Siri Hustvedt

Ihr Lebensmensch

In einem tieftraurigen und wunderschönen Erinnerungsbuch nimmt die Schriftstellerin Abschied von ihrem Mann Paul Auster, der 2024 an Krebs starb

von Katrin Richter  20.03.2026

Yevgeniy Breyger

Mehrtürer statt Märtyrer

Im Langgedicht »hallo niemand« unternimmt das lyrische Ich eine »judissee« und gewinnt vielleicht sogar die Kanzlerwahl gegen Alice Weidel

von Ayala Goldmann  20.03.2026