Ausstellung

Reich und Fremd

Einen passenderen Ausstellungsort kann man sich kaum vorstellen: Im ehemaligen Rothschild-Palais präsentiert das Jüdische Museum Frankfurt/Main seit Donnerstag seine neue Schau Juden. Geld. Eine Vorstellung. Mit mehr als 200 Exponaten aus sieben Jahrhunderten, vom 13. Jahrhundert bis heute, begibt die Ausstellung sich bis zum 6. Oktober auf Spurensuche nach einem der verbreitetsten und hartnäckigsten Klischees, dem »reichen Juden«. Dabei werden mittelalterliche Geldverleiher, feudale Hofjuden, frühe Bankiers und Theoretiker des Kapitalismus vorgestellt.

Rothschild Doch es geht nicht bloß um deutsch-jüdische Wirtschafts- und Finanzgeschichte, für die Namen wie Rothschild oder Joseph Süß Oppenheimer stehen. Mindestens ebenso wichtig ist – wie der Ausstellungstitel Juden. Geld. Eine Vorstellung es deutlich macht – die mentalitäts- und kulturhistorische Dimension des Themas.

Denn das Wort »Vorstellung« hat einen Doppelsinn: einmal als kollektive Imagination über den Reiz des Geldes, verbunden mit der doppelbödigen Faszination des Juden als Fremden; zum anderen als dramatische Aufarbeitung auf der Bühne, am bekanntesten in der Figur des Shylock in Shakespeares Kaufmann von Venedig. ja

www.juedischesmuseum.de

Eine ausführliche Besprechung können Sie in unserer nächsten Ausgabe am 3. Mai lesen.

Fußball

»Ich weiß, wer Weltmeister wird«

Uri Geller über die Weltmeisterschaft, den Gewinner des Turniers und seinen fatalen Einfluss auf einen verschossenen Elfmeter bei der EM 1996

von Detlef David Kauschke  19.06.2026

»Imanuels Interpreten« (22)

Herbie Mann: Der Klangsetzer

Sein Motto: »Wenn du die Musik von jemandem spielen willst, gehe zu ihm nach Hause.« Er setzte dies um, hatte dann aber die Jazz-Polizei am Hals

von Imanuel Marcus  19.06.2026

Kommentar

Nimm die Wahrheit an, von wem auch immer sie gesagt wurde

Bisweilen wirkt die Debatte um KI-generierte Texte absurd. Denn die Qualität eines Arguments sollte entscheidender sein als sein Urheber

von Leeor Engländer  18.06.2026

Literatur

Prophet im eigenen Land

Ein neuer Band mit bisher unveröffentlichten Texten von Amos Oz zeigt den israelischen Schriftsteller als reflektierten Staatsbürger und überzeugten Zionisten

von Marko Martin  18.06.2026

Essen

»Schakschuka ist der Favorit«

Der deutsch-israelische Koch Tom Franz hat ein Buch über das Frühstück geschrieben. Hier spricht er über geflochtenen Lachs, clevere Vorräte und die Frage, warum er die erste Mahlzeit des Tages auslässt

von Katrin Richter  18.06.2026

Ausstellung

Androgyn, zeitlos, modern

Das Georg Kolbe Museum in Berlin widmet sich der britischen Ausnahmekünstlerin Marlow Moss – erstmals in Deutschland

von Alicia Rust  18.06.2026

Streaming

Bringt Gali nach Hause!

Eine junge Israelin wird in Moskau verhaftet. Die Serie »Unconditional« erzählt vom Kampf einer Mutter gegen die Justiz

von Chris Schinke  18.06.2026

Köln/Hamburg/Leipzig

Mit diesen prominenten Weggefährten feiert Wolf Biermann seinen 90. Geburtstag

Der legendäre Liedermacher wird am 15. November 90 Jahre alt

 18.06.2026

Programm

Israel Day, Goldene Zwanziger und ein Kult-Hai: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 18. Juni bis zum 25. Juni

 17.06.2026