Medien

Presserat prüft Beschwerden wegen Anti-Baerbock-Kampagne

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen Foto: imago images/Future Image

Beschwerden wegen einer Anzeigenkampagne der »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« (INSM) gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock beschäftigen nun auch den Deutschen Presserat und den Deutschen Werberat.

Derzeit lägen dem Presserat drei Beschwerden vor, eine gegen die Printausgabe der »Süddeutschen Zeitung«, zwei gegen die Internetseite der Zeitung, sagte der Leiter des Beschwerdemanagements, Arno Weyand, am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Beim Werberat gingen unter anderem Beschwerden ein, weil die Anzeige religiöse Gefühle verletze.

anzeige Die Initiative, die nach eigenen Angaben durch die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie finanziert wird, hatte in den Freitagsausgaben überregionaler Tageszeitungen und auf Internetportalen eine große Anzeige geschaltet, in der Baerbock als Mosesfigur mit zwei Steintafeln dargestellt wird. Überschrieben ist die Anzeige, die unter anderem in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, der »Süddeutschen Zeitung« und im Berliner »Tagesspiegel« erschien, mit dem Slogan »Wir brauchen keine Staatsreligion«. Auf den Tafeln waren statt Geboten Verbote zu lesen.

Die beim Presserat eingegangenen Beschwerden kritisierten Weyand zufolge die massive Platzierung der Anzeige auf dem Online-Portal der »Süddeutschen Zeitung« in direkter Kombination mit einem Bericht über den Parteitag der Grünen. Das Aufeinandertreffen von Anzeige und Artikel werfe die Frage auf, ob die Veröffentlichung möglicherweise gegen Ziffer 7 des Pressekodex verstoße. Danach muss es eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Werbung geben.

Die Anzeige hatte heftige Kritik ausgelöst. Antisemitismusexperten und Theologen kritisierten, sie bediene antisemitische Klischees. epd

»My Unorthodox Life«

Show statt Reality

Auf Netflix langweilt Julia Haart mit der Inszenierung ihres Familienlebens – der Weg zum Ausstieg aus dem charedischen Judentum bleibt unklar

von Ayala Goldmann  30.07.2021

Bayreuth

»Mein Großvater liebte Wagner«

Daniel Draganov spielt Violine im Orchester der Festspiele – er ist der Enkel von Schoa-Überlebenden

von Maria Ossowski  30.07.2021

Kino

Warum Scarlett Johansson Disney verklagt

Eine Superheldin zieht gegen einen Unterhaltungsriesen ins Feld: Alles deutet auf einen hitzigen Kampf hin

von Barbara Munker  30.07.2021

Justiz

»Wir tolerieren keine Hassrede«

Der BGH entscheidet, dass Facebook vor einer Sperre die Nutzer informieren und anhören muss

von Anja Semmelroch  29.07.2021

NS-Zeit

Die »Ghetto Girls«

Judy Batalion, Enkelin von Holocaust-Überlebenden, erinnert an vergessene jüdische Freiheitskämpferinnen

von Christiane Laudage  29.07.2021

Zum 100. Geburtstag

»Ikone der jüdischen, israelischen und zionistischen Kultur«

Israels Nationalbibliothek digitalisiert den Nachlass der Widerstandskämpferin und Dichterin Hannah Senesh

 29.07.2021

Stuart Weitzman

»Schuhe sind meine Goldmedaillen«

Schon der Vater besaß eine Schuh-Fabrik – der Sohn wurde zum Designer der Stars. Jetzt wird er 80 Jahre alt

von Christina Horsten  29.07.2021 Aktualisiert

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  29.07.2021

SchUM-Städte

Das Zentrum von Aschkenas

Speyer, Worms und Mainz werden in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen. Damit erhalten erstmals jüdische Stätten in Deutschland diesen Titel

von Frank Olbert  29.07.2021