Medien

Debatte um Anti-Baerbock-Anzeige geht weiter

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen Foto: imago images/Future Image

Nach heftiger Kritik an ihrer Kampagne gegen die Grünen und deren Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat die »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« den Vorwurf des Antisemitismus zurückgewiesen und zugleich für die Zukunft mehr Sensibilität versprochen.

»Sollten wir mit der Anzeige persönliche oder religiöse Gefühle verletzt haben, so bedauern wir dies und versichern, dass dies in keiner Weise beabsichtigt war«, erklärte die Initiative am Dienstag in Berlin. Sie trete ein für eine offene demokratische Gesellschaft, in der kein Platz für Antisemitismus sei.

»Wir werden aber noch deutlicher als bisher darauf achten, dass kein Zweifel an unserer Abscheu gegenüber jeder Form des Antisemitismus oder Antijudaismus aufkommen kann«, hieß es in der Mitteilung.

Die Initiative, die nach eigenen Angaben durch die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie finanziert wird, hatte in den Freitagsausgaben überregionaler Tageszeitungen eine große Anzeige geschaltet, in der Baerbock als Mosesfigur mit zwei Steintafeln dargestellt wird.

Überschrieben ist die Anzeige, die unter anderem in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, der »Süddeutschen Zeitung« und im Berliner »Tagesspiegel« erschien, mit dem Slogan »Wir brauchen keine Staatsreligion«. Auf den Tafeln waren statt Geboten Verbote zu lesen.

Die Anzeige erntete heftige Kritik. Antisemitismusexperten und auch Theologen störten sich an der Kampagne, unter anderem weil sie in ihren Augen antijudaistische Klischees bedient. Der Antisemitismus-Beauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christian Staffa, forderte sogar eine Entschuldigung für die Anzeige. Die Kampagne war am Dienstag weiter auf der Internetseite der Initiative zu sehen. epd/ja

Stutthof-Prozess

»Ein Recht auf Antworten«

Die Nebenklage fordert die ehemalige Sekretärin des KZ auf, die Möglichkeit des letzten Wortes zu nutzen und sich zu erklären

 29.11.2022

Berlin

Mehr Tempo im Kampf gegen Antisemitismus gefordert

Aus Sicht der Amadeu Antonio Stiftung und anderer Verbände kommt die Ampelkoalition im Kampf gegen Judenhass zu langsam voran

 29.11.2022

Justiz

Josef Schuster: Urteile bei antisemitischen Straftaten zu oft zu mild

Gerichtsurteile würden zu häufig mit Verweis auf schwierige Kindheit oder Gesamtumstände gemildert

 29.11.2022

Nahost

Zwei-Staaten-Lösung

Vor 75 Jahren beschloss die UNO den Teilungsplan. Warum wurde der arabisch-jüdische Konflikt damit nicht beigelegt?

von Michael Brenner  29.11.2022

Fußball

»Wir spüren Hass, sind von Feindseligkeit umgeben und nicht erwünscht« 

Israelische Journalisten berichten von massiven Anfeindungen bei WM in Katar

von Sara Lemel  27.11.2022

Finanzministerium

Keine »Schuldbremse«

Luise Hölscher über Berichte, dass bei Zahlungen an Holocaust-Überlebende gespart werden sollte

von Detlef David Kauschke, Joshua Schultheis  27.11.2022

Antisemitismus

Rätselhaftes gemeinsames Abendessen

Kaum hat Trump seine Kandidatur fürs Weiße Haus erklärt, macht er mit zwielichtigen Dinner-Gästen von sich Reden. Einen rechtsextremen Nationalisten will er gar nicht gekannt haben. Und Rapper Kanye West, lobt er, habe sich beim Essen nicht antisemitisch geäußert

von Julia Naue  26.11.2022

Extremismus

Deutsch-Iraner soll Brandanschläge auf Synagogen in Bochum und Dortmund geplant haben

Ob der Verdächtige auch für die Schüsse auf die Alte Synagoge in Essen verantwortlich ist, wird nun geprüft

 25.11.2022

NRW

Drei weitere Taten in derselben Nacht nach Schüssen auf Rabbinerhaus

Es habe bereits eine Festnahme gegeben, sagt Innenminister Reul am Freitag im Innenausschuss

 25.11.2022