Lesen

Mog, der vergessliche Kater

Kinderbuchklassiker: Judith Kerrs Kater Mog Foto: Ravensburger

Lesen

Mog, der vergessliche Kater

Eine Sonderedition von Judith Kerrs Kinderbuch zum 90. Geburtstag der Autorin

von Katrin Diehl  29.07.2013 20:53 Uhr

Altmodische Kinderbücher funktionieren, auch wenn manche sich lustig machen über zu viel heile Welt, in die nur deshalb ein wenig Unordnung gerät, damit zum Ende doch alles wieder ins Lot kommt. Diese Art Bücher mit liebenswerten bunten Bildern, bekommt keine Preise, erfreut aber generationenübergreifend.

Da ist zum Beispiel Mog, der Kater, den Kinder in England schon 40 Jahre lang kennen und lieben. Mog setzt sich auf den Fernseher und lässt seinen Schwanz vor dem Bildschirm hin und her schaukeln, obwohl gerade ein spannender Boxkampf läuft. Mog frisst seinen Napf leer, weil er aber schrecklich vergesslich ist, vergisst er, dass er seinen Napf leer gefressen hat und wundert sich über die Leere. Er vergisst auch, dass es eigens für ihn eine Katzenklappe gibt und jammert vor dem Fenster, bis man ihn hereinlässt.

vital Judith Kerr, Tochter des legendären Theaterkritikers Alfred Kerr, die in London lebt, ist die Schöpferin von Mog. Von 1970 bis 2002 hat die gelernte Illustratorin in 17 Bänden Englands Kinder mit ihrem Kater beglückt. In Deutschland, wo man mit Judith Kerrs Namen oft nur den autobiografischen Roman Als Hitler das rosa Kaninchen stahl verbindet, ehrt zu ihrem 90. Geburtstag in diesem Jahr der Ravensburger Verlag mit einer Neuedition von Mog, der vergessliche Kater die routinierte Zeichnerin, die bis heute Bilder voller Vitalität und farbenfroher Direktheit schafft.

Und Mog beweist, dass er, wenn auch zufällig, ein Nutztier sein kann. Ein Einbrecher stolpert über den Kater und weckt dabei das ganze Haus. Auf dem Schlussbild mit Kindern, Kater, Eltern und eifrigem Bobby guckt der ertappte Bösewicht nicht gerade glücklich unter seiner Schiebermütze hervor. Immerhin hat man aber auch ihm eine Tasse Tee in die Hand gedrückt.

Judith Kerr: »Mog, der vergessliche Kater«. Ravensburger, Ravensburg 2013, 40 S., 10 €

Frankfurt

Kronen der Schrift

Im Jüdischen Museum ist die weltweit größte Privatsammlung von Rimonim zu sehen. Sie stammen aus China, dem Jemen oder Marokko. Gesammelt hat sie ein heute 100-jähriger Schweizer Jude

von Mascha Malburg  05.10.2026

Biennale Jerusalem

Aus den Tiefen ins Licht

250 Künstler aus Israel und anderen Ländern verarbeiten das Massaker des 7. Oktober

von Sabine Brandes  05.10.2026

Literatur

Dorfroman mit Ewigkeitsnote

Die Eltern der Autorin Shida Bazyar stammen aus dem Iran. Ihr Buch »Die Lücken« ist einer der besten deutschen Romane überhaupt

 05.10.2026

Literatur

Als der Flieder in Kreuzberg blühte

Die deutsch-jüdische Schriftstellerin Dana Vowinckel trifft mit ihrem zweiten Roman »Anton und Alma« den Nerv der Zeit

von Ayala Goldmann  05.10.2026

7. Oktober 2023

Sie war 25

Eine Erinnerung an Mai Itzhaki aus Hod Hasharon

von Ayala Goldmann  05.10.2026

Hamburg

Wolf Biermann wirft Netanjahu Antisemitismus vor

Der streitbare Liedermacher kritisiert die israelische Regierung scharf. Sie begehe in Gaza Kriegsverbrechen und verwandele Israel in einen »brutalen Unterdrückerstaat«

 05.10.2026

Fußball

Irischer Fitness-Trainer wirft Israel Spuckattacke vor

Irland gegen Israel war eine Nations-League-Paarung, die seit der Auslosung für viel Unruhe gesorgt hat. Beim Rückspiel gibt es nun Vorwürfe zu einem extrem unsportlichen Verhalten

 05.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Kalifornien

Israelischer Schauspieler Guy Kapulnik stirbt bei Flugzeugabsturz

Parallel zur Schauspielerei entwickelte sich das Fliegen zu einem zentralen Bestandteil seines Lebens

 02.10.2026