Neuerscheinung

Mit Emre und Marie Chanukka feiern

Bei welcher Familie mit kleinen Kindern liegen sie nicht herum – die dünnen Pixi-Bücher, die in jede Tasche passen und für 99 Cent zu haben sind? Die Mini-Bücher sind gerade einmal zehn mal zehn Zentimeter groß und erzählen in altersgerechter Sprache Alltagsgeschichten, Märchen oder reduzieren Kinderliteratur auf Miniaturformat. Manchmal erklären sie den Kindern auch die Welt – so wie eine der neusten Publikationen der Reihe, die Warum feiert Noah kein Weihnachten? heißt.

Auf den Pixi-obligaten 24 Seiten erfährt ein kleiner jüdischer Junge nicht nur, dass die Mehrheitsgesellschaft Weihnachten feiert. Seine Eltern erklären ihm auch, weshalb sie als jüdische Familie Chanukka feiern und was alles dazugehört. Auch seine Freunde aus der Vorschule lernen, was es bedeutet und warum jüdische Menschen jeweils um die Weihnachtszeit ihr eigenes Lichterfest feiern. Noah versteht im Laufe der Geschichte, dass es bei den monotheistischen Weltreligionen unterschiedliche Feste und Feiertage gibt und man sie auch gemeinsam feiern kann, selbst wenn man eine andere Religion hat.

Noah versteht, dass es unterschiedliche Feste und Feiertage gibt

»Es soll gezeigt und erklärt werden, was Chanukka ist und wie säkulare Juden in Deutschland es feiern. Gleichzeitig sollten auch die anderen hier hauptsächlich vorkommenden Religionen beziehungsweise Kulturen wie Christentum und Islam Raum erhalten und Unterschiede genauso wie Gemeinsamkeiten wie beispielsweise Fastenzeiten aufgezeigt werden«, sagt Anke Küpper, die Autorin des Buches.

Insbesondere in Zeiten, »in denen Antisemitismus auf erschütternde Art und Weise zunimmt, war es extrem wichtig, dieses Pixi zu schreiben. Wenn es nur einen winzigen Beitrag zum Frieden zwischen den Religionen und Kulturen leisten kann, wäre ich schon sehr froh. Es lesen ja nicht nur die Kinder, sondern meistens lesen die Eltern das Pixi-Buch vor.« Bemerkenswert dabei ist, dass der Junge im Buch Noah heißt, also jenen hebräischen Namen trägt, der seit einigen Jahren zu den beliebtesten Vornamen Deutschlands zählt. Der kleine Noah gehört also zur deutschen Gesellschaft genauso wie seine Freunde Marie oder Emre.

Die Autorin des Buches hat sich zum ersten Mal bewusst Chanukka-Musik angehört

Mit Warum feiert Noah kein Weihnachten? hat der Carlsen-Verlag eine Geschichte entwickelt, die dem allerjüngsten Lesepublikum auf verständliche Weise näherbringt, dass in Deutschland eben nicht alle Menschen Weihnachten feiern und eine pluralistische Gesellschaft es schaffen kann, koexistent zu sein, vorausgesetzt, man stellt Fragen und hört dem anderen zu. Auch der Autorin ist es ein Anliegen, dass die Kinder das gut verstehen. Anke Küpper, die die Geschichte im Auftrag des Verlags geschrieben hat, sagt: »Mir war wichtig, dass sie neugierig aufeinander sind und alle Religionen friedlich nebeneinander gelebt werden können. Und dass man als Leser selbst Lust auf Chanukka bekommt.« So habe sie sich zum ersten Mal bewusst Chanukka-Musik angehört und festgestellt: »Die ist viel fröhlicher und beschwingter als die meisten Weihnachtslieder.«

Das neue Pixi-Buch konnte durch Spenden und Förderungen lanciert werden. Es ist als Sonderedition in Zusammenarbeit mit dem Carlsen Verlag und dem European Leadership Network (ELNET) entstanden und wurde im Rahmen der Kampagne »Fragemauer« seit Anfang Dezember 30.000-mal an Kitas sowie an Erstklässler deutscher Grundschulen verteilt. Das Buch wurde 30.000-mal an Kindergärten
und Schulen verteilt. Seit 2007 engagiert sich ELNET als Denkfabrik und Netzwerkorganisation im europäisch-israelischen Kontext. Die Organisation verfolgt das Ziel, Lernen, Austausch und Beteiligung auf innovative Weise zu fördern, unter anderem auch mit dem Projekt »Fragemauer«, das mittels Fragen und Antworten Hass, Diskriminierung und Unwissen abbauen will.

Das Buch wurde 30.000-mal an Kindergärten
und Schulen verteilt.

Dabei soll es nicht in erster Linie um Juden als Opfer gehen, sondern um die Vielfalt jüdischen Lebens und um den Alltag in Israel. Die Fragen dienen als Anstoß zum Nachdenken, Diskutieren und gemeinsamen Lernen – auch mit dem neuen Pixi-Buch. Die Mini-Bücher sind wie der Teddybär oder die Bauklötze aus den meisten Kinderzimmern nicht wegzudenken und machen den Weg frei, bisher ungelöste Fragen zu beantworten.

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