Auszeichnung

Marion-Samuel-Preis geht an Susanne Siegert für NS-Aufklärung

Autorin und Aktivistin: Susanne Siegert

Der Marion-Samuel-Preis der Augsburger Stiftung Erinnerung geht dieses Jahr an die Autorin Susanne Siegert. Sie werde für ihren Einsatz für eine zeitgemäße und lebendige Erinnerungskultur gewürdigt, teilte die Stadt Augsburg als Schirmherrin der Stiftung am Dienstag mit. Siegerts Engagement richte sich insbesondere an die jüngere Generation. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis soll am 11. Mai im Erinnerungs- und Lernort »Halle 116« in Augsburg verliehen werden.

In ihren Kurzvideos auf Instagram und Tiktok konfrontiert Siegert die Social-Media-Community mit deutscher NS-Geschichte, wie es weiter hieß. Sie erreiche damit Hunderttausende Menschen.

»Neugierig, emphatisch und zugleich schonungslos - Susanne Siegert deckt auf, erforscht und stellt dabei die Frage, was Erinnerungskultur heute ausmacht«, so die Stadt Augsburg. In einer Zeit, in der die Erinnerung an die deutsche NS-Geschichte zu verblassen drohe, steuere die Autorin und Aktivistin gegen: »Weg von Ritualen und dem distanzierten Blick von außen hin zum Konkreten und der eigenen Geschichte.«

Namensgeberin wurde im KZ ermordet

Die Namensgeberin des Preises, Marion Samuel, kam am 27. Juli 1931 zur Welt. Am 3. März 1943 wurde das jüdische Mädchen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Stiftung Erinnerung will an Samuel erinnern - und auch an jene Menschen, die ihr Schicksal teilen. Sie fördert Personen und Institutionen, die sich gegen das Vergessen, Verdrängen und Relativieren der in der NS-Zeit begangenen Verbrechen wenden und die wissenschaftliche Aufarbeitung dazu voranbringen.

Der Marion-Samuel-Preis wird seit 1999 verliehen. Zu den Geehrten zählen unter anderen die Aktion Sühnezeichen, der Historiker Götz Aly, der Schriftsteller Imre Kertesz, der Verlag Carl Hanser, der Filmemacher Michael Verhoeven und der Musiker Wolf Biermann.

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