Olympia 1972

Liebe in Zeiten des Terrors

Foto: Berlin Verlag

Olympia 1972

Liebe in Zeiten des Terrors

Jean Mattern erzählt eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des »Schwarzen September«

von Reinhard Helling  25.07.2016 19:58 Uhr

Der britische TV-Journalist Sebastian Craig reist 1972 für die BBC nach München, um über die »heiteren Spiele« zu berichten. Er hat sich vorgenommen, am Rande der 20. Sommerspiele ein Stimmungsbild von Deutschland 36 Jahre nach der Verkehrung der olympischen Idee zur gigantischen NS-Propagandainszenierung einzufangen.

Skandal Im internationalen Pressetross trifft Craig auf Sam Cole von der New Yorker Jewish Week, der ihn sofort fasziniert. Gemeinsam planen sie, den amerikanischen Wunderschwimmer Mark Spitz zu interviewen. Da ahnen sie weder, dass der 22-Jährige mit sieben Goldmedaillen zum jüdischen Sport- und Superstar schlechthin werden wird, noch dass am 5. September die palästinensische Terrorgruppe »Schwarzer September« das israelische Mannschaftsquartier überfallen und Geiseln nehmen wird.

Auch wissen Craig und Cole noch nicht, wie sie mit ihrer anschwellenden Zuneigung füreinander umgehen sollen. In seinem vierten Roman hat Jean Mattern, Jahrgang 1965, dem mehrmals verfilmten und gut dokumentierten »Massaker von München« einen neuen Dreh gegeben: Auf niveauvolle Weise hat der als Lektor in Paris lebende rumänischstämmige Autor, der 2015 mit dem Friends of the Jerusalem Book Fair Award geehrt wurde, die bekannten Fakten der Tragödie in eine berührende Lovestory zwischen zwei Männern eingewoben, die damals noch ein Skandal gewesen wäre.

Jean Mattern: »September«. Roman. Berlin Verlag, Berlin 2016, 160 S., 15,99 €

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

"Es ist kein Einzelfall, dass jungen Frauen die Kette mit dem Davidstern vom Hals gerissen wird": Ute Cohen

Literatur

Kein Licht im Club der Versehrten

Ute Cohen zeigt in ihrem neuen Roman »Willents Brut« wie die deutschen Dämonen in einer Nachkriegsfamilie zerstörerisch nachwirken

von Stefan Meetschen  25.09.2026

Berlin

Vor 70 Jahren lief »Das Tagebuch der Anne Frank« auf deutschen Bühnen

Ihr Tagebuch gehört zur Weltliteratur. Das gleichnamige Theaterstück polarisierte dagegen

von Nikolas Ender  25.09.2026

Yotam Ottolenghi

Auch einfach lecker

Der israelisch-britische Koch hat sein neues Buch »Simple Too« in Berlin vorgestellt

von Katrin Richter  25.09.2026

Frankfurt

Jüdische Gemeinde Frankfurt erhöht Druck auf Hessischen Rundfunk

Im Streit um das in der NS-Zeit enteignete Grundstück der örtlichen B’nai-B’rith-Loge stehen nun auch personelle Konsequenzen im Raum

 25.09.2026

UEFA Nations League

Wirbel um Eckfahnen-Jubel nach Gelb-Rot für Israels Stürmer

Der israelische Stürmer Sayed Abu Farkhi schnappte sich beim Torjubel im Spiel gegen Österreich die Eckfahne - und wurde daraufhin vom Platz gestellt

 25.09.2026

Fernsehen

Adolf und seine »Akte«

Die fünfte Staffel von »Babylon Berlin« spielt 1933 zur Zeit von Hitlers Machtergreifung. Unterhaltung mit politischem Anspruch, aber stimmen die Fakten?

von Ayala Goldmann  25.09.2026

Berlin

Iris Berben: Antisemitismus entschieden entgegentreten

In Lesungen, Schulbesuchen oder öffentlichen Diskussionen tritt die Schauspielerin unermüdlich für jüdisches Leben ein. Dafür wurde sie nun ausgezeichnet - und erhält emotionale Worte von Igor Levit

 25.09.2026

Los Angeles

Rapper Macklemore kündigt »Free Palestine Tour« in Europa an

Wegen israelfeindlicher Äußerungen wurde der US-Rapper aus dem Vorprogramm der Tour von Popstar Ed Sheeran gestrichen. Jetzt kündigt er drei europäische Auftritte an

 25.09.2026