Nazivergangenheit

Keine Ehrenmedaille für Rühmann und Riefenstahl

Heinz Rühmann, Leni Riefenstahl und 12 weitere Preisträger verlieren wegen ihrer NS-Vergangenheit nachträglich die SPIO-Ehrenmedaille Foto: picture alliance

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) entzieht Heinz Rühmann, Leni Riefenstahl und 12 weiteren Preisträgern wegen ihrer NS-Vergangenheit nachträglich die Ehrenmedaille. Damit ziehe man Konsequenzen aus einer Studie zur NS-Vergangenheit des Führungspersonals der Organisation sowie der Preisträgerinnen und Preisträger, teilte die SPIO am Mittwoch in Wiesbaden mit. Die vom Institut für Zeitgeschichte in München durchgeführte Untersuchung habe die 14 Personen als »NS-belastet« oder »NS-konform« eingestuft.

Neben Rühmann und Riefenstahl werde die SPIO-Ehrenmedaille August Arnold, Alfred Bauer, Aurel G. Bischoff, Willi Burth, Karl Fritz, Joachim Graßmann, Alexander Grüter, Joachim Henkel, Joachim Raffert, Erich Stoll, Olga Tschechowa und Ludwig Waldleitner aberkannt. »Wir wollen mit der Aberkennung der Medaille ein klares Zeichen gegen den wieder erstarkenden Rechtsextremismus, aber auch gegen jede andere Form von Extremismus, Rassismus, Diskriminierung und Hetze setzen«, erklärte SPIO-Präsident Peter Schauerte.

Eine Ausnahme und ein neuer Preis

In einem Ausnahmefall sei entschieden worden, die Ehrenmedaille nicht abzuerkennen: Der ehemalige Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main, Hilmar Hoffmann, habe sich zeitlebens »wirksam für eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit eingesetzt und Akzente für eine künstlerische Gegenposition zum nationalsozialistischen Filmerbe gesetzt«, heißt es in der Studie. Das Präsidium habe dies als Beleg dafür gesehen, dass Menschen sich ändern und kritisch-selbstreflektiert aus Verfehlungen lernen könnten.

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Als Konsequenz aus der Studie werde die Ehrenmedaille in ihrer bisherigen Form nicht mehr vergeben, hieß es weiter. An ihre Stelle rücke ein neuer Preis, dessen Kriterienkatalog derzeit erarbeitet werde. Der Preis werde nicht nur besondere Leistungen und Verdienste für die Filmwirtschaft würdigen, sondern explizit auch das gesellschaftliche Engagement für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

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