Glastonbury-Skandal

Keine Anklage gegen Bob-Vylan-Musiker

Die Band Bob Vylan skandierte auf dem Glastonbury-Festival »Death, death to the IDF«. Foto: picture alliance / empics

Ein Rapper des Punk-Rap-Duos Bob Vylan muss nach dem Skandal um einen israelfeindlichen Slogan auf dem Glastonbury-Festival keine rechtlichen Konsequenzen fürchten. Die Voraussetzungen für eine Strafverfolgung seien nicht erfüllt und es gebe keine weiteren Maßnahmen, teilte die Polizei von Avon and Somerset mit. Es lägen »unzureichende« Beweise für eine »realistische Aussicht auf eine Verurteilung« vor.

Das Duo war Ende Juni beim Glastonbury-Festival in England aufgetreten. Der Sänger rief mit dem Slogan »Death, death to the IDF« (Tod den israelischen Streitkräften) zu Sprechchören des Publikums auf. Der als antisemitisch eingestufte Auftritt wurde in der Folge massiv kritisiert, auch vom britischen Premierminister Keir Starmer. Die BBC, die den Auftritt live übertragen hatte und dafür ebenfalls schweren Vorwürfen ausgesetzt war, sowie der Veranstalter distanzierten sich deutlich.

Die Polizei teilte nach dem Auftritt mit, sie ermittle wegen möglicher Straftaten und prüfe, ob es sich um Hasskriminalität gehandelt habe. Nun, Monate später, spricht die Behörde von einem komplexen und aufwendigen Fall. Im Zuge der Ermittlungen habe sich gezeigt, dass es »grundlegende Beweisschwierigkeiten« gebe. Daher stelle man die Ermittlungen ein.

Lesen Sie auch

Die Musiker stellten den von vielen Seiten kritisierten Slogan als legitime Kritik an der israelischen Kriegsführung im Gazastreifen dar. In einem X-Beitrag teilte Bob Vylan nun mit, dass die strafrechtliche Untersuchung von Beginn an »ungerechtfertigt« gewesen sei. Das Duo hoffe, dass die eingestellten Ermittlungen andere dazu inspirierten, »sich ohne Angst für das palästinensische Volk einzusetzen und dies auch weiterhin zu tun«. dpa/ja

Kolumne

»Un-fucking-believable«

Als erste Israelin: Noga Erezʼ fast surrealer Auftritt auf dem Coachella Valley Festival

von Laura Cazés  21.04.2026

New York

»Der Teufel trägt Prada 2« feiert Premiere

Der 2006 erschienene erste Teil gilt als Kult. Die Premiere der Fortsetzung zieht die Prominenz in Scharen an. Wann startet das Werk in Deutschland?

 21.04.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Kamele an der Limmat oder wie Zürich mit Tradition umgeht

von Nicole Dreyfus  20.04.2026

Essay

Darf es mir gut gehen …?

Die Welt brennt an allen Ecken und Enden. Unsere Autorin Barbara Bišický-Ehrlich plädiert für die Hoffnung als Lebensprinzip in dunklen Zeiten

von Barbara Bišický-Ehrlich  20.04.2026

Los Angeles

Natalie Portman erwartet drittes Kind

Zwei Kinder hat sie bereits aus ihrer früheren Ehe

 20.04.2026

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  19.04.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  19.04.2026

Aufgegabelt

Falafel-Bowl mit Quinoa

Rezept der Woche

von Katrin Richter  19.04.2026

Eurovision Song Contest

Mehr als 1000 Prominente verteidigen Israels ESC-Teilnahme

Helen Mirren, Amy Schumer und Co: Internationale Persönlichkeiten unterzeichnen einen offenen Brief

von Sabine Brandes  19.04.2026