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Gil Ofarim: »Ich kann die Kritik nachvollziehen - vor allem, wenn ich auch nur das wüsste, was die Öffentlichkeit weiß«

Foto: picture alliance / BoKo pictures

Zwölf mehr oder weniger bekannte deutsche Promis sind am Freitagabend in den australischen Dschungel gezogen. Aber noch bevor sie mit dem Helikopter nach Down Under gebracht wurden, drehte es sich bei »Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!« eigentlich nur um einen: den Musiker Gil Ofarim (43). 

Mit »Ich geb‘ dir aus Respekt die Hand, auch wenn ich scheiße finde, was du gemacht hast« begrüßte ihn Reality-Star Umut Tekin (28) zu Beginn der 19. Dschungelcamp-Staffel auf RTL. Er habe »leider gar nichts Gutes gehört«, stellte auch der ehemalige Bauer-sucht-Frau-Teilnehmer Patrick Romer (30) klar.

Ofarim hatte international für Aufsehen gesorgt, als er erst in einem Video Antisemitismus-Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels erhoben hatte und später vor dem Landgericht Leipzig einräumte, diese schwerwiegenden Vorwürfe erfunden zu haben. Wegen der »Davidstern-Affäre« wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Nach dem Prozess hatte sich der gebürtige Münchner aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. 

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Nun ist der jüdische Musiker also wieder auf der Bildfläche. Von der wenig herzlichen Begrüßung sichtlich verärgert und nach eigener Aussage lustlos, schon am Morgen über »so heikle Themen« sprechen zu müssen, machte Ofarim seinen Standpunkt klar: »Ich habe die Zeit gebraucht, die Kritik macht was mit einem und ich kann sie nachvollziehen«, sagte er. Und ergänzte dann: »Vor allem, wenn ich auch nur das wüsste, was die Öffentlichkeit weiß.« 

Er würde gerne mehr erzählen, sagte er zu Romer vor dem Einzug ins Camp. Dürfe er aber nicht. Später gab er an, eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben zu haben. »Ich habe die Schuld auf mich genommen«, sagte er, als Schauspieler Hardy Krüger jr. ihn auf den Vorfall ansprach. »Es ging nur so.« 

Er könne auch nicht ungeschehen machen, was passiert sei, so der Musiker, dessen Vater der israelische Sänger Abi Ofarim (1937-2018) ist. Entschuldigen könne er sich »für die Art und Weise, wie ich es gemacht habe«. Nun wolle er zeigen, dass er ein anderer sei wie in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit dargestellt. 

17 Tage haben die Mehr-oder-weniger-Promis nun Zeit, um bei australischer Hitze über heikle Themen zu sprechen und vor allem, um das Preisgeld von 100.000 Euro zu gewinnen. Gleich zu Beginn mussten sie sich für besseres Essen von einem meterhohen Turm stürzen und durch Eingeweide kriechen. 

Aufgeteilt wurden die Kandidaten in diesem Jahr in zwei kleinere Camps. Im kleineren von beiden, dem sogenanntes »Snake Rock«-Camp, sollen Samira Yavuz, Simone Ballack, Stephen Dürr, Hubert Fella und Nicole Belstler-Boettcher nächtigen.

Den nach dem Preisgeld gierenden Promis werden in den nächsten Tagen ekelerregende Speisen serviert. Bei Reis und Bohnen wird dann auch genug Zeit bleiben, um am gemeinsam entfachten Feuer heikle Themen zu diskutieren - etwa der Betrug des Mannes von Teilnehmerin Yavuz mit Teilnehmerin Eva Benetatou. Die ersten Dschungelprüfungen absolvierten nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner mit Erfolg. 

Vorhergesagte Hitze wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Leben im Camp zusätzlich erschweren. An der Produktionsstätte an der Ostküste Australiens nahe dem Ort Murwillumbah erwarten Wetterexperten für die nächsten Tage Temperaturen bis zu 37 Grad bei nur wenigen Wolken. 

Auf der Pritsche in der Hitze bleibt den Dschungelcampern also nur wenig Luxus. Ein wenig Erleichterung - nämlich zwei »Luxus-Artikel« - durften sie vor Einzug aber auswählen und einpacken. Viele haben sich für das Gleiche entschieden: ein Kissen. Bleibt also, auf erholsame und ruhige Nächte zu hoffen. Die Tage werden in nächster Zeit nämlich ganz sicher weder erholsam noch ruhig.


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