Religion

Humorlose Spaghettimonster

Foto: Klett-Cotta

Religion

Humorlose Spaghettimonster

Gideon Böss hat für sein Buch »Deutschland, deine Götter« 26 Glaubensgemeinschaften getestet

von Stefan Laurin  25.07.2016 19:53 Uhr

Der Schriftsteller und »Welt«-Blogger Gideon Böss hat sich auf einer langen Tour Deutschlands Religionsgemeinschaften angeschaut: verschiedene christliche und muslimische Gruppierungen, Scientologen, Hindus, Wicca und die Reste der Bhagwan-Sekte. Das klingt auf den ersten Blick wie Comedy, doch Böss’ Leistung ist, nicht die naheliegenden Gags zu reißen, sondern sich allen erst einmal mit Neugier und Respekt zu nähern.

Widersprüche Es sind immer dieselben Fragen, auf die er Antworten sucht: Was macht den Kern des Glaubens aus, wie ist das Verhältnis zu anderen Gläubigen, welche Riten gibt es, und wie sieht der Glaube im Alltag aus? Und weil Böss seine Gesprächspartner ernst nimmt und ihnen offen gegenübertritt, reden sie ebenso offen mit ihm, sprechen auch über die Widersprüche ihres Glaubens und zeigen, ob sie Humor haben oder nicht.

Die Heilsarmee, die an heruntergekommenen Bahnhöfen ihre Arbeit verrichtet, ist Böss fremd, doch ihr Mut und ihre Konsequenz, das spürt man, nötigen ihm Bewunderung ab. Dass die Satire-Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters sich humorbefreiter als jeder Katholik äußert, befremdet ihn dann aber doch. Ein Buch, bei dem man sich wundert – und das ist nicht das Schlechteste, was dem Leser bei einem Buch zum Thema Religion passieren kann.

Gideon Böss: »Deutschland, deine Götter«. Klett-Cotta, Stuttgart 2016, 398 S., 19,95 €

Philadelphia

Erstes Konzert nach Macklemore-Aus: Sheeran äußert sich

Wegen israelfeindlichen Äußerungen und einer antisemitischen Vorgeschichte wurde US-Rapper Macklemore aus dem Vorprogramm von Popstar Ed Sheeran gestrichen. Jetzt ist Sheeran erstmals wieder aufgetreten

 20.09.2026

Musik

Biermann mit neuen Liedern: »Mensch, misch’ dich ein«

Der Liedermacher Wolf Biermann präsentiert auf einem neuen Album Unveröffentlichtes - manches neu, manches auch noch aus DDR-Zeiten. Die Themen hätten sich kaum verändert, sagt der Künstler

 20.09.2026

Fernsehen

»Zu Asche, zu Staub«

»Babylon Berlin« endet düster: Die fünfte Staffel spielt in der Zeit um Hitlers Machtergreifung 1933

von Julia Kilian  19.09.2026

Kommentar

Die Schatten der Vergangenheit sind lang

Wie der Hessische Rundfunk über jüdische Grundstücke stolpert

von Daniel Neumann  18.09.2026

Zahl der Woche

5 Dinge

Fun Facts und Wissenswertes

 18.09.2026

Social Media

Nach weltweiten viralen Song: Hasswelle gegen israelische Band Temper City

Der Song der israelischen Band wird zum Welthit – bis die Herkunft der Musiker bekannt wird. Dann beginnt im Netz der Boykott

von Sabine Brandes  18.09.2026

Noah Bendix-Balgley

»Musikalisches Risiko ist wichtiger als absolute Perfektion«

Der Erste Konzertmeister der Berliner Philharmoniker über seine Philosophie beim Spiel, Kritik an Boykotten gegen Künstler und sein erstes Klezmer-Album

von Christine Schmitt  18.09.2026

Bewusstsein

Pause!

Warum wir unser Leben und unseren Alltag immer wieder gezielt entschleunigen sollten. Eine Hymne auf die Langsamkeit

von Sophie Albers Ben Chamo  18.09.2026

New York

Künstlerin macht New Yorker Guggenheim Museum zur Murmelbahn

Taryn Simon ist für ihre Foto-Reportagen berühmt. Für eine große Ausstellung im Guggenheim Museum hat sie sich dazu noch etwas ganz anderes einfallen lassen

 18.09.2026