Sehen!

Hebrew Melodies

Die Geigerin Anne Battegay Foto: Screenshot

Anne Battegay ging es wie zahllosen anderen Musikern in der Corona-Krise: Auftritte wurden abgesagt, Konzerthäuser wurden geschlossen, Ensembles konnten sich nicht mehr zum Proben treffen. Doch die 32-jährige Violinistin aus Zürich, die im preisgekrönten Schweizer Belenus-Quartett und als Aushilfe an der Oper Zürich spielt, wollte sich nicht entmutigen lassen.

Seit März vergangenen Jahres tritt sie mit ihrem Verlobten François Robin (Violoncello) als Duo in Züricher Treppenhäusern, Gärten und Hinterhöfen auf. Unter dem Namen »Fiddlers at Home« geben die beiden auf Einladung von Hausgemeinschaften etwa halbstündige Konzerte mit einem Programm zwischen Klezmer und Klassik.

video Jetzt hat Anne Battegay vor wenigen Tagen auf ihrem YouTube-Kanal ein knapp 16-minütiges Video veröffentlicht, das sie im vergangenen November bei einer Reise nach Wien aufgenommen hat. In Hebrew Melodies – a personal journey geht die junge Geigerin der Frage nach, was es heute heißt, ein jüdischer Musiker zu sein, und was gerade Musiker zur Blüte europäisch-jüdischer Kultur am Anfang des 20. Jahrhunderts beigetragen haben.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Film zeigt neben Aufnahmen des Wiener Stadttempels, des Judenplatzes, des Jüdischen Museums und der Leopoldstadt auch das vielfach noch unentdeckte Repertoire jüdischer Komponisten wie Joseph Achron, Alexander Krein und Fritz Kreisler. Battegay wird dabei begleitet von Alessandro Tardino am Klavier und François Robin am Cello.

komponisten Zu hören sind »Caprice Hebraique« des russischen Komponisten Alexander Abramowitsch Krein (1888–1951), »Marche miniature Viennoise« des österreichisch-amerikanischen Violinisten Fritz Kreisler (1875–1962), »Hebrew Melody« des Litauers Joseph Achron (1866–1943), der bereits 1925 in die USA emigriert war, »Nigun« aus der Baal Shem Suite von Ernest Bloch (1880–1959), der ebenfalls früh aus der Schweiz nach Amerika auswanderte, »Kaddish« aus Deux melodies hebraiques von Maurice Ravel (1875–1937), »Kol Nidrei« von Max Bruch (1838–1929) sowie ein Auszug aus dem Film-Soundtrack zu Fiddler on the Roof.

Das Online-Kulturmagazin »O-Ton« stellte Hebrew Melodies in seiner Reihe »Corona-Clips« bereits als »Clip des Tages« vor. Anne Battegay und ihren Musikerkollegen ist zu wünschen, dass sie bald auch wieder vor Publikum auftreten können.

Heidelberg

Hüter des Gedächtnisses

Im Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden liegt alles, was jüdische Gemeinden seit 1945 in Deutschland an Dokumenten produziert haben. Jens Hoppe, der Leiter der Einrichtung, sichert die Zukunft der Bestände

von Eugen El  19.08.2026

Programm

Ein Moped-Gottesdienst, Kaffee, Kuchen und ein Zirkus-Koffer in Frankfurt: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 20. August bis zum 27. August

 19.08.2026

Orlando (Florida)

Harrison Ford wird erneut zu Indiana Jones

Diesmal wird der jüdische Darsteller kein Abenteuer auf der Leinwand erleben. Aber worum geht es dann?

 19.08.2026

Film

25 Jahre »A.I.«: Odyssee eines Roboter-Jungen

Ein Vierteljahrhundert ist Spielbergs Film »A.I. – Künstliche Intelligenz« jetzt alt. Das Werk ist extrem rührselig, aber dennoch sehenswert. Und es wirft Fragen auf, die auch 2026 sehr relevant sind

von Gregor Tholl  19.08.2026

Film

Überraschend witzige Geschichte über Begehren und Scham

In der Slasher-Satire »Teenage Sex and Death at Camp Miasma« von Jane Schoenbrun spritzt Blut, Gillian Anderson flirtet und eine junge Regisseurin versucht, ihre eigene Lust zu verstehen

von Shireen Broszies  19.08.2026

Frankfurt am Main

Friedenspreis: Mirjam Zadoff hält Laudatio auf Philipp Sands

Der Menschenrechtsanwalt Philippe Sands erhält eine der angesehensten Auszeichnungen Deutschlands. Nun wurde die Laudatorin bekanntgegeben

 19.08.2026

Rezension

Antidot gegen Lüge und Vernebelung

Richard Herzinger war ein lebenslanger Streiter gegen Antisemitismus jeglicher Couleur. Ein Auswahlband seiner Texte zeigt ihn nun einmal mehr als einen wortmächtig-analytischen Solitär

von Marko Martin  19.08.2026

Kino

»Hiddensee« - Ein Inselparadies, nicht frei von Widersprüchen

Punk am Strand, Kunst und Politik im Laufe der Zeit - eine Doku über die Ostseeinsel Hiddensee und ihre wechselvolle Geschichte

von Kira Taszman  18.08.2026

Filmpreis

Sophie von der Tann übernimmt Partnerschaft für »Deutschen Menschenrechts-Filmpreis«

Die umstrittene ehemalige ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann übernimmt die Patronage für die aktuelle Ausgabe des »Menschenrechts-Filmpreis«

 18.08.2026