Archäologie

Händler und Gelehrte

1.000 Jahre altes Fundstück Foto: Ulrich Sahm

Archäologie

Händler und Gelehrte

Jüdische Manuskripte aus Afghanistan

von Ulrich Sahm  17.01.2012 15:45 Uhr

Afghanische Hirten haben in den Bergen der Provinz Samangan in einer Höhle ein mittelalterliches Archiv mit jüdischen Texten entdeckt. Die rund 150 Pergamente, teilweise unleserlich und in schlechtem Zustand, werden jetzt von Experten der Hebräischen Universität Jerusalem untersucht und entziffert.

Einige mit Datum versehene Manuskripte in Judäo-Arabisch und Judäo-Persisch stammen aus dem 11. Jahrhundert u. Z., sagt Religionswissenschaftler Schaul Schaked. Die Manuskripte seien zweifellos echt und enthielten eine alte Übersetzung des biblischen Buches Jeremias ins Persische sowie bislang unbekannte wissenschaftliche Abhandlungen des jüdischen Gelehrten Saadja Gaon. Die Manuskripte stammten von einem jüdischen Händler, der auch Buch über seine Schuldner geführt habe, sagte Schaked.

Verschollen Der Fund wirft neues Licht auf alte, fast vergessene jüdische Gemeinden. Robert Eisenman, Experte für die Schriftrollen vom Toten Meer, erwartet neue Erkenntnisse über die Rhadaniten in Zentralasien, mittelalterliche jüdische Händler, deren Netzwerk Asien mit Europa verband.

Diese Rhadaniten seien im 11. Jahrhundert »völlig verschwunden«. Schaked meint, dass der Besitzer des Archivs Karaiter gewesen sein könnte, eine bis heute existierende jüdische Sekte, die nur die biblischen Schriften anerkennt und nicht die spätere rabbinische Literatur.

Eisenman geht einen Schritt weiter und spekuliert, dass der Fund vielleicht sogar ein Hinweis auf die mythologischen »zehn verlorenen Stämme« Israels sein könnte, die in biblischer Zeit in Richtung Osten, das heutige Afghanistan, Pakistan und Indien, gewandert und dann untergegangen seien.

Laut Schaked befinden sich die Dokumente heute bei Antiquitätenhändlern in London und Israel. Sie hätten sich bei Schaked gemeldet, woraufhin er nach London gereist sei, um die Dokumente in Augenschein zu nehmen. Die Händler verlangten für die alten Manuskripte »Millionenbeträge«. Schaked hofft, dass sich Spender finden, um sie zu erwerben und bei der Nationalbibliothek in Jerusalem zu hinterlegen, wo sie auch fachgerecht präpariert und konserviert werden könnten.

Fernsehen

Dschungelcamp 2026: Gil Ofarim soll Rekord-Gage kassieren

Der 43-jährige Sänger bekommt laut »Schlager.de« für seine Teilnahme an der in Australien gedrehten Show mehr Geld als je ein Teilnehmer zuvor

 18.01.2026

Aufgegabelt

Schkedei Marak

Rezepte und Leckeres

von Katrin Richter  18.01.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Meine Rache am System oder Wie ich an »weißes Gold« komme

von Ralf Balke  18.01.2026

Wissenschaft

Zellen gegen die Zeit

Israelische Forscher entdecken, wie unser Immunsystem den Alterungsprozess bremsen kann

von Sabine Brandes  18.01.2026

Sachbuch

Ein sehr deutsches Leben

Mit der Biografie über seinen Großvater erzählt Andreas Möller von einem Leben zwischen Mitläufertum und Aufbegehren

von Ralf Balke  18.01.2026

Eurovision Song Contest

Hape Kerkeling für Israels Teilnahme

Der Buchautor sagte in einem Podcast: »Das gehört einfach nicht auf die ESC-Tagesordnung, darüber zu sprechen.«

 17.01.2026

Fußball

Makkabäer-Ehrenpreis für den »Freundeskreis Hersh Goldberg-Polin«

Die Fangruppe wird für ihre Haltung, Zivilcourage und ihr klares Werteverständnis gegen Antisemitismus geehrt

 16.01.2026

ESC 2026

Brugger und Schöneberger moderieren ESC-Vorentscheid mit neun Acts

Die ARD verspricht für den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) eine breite musikalische Palette. Das TV-Publikum kann am Ende der Show am 28. Februar zwischen drei Acts auswählen

 16.01.2026

Dessau-Roßlau

Buch zur jüdischen Geschichte Anhalts vorgestellt

Ein neues Buch informiert über jüdische Orte in Anhalt und soll zum Besuch anregen

 16.01.2026