Nachruf

Genie des israelischen Films

Assi Dayan Foto: Flash90

Assi Dayan, der israelische Kultregisseur und bekannte Schauspieler, ist tot. Im Alter von 68 Jahren starb der Sohn des früheren israelischen Generalstabschefs und Verteidigungsministers Mosche Dajan am Donnerstag in seiner Wohnung in Tel Aviv, wie israelische Zeitungen berichteten.

Die Umstände seines Todes blieben zunächst unklar. Dayan, der viele Jahre seines Lebens mit Drogenproblemen gekämpft hatte, war mehrmals verheiratet und hinterlässt vier Kinder.

filmpreise Assi Dayan wurde in Israel mit allen wichtigen Filmpreisen ausgezeichnet, darunter acht Mal mit dem Ofir-Award. Für Life according to Agfa (»Das Leben, wie von Agfa bezeugt«) erhielt er 1993 bei der Berlinale eine lobende Erwähnung.

In dem scharfsinnigen, sehr pessimistischen Schwarz-Weiß-Film werden eine Bar in Tel Aviv und ihre Besucher als Mikrokosmos der israelischen Gesellschaft dargestellt. Weitere bekannte Filme Dayans sind Givat Halfon Doesn’t Answer (1976), An Electric Blanket Named Moshe (1995) and The 92 Minutes of Mr. Baum (1997).

Die Schauspielerin Gila Almagor, die in Life according to Agfa mitspielte, sagte der Tageszeitung Haaretz, Assi Dayan sei »nicht nur ein großes Genie des israelischen Films gewesen, sondern ein Genie der israelischen Kultur überhaupt.«

krankenhaus Wegen psychischer Probleme sowie Drogen- und Alkoholexzessen war Dayan wiederholt im Krankenhaus behandelt worden. In der mehrfach ausgezeichneten TV-Serie Betipul (deutsch: »In Therapie«), die auch in den USA für den Sender HBO unter dem Namen In Treatment adaptiert wurde, wechselte er die Seiten und spielte mit großem Erfolg den einfühlsamen Therapeuten.

Die genauen Umstände von Dayans Tod blieben zunächst ungeklärt. Nach Medienberichten wurde er bewusstlos in seiner Wohnung in Tel Aviv gefunden. Sanitäter sollen vergeblich versucht haben, ihn wiederzubeleben.

Film

Serienhit geht weiter: Warum will jeder »Nobody Wants This«?

Eine freizügige Sex-Podcasterin und ein charmanter Rabbiner verlieben sich. Ihre Geschichte ist ein gelungener Gegenentwurf zu klischeehaften Rom-Coms. So geht die Erfolgsserie weiter

von Simone Andrea Mayer  23.10.2026

Berlin

Wenn Wolf Biermann den roten Bademantel trägt

Die Stasi wollte den Liedermacher zum Alkoholmissbrauch verleiten und seine Beziehungen zerstören. Ein Film zeigt, wie er das überstand - und was er mit fast 90 macht: Kraulen in der Ostsee zum Beispiel

von Lisa Forster, Sven Gösmann  23.10.2026

Debatte

Wahl in Israel: Star-Dirigent Lahav Shani meldet sich ausführlich zu Wort

In der Vergangenheit war der Musiker mehrmals im Visier radikaler Israelfeinde

 22.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Imanuel Marcus  22.10.2026

Berlin

Igor Levit spricht über eigenes Label

Der Starpianist will andere Künstler unterstützen

 22.10.2026

Bildung

»Wir müssen investieren«

Der Präsident der Bar-Ilan-Universität, Arie Zaban, über Wissenschaft in politischen Krisenzeiten und deutsch-israelische Zusammenarbeit

von Gabriele Hermani  22.10.2026

Glosse

Beim »Spiegel« kann man jetzt mit der Nazi-Kartei chatten

Das Hamburger Nachrichtenmagazin hat nachgelegt: Nun gibt es einen Chatbot, mit dessen Hilfe der Leser mit der NSDAP-Mitgliederkartei interagieren kann. Dafür verdient der »Spiegel« Lob, Grimme-Preis und Dank, findet unser Autor

von Michael Thaidigsmann  21.10.2026

Programm

BALAGAN, KUKURÍKU und Jazzy Diaspora: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Oktober bis zum 28. Oktober

 21.10.2026

Mirjam Zadoff

Leiterin verlässt NS-Dokuzentrum München

Die Innsbruckerin geht zum 1. März 2027 ans Haus der Geschichte Österreich in Wien

 21.10.2026