Berlin

Friedman wünscht sich mehr Empathie für Juden

Michel Friedman Foto: picture alliance / Panama Pictures

Der Publizist Michel Friedman hat kritisiert, dass es zu wenig Solidarität mit Juden in Deutschland gebe. »Ich unterstelle den Eliten größtenteils ein Verhalten, das sehr eindeutig ist, seit Tagen. Und selbst obwohl das eindeutig ist, zündet es nicht in diese Gesellschaft hinein, einfach mal aufzustehen und zu sagen: «Das geht gar nicht»«, sagte der 67-Jährige am Donnerstag bei einem Gesprächsabend zum Thema »Judenhass« im Berliner Ensemble.

Zu Gast waren der Verfassungsschutzchef Thomas Haldenwang und der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. Die meisten Juden seien wegen antisemitischer Parolen auf der Straße verzweifelt, betonte Friedman, der in Paris als Sohn polnischer Juden geboren wurde.

Zurecht habe es im vergangenen Jahr Empathie für die Frauen im Iran und die Menschen aus der Ukraine wegen des russischen Angriffskriegs gegeben. »Aber jetzt passiert etwas mitten unter uns«, sagte der frühere Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Friedman räumte ein, dass sich viele Menschen auch engagiert hätten.

Das Theater in Berlin-Mitte hatte am Donnerstag anlässlich des 85. Jahrestags der Pogromnacht zu einer Zusatzveranstaltung der Gesprächsreihe »Friedman im Gespräch« geladen. Es ging unter anderem um die Frage, was im Kampf gegen Judenhass in Deutschland unternommen werden muss. dpa

Essay

Zwischen Räumen

Wenn der Maler Navot Miller im Flugzeug sitzt, ist er in einer Welt, die ihn für eine kurze Zeit vor der Schwere der Realität schützt. Gedanken von unterwegs

von Navot Miller  10.04.2026

Iran-Krieg

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime gewaltsam begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Netflix-Dokumentation

Der Mann, der die Chili Peppers Red Hot machte

Man kann ohne weiteres behaupten, dass die Rockwelt ohne Hillel Slovak weniger bunt wäre. Eine Streaming-Doku hat dem in Israel geborenen ersten Gitarristen der Chili Peppers ein Denkmal gesetzt

von Richard Blättel  07.04.2026

Antisemitismus

London verweigert US-Skandalrapper Kanye West die Einreise

US-Skandalrapper Kanye West darf nach seinen antisemitischen und rassistischen Aussagen nicht nach Großbritannien reisen. Das hat auch gravierende Auswirkungen auf das mit ihm geplante Festival

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Weltglücksbericht

Israelis und die Freude am Leben

Trotz Kriegen und Terror landet der jüdische Staat weit vorn auf Platz 8. Die Forscherin Anat Fanti erklärt, warum

von Sabine Brandes  06.04.2026

Jazz

Omer Klein: »The Poetics«

Der israelische Pianist hat ein neues Album veröffentlicht. Es ist ein analoges Klangerlebnis, das innere und äußere Räume weit öffnet

von Ayala Goldmann  06.04.2026

Iryna Fingerova

»Man darf Kulturen nicht vergleichen«

Die Schriftstellerin und Ärztin über die Folgen einer Emigration, ihr Verhältnis zur Ukraine und das Leben als Jüdin in Deutschland – allesamt auch Themen ihres Romans »Zugwind«

von Maria Ossowski  05.04.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  04.04.2026