Berlin

Freies Zeichnen für alle

Foto: Senkult

An die bedrängte Kunststudentin aus München werden sich alle, die ihre Worte gehört haben, noch lange erinnern. Die junge Jüdin beklagte bei der Tagung »Der 7. Oktober« der Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden, sie werde von Kommilitonen gezielt auf den Gaza-Krieg angesprochen, wenn sie allein sei – auch auf den Fluren. Von den Präsidenten ihrer Kunstakademie erfahre sie Rückhalt, nicht aber von anderen Studierenden. Solle sie weiter an die Uni gehen oder sich zurückziehen?

Es tue ihr sehr leid, dass die junge Frau dieser Art von Terror ausgesetzt sei, sagte Stella Leder vom Institut für Neue Soziale Plastik während dieser Tagung im Februar. Immer wieder berichten jüdische Studenten seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 von ähnlichen antisemitischen Vorfällen an Kunsthochschulen in Deutschland. Nun geht Leders Institut – in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin und der Jüdischen Studierendenunion Deutschland – in die Offensive: In der Hauptstadt entsteht mit der Jüdischen Kunstschule (JKB) eine Anlaufstelle für »jüdische und antisemitismuskritische Studierende sowie junge Erwachsene«.

Geplant sind zunächst mehrere Meisterklassen und Workshops in Präsenz sowie online.

Geleitet wird die JKB von renommierten Künstlern wie Victoria Hanna, israelische Musikerin, David Adika, Leiter der Abteilung für Fotografie an der Bezalel-Akademie für Kunst und Design in Jerusalem, sowie Yehudit Sasportas, Bildhauerin, Malerin, Video-Künstlerin und Bezalel-Professorin. Geplant sind zunächst mehrere Meisterklassen und Workshops in Präsenz sowie online. »Die Vision der JKB entstand, als wir im letzten Winter jüdische und israelische Studierende trafen, die sich nicht mehr in ihre Klassen trauten. Mit der JKB schaffen wir einen Raum, in dem jüdische Studierende und Lehrende sicher sind – und der von künstlerischer Exzellenz und Freiheit geprägt ist«, sagt Stella Leder.

Angesprochen sind besonders Menschen, die eine künstlerische Laufbahn anstreben, Alumni von Kunsthochschulen und andere, die wegen Boykottaufrufen aus künstlerischen Räumen ausgeschlossen wurden. Bewerbungsschluss für die Klassen Visuelle Künste, Bildhauerei und Malerei ist der 1. Oktober.

www.neue-soziale-plastik.de/juedische-kunstschule

Literatur

Neue Literatur zur Frage: Was bedeutet es, heute jüdisch zu sein?

Jüdische Gemeinschaften sind gespalten – nach dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 und dem Gazakrieg. Viele Linke sehen sich in ihrem eigenen Umfeld mit Antisemitismus konfrontiert. Zwei neue Bücher liefern Denkanstöße

von Leticia Witte  21.04.2026

Kolumne

»Un-fucking-believable«

Als erste Israelin: Noga Erezʼ fast surrealer Auftritt auf dem Coachella Valley Festival

von Laura Cazés  21.04.2026

New York

»Der Teufel trägt Prada 2« feiert Premiere

Der 2006 erschienene erste Teil gilt als Kult. Die Premiere der Fortsetzung zieht die Prominenz in Scharen an. Wann startet das Werk in Deutschland?

 21.04.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Kamele an der Limmat oder wie Zürich mit Tradition umgeht

von Nicole Dreyfus  20.04.2026

Essay

Darf es mir gut gehen …?

Die Welt brennt an allen Ecken und Enden. Unsere Autorin Barbara Bišický-Ehrlich plädiert für die Hoffnung als Lebensprinzip in dunklen Zeiten

von Barbara Bišický-Ehrlich  20.04.2026

Los Angeles

Natalie Portman erwartet drittes Kind

Zwei Kinder hat sie bereits aus ihrer früheren Ehe

 20.04.2026

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  19.04.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  19.04.2026

Aufgegabelt

Falafel-Bowl mit Quinoa

Rezept der Woche

von Katrin Richter  19.04.2026