Berlin/Brandenburg

Filmreihe zu Antisemitismus beim Jüdischen Filmfestival

Auch im Jahr 2024 war das JFBB ein Erfolg. Foto: Uwe Steinert

Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB) will sich in diesem Jahr in einer Filmreihe dem Antisemitismus widmen. Im Fokus stehen Systemwandel, Erinnerungen und Antisemitismus von der DDR über die ehemalige Sowjetunion bis in die heutige Ukraine, wie die Veranstalter mitteilten. Das Festival läuft vom 6. bis 11. Mai.

57 Filme aus rund 20 Ländern sollen die jüdische Kultur, Geschichte und Gegenwart in all ihren Facetten beleuchten. Das Programm sei »mitreißend, musikalisch, witzig, nachdenklich, spannend und tiefgründig zugleich«, hieß es.

Die Reihe »Antisemitismus im Postsozialismus« setzt sich den Veranstaltern zufolge mit jüdischen Erfahrungen in den postsozialistischen Gesellschaften und im postsowjetischen Raum auseinander.

Lesen Sie auch

Der Film »The Community« (Alex Osmolovsky, Israel/Ukraine 2025) zeigt den Druck auf jüdische Gemeinden in der Ukraine seit dem russischen Angriffskrieg. Im Film »Swimmingpool am Golan« (Esther Zimmering, Deutschland 2018) geht es um die Ostberliner Jüdin, die nach der Wende erstmals ihre israelischen Verwandten trifft.

Der polnische Spielfilm »Secret - Das Geheimnis« (Przemysław Wojcieszek, Polen 2012) handelt von einer queeren jüdischen Familie in ländlicher Umgebung. Verdrängte Vergangenheit trifft auf Generationenkonflikte. Ein seltenes filmisches Zeugnis erwartet Zuschauerinnen und Zuschauer im DDR-Film »Unsere Kinder« (Roland Steiner, DDR 1989): Es geht um rechtsextreme Jugendkulturen und Hooligans vor dem Fall der Berliner Mauer.

Die Filme laufen in elf Spielstätten in Berlin, Potsdam, Eberswalde, Oranienburg und Frankfurt (Oder). Das Filmprogramm wird von Diskussionsrunden begleitet. Tickets kosten zehn Euro (ermäßigt acht Euro) und können online gekauft werden. Vergangenes Jahr feierte das Jüdische Filmfestival 30. Geburtstag. Mehr als 6000 Gäste kamen - laut den Veranstaltern ein Rekord. dpa

Musik

Jay Beckenstein wird 75

Der jüdische Saxofonist aus Buffalo, der seine Jugend in Westdeutschland verbrachte, gründete eine der wichtigsten Fusion-Bands und bietet sanfte Klänge

von Imanuel Marcus  14.05.2026

Berlin

TU eröffnet neues Kompetenzzentrum für Antisemitismusforschung

Nach umfassendem Umbau stünden künftig rund 55.000 Bücher und Zeitschriften sowie etwa 11.000 visuelle Antisemitika für Forschung und Lehre zur Verfügung

 14.05.2026

Zahl der Woche

13 Gruppen

Fun Facts und Wissenswertes

 14.05.2026

Eurovision Song Contest

Die Leichtigkeit der anderen

Der Schoa-Überlebende Walter Andreas Schwarz vertrat Deutschland 1956 beim ersten Grand Prix Eurovision in Lugano. Seine Biografie prallte auf ein Publikum, das die Vergangenheit hinter sich lassen wollte

von Claudio Minardi  14.05.2026

ESC

In der Höhle des Löwen

Noam Bettan steht für Diversität und Offenheit – und wird genau dafür von »Pro-Palästinensern« attackiert. Doch der junge Israeli will sich nicht unterkriegen lassen

von Martin Krauß  14.05.2026

Interview

»Vertrauen und Austausch«

Kim Wünschmann über den Auftrag des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg

von Pascal Beck  14.05.2026

Kino

»Palästina 36«

In ihrer Doku geht die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir fahrlässig mit einem historischen Thema um

von Ralf Balke  14.05.2026

Berlin

Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei »Welt« auf

Die Hintergründe

von Steffen Trumpf  13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026