Archäologie

Experte des Königs

Ehud Netzer, einer der bedeutendsten Archäologen Israels und der Entdecker des Sarkophags des Königs Herodes, ist vergangenen Donnerstag in Jerusalem seinen Verletzungen erlegen, die er sich bei einem Unfall auf dem Herodion zugezogen hatte. Er wurde 76 Jahre alt. Netzer, emeritierter Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem, war ein Experte für die Architektur des Königs Herodes, der den Jerusalemer Tempel erweiterte, den Hafen von Caesarea baute und als der größte Bauherr des Heiligen Landes bis in die Neuzeit gilt. Netzers Mutter, Pua Ben Tovim, war eine Geliebte des Prager Schriftstellers Franz Kafka. Sie hatte Kafka Hebräisch beigebracht.

suche Vor drei Jahren machte Netzer weltweite Schlagzeilen, als er nach jahrzehntelanger Suche endlich das Grab und den Original-Sarkophag von König Herodes auf halber Höhe des künstlich aufgeschütteten Herodionbergs nahe Bethlehem fand. Der Jüdischen Allgemeinen sagte er damals im Interview: »Als ich 1972 anfing, am Herodium zu graben, hatte ich nicht das Ziel, das Grab zu finden. Ich interessierte mich für die Architektur der biblischen Zeit. Ich bin ja auch Architekt. Erst seit etwa 1980 suchen wir aktiv nach der Grabstätte. Im Umkreis der Festung hatten wir die Überreste einer byzantinischen Kirche gefunden. Die Steine, aus denen die Kirche errichtet war, trugen Verzierungen, die typisch sind für Grabstätten aus der Zeit des Herodes.«

Netzer hatte sich bei Grabungsarbeiten auf dem Herodion an ein Geländer gelehnt. Dieses gab nach, und Netzer stürzte in die Tiefe. Er erlag seinen schweren Verletzungen im Jerusalemer Hadassah-Hospital.

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 29. Januar bis zum 5. Februar

 28.01.2026

Fernsehen

»Bin ich die einzige Normale?«

Die Frage stellt Dschungelcamperin Ariel – doch Ferndiagnosen verbieten sich auch bei TV-Stars

von Martin Krauss  28.01.2026

Zahl der Woche

13 Sommer- und Winter-Machanot

Fun Facts und Wissenswertes

 27.01.2026

Kairo/Berlin

Ägypten verbietet Buch zu Gaza-Krieg - Autoren: Das Interesse ist riesig

Ihr Streitgespräch über den Nahostkonflikt sorgte in Deutschland für viel Aufmerksamkeit - doch Ägyptens Zensur verbietet das Buch von Philipp Peyman Engel und Hamed Abdel-Samad. Die Autoren nehmen es eher gelassen

 27.01.2026

USA

Kanye West entschuldigt sich erneut für Antisemitismus

In einer ganzseitigen Anzeige im Wall Street Journal schreibt der Rapper: »Ich bin kein Nazi und kein Antisemit. Ich liebe jüdische Menschen.«

 27.01.2026

Meinung

Ein Schmock kommt selten allein

Im »Dschungelcamp« scheint Gil Ofarim in bester Gesellschaft. Doch was hat er aus seiner Lüge in der »Davidstern-Affäre« gelernt?

von Ayala Goldmann  27.01.2026

Meinung

»Zeit Geschichte« stellt sich in eine unsägliche Tradition

Das Titelbild der neuen Ausgabe des Hefts reduziert den Nahostkonflikt auf ein simples Gut-gegen-Böse-Schema. Immer wieder nutzen renommierte Medien problematische Bildsprache, wenn es um Israel geht

von Nikolas Lelle  27.01.2026

Oscar-Nominierungen

Natalie Portman: Frauen kommen zu kurz

Man sehe die Hürden für Regisseurinnen auf jeder Ebene, so die Schauspielerin

 27.01.2026

Fernsehen

Und dann sagt Gil Ofarim: »Jetzt habe ich ein bisschen was kapiert«

Am 4. Tag im Dschungelcamp spielte sich alles ab, wofür der Begriff »Fremdschämen« erfunden wurde

von Martin Krauß  26.01.2026